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Gesundheitsamt DortmundPsychosozialer Trägerverein Dortmund e.V.Betreutes Wohnen

VorwortSie halten den zweiten gemeinsamen Jahresbericht der Suchtkrankenhilfe in Dortmund in Händen.Mit diesem Bericht ist es den Leitern der Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe gelungen, die Angebote in diesem Bereich transparent darzustellen. Sie als interessierterBürger, verantwortlicher Kommunalpolitiker und im sozialen Bereich Tätiger könnensich so einen schnellen Überblick verschaffen und haben Fakten für Ihre Aufgabenzur Hand.Der Suchtkrankenhilfe in Dortmund kommt mit diesem vorgelegten Jahresbericht eine vorbildliche Vorreiterrolle für andere soziale Bereiche zu. Der Bericht ist auchSpiegelbild einer fortgeschrittenen Vernetzung und Kooperation in diesem Arbeitsfeld.In diesem Jahresbericht wird vielfach deutlich, dass es in wichtigen Bereichen eineUnterversorgung der suchtkranken Menschen und ihren Angehörigen in Dortmundgibt. In Dortmund leben schätzungsweise 20.000 Alkoholabhängige, 6.000 Medikamentenabhängige und 2.000 Drogenabhängige. Von diesen Betroffenen konnten dieEinrichtungen der Suchtkrankenhilfe nur einen Teil erreichen. Ziel muss es sein,Ressourcen zu schaffen, um mehr Suchtkranke und Gefährdete zu erreichen.Wenn man das Verhältnis der Abhängigen von legalen und illegalen Suchtstoffen,mit der finanziellen Ausstattung der Bereiche vergleicht, wird ein eklatantes Ungleichgewicht deutlich. Hier besteht für die Kommunalpolitik dringender Handlungsbedarf.Die freie Wohlfahrtspflege hat in den vergangenen Jahren einen nicht unerheblichenBeitrag zur Versorgung der Suchtkranken geleistet. Im Gegensatz dazu sind diekommunalen Mittel z. B. im Bereich der Alkohol- und Medikamentenabhängigen seit1995 nicht mehr angepasst worden. Gemeinsam müssen Politik und Wohlfahrtsverbände Finanzen und Kräfte mobilisieren, um den Bestand zu sichern und Weiterentwicklung möglich zu machen.G. RupaGeschäftsführer Caritasverband Dortmund e. V.Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft derVerbände der freien Wohlfahrtspflege—3—

InhaltsverzeichnisBerichte Bodelschwingh-HausS. 5 Café KickS. 13Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängige /-gefährdete und deren Angehörige desCaritasverbandes Dortmund e. V.S. 16 Beratungsstelle für Suchtkranke des Diakonischen Werkesder Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und LünenS. 20 DROBS DrogenberatungsstelleS. 23 Ludwig-Steil-HausS. 26 mobiflex e.V.S. 31 Nachsorge Dortmund e. V.S. 34 Psychosozialer Trägerverein Dortmund e. V.S. 37 Suchtberatung des Sozialpsychiatrischen Dienstes des GesundheitsamtesDortmund Therapiezentrum Ostberge S. 41S. 45Suchtmedizinische Abteilung am Westfälischen Zentrums fürPsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Dortmund— 4—S. 48

Bodelschwingh-HausDiakonisches Werk der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und LünenErreichbarkeit:24-stündige PersonalpräsenzAufnahme nach VorstellungsgesprächScheffelstraße 17, 44 147 DortmundTel. (0231) 83 02 01Fax (0231) 83 02 011. LeistungsangebotDas Bodelschwingh-Haus ist eine stationäre Einrichtung für wohnungslose Frauenund Männer auf der Grundlage des § 72 BSHG mit einer Kapazität von 21 Plätzen.Alle Hilfemaßnahmen im Bodelschwingh-Haus sind ausgerichtet an den Bedarfslagen der Frauen und Männer, die innerhalb der 72er-Hilfe für eine Übergangszeit zurpersönlichen Stabilisierung und erneuten Teilhabe am Leben in der Gemeinschaftstationäre Hilfe benötigen.Alle Maßnahmen haben das Ziel, Frauen und Männer in der Bewältigung ihrer besonderen sozialen Schwierigkeiten zu unterstützen. Bewältigung greift dabei die unterschiedlichen Zielsetzungen des § 72 BSHG auf (Abwendung, Beseitigung, Milderung, Verhütung von Verschlimmerung)In der Zielsetzung für den Hilfeprozess werden daher unterschiedliche Schwerpunktegesetzt, die ein Höchstmaß der Bewältigung der bestehenden Problemlagen vorsehen, orientiert an den Ressourcen, die vorhanden sind oder sich entwickeln können.1.1 Zielgruppen der HilfeZielgruppen der Hilfe sind Frauen und Männer, die den folgenden Leistungstypenzugeordnet sind:LT 28LT 29LT 30LT 32Hilfen für junge Erwachsene in besonderen sozialen SchwierigkeitenIntegrationshilfe für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeitenohne TagesstrukturHilfen für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten mitpsychischen Beeinträchtigungen und einer SuchterkrankungHilfen für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten mit einerSuchterkrankung in Kooperation mit dem Heimathof Homborn— 5—

Die Zielgruppen im LT 30 umfasst in Absprache mit dem LWL Hilfeangebote fürMenschen, die Unterstützung benötigen, um spezifische Hilfen nach § 39 BSHG inAnspruch nehmen zu können. Diese Klienten sind häufig über einen längeren Zeitraum wohnungslos gewesen, dazu liegt eine auffallende Suchtproblematik vor, undsie haben Überlebensstrategien für das Leben auf der Straße entwickelt, die es verhindern, dass sie Hilfemöglichkeiten akzeptieren oder für sich nutzen können. DieKlienten haben im Bodelschwingh-Haus die Möglichkeit, sich langsam mit stationären Rahmenbedingungen vertraut zu machen, um stationäre Hilfeangebote nach §39 BSHG akzeptieren zu können.1.2 OrganisationsstrukturDas Bodelschwingh-Haus verfügt z. Zt. über 2 Häuser und 2 Wohnungen mit insgesamt 19 Plätzen für Frauen und Männer. Die Klientinnen und Klienten verfügen inallen Wohnbereichen über Einzelzimmer, Gemeinschaftsräume, Sanitärräume undKüchen zur Selbstverpflegung.Zusätzlich zu den fest angemieteten Immobilien werden für den Bereich stationäresEinzelwohnen Wohnungen für Klientinnen und Klienten angemietet.Die Wohnbereiche sind wie folgt strukturiert: Wohngruppe für Männer mit 6 PlätzenNichtabstinenter WohnbereichDie Wohngruppe ist ein Angebot für Männer, die auf grund ihrer Schwierigkeiten einen Hilfebedarf haben, der eine durchgehende Personalpräsenz erforderlich macht. In der Wohngruppe ist der Konsum von Alkohol erlaubt, da diehier lebenden Männer zunächst einen generellen Alkoholverzicht nicht leistenwollen oder können.In diesem Teil der Einrichtung befinden sich die Büro- und Wirtschaftsräumeund der Nachtbereitschaftsraum. Wohngruppe für Frauen mit 4 Plätzenabstinenter WohnbereichIn der Wohngruppe können bis zu 4 Frauen, auch mit ihren Kindern leben.Die Umstrukturierung der Wohnbereiche hat mittlerweile sichtbar zur Folge,dass Frauen mit durchgängigem Bedarf an Personalpräsenz, z.B. Frauen miteiner psychischen Beeinträchtigung oder in ausgeprägten Lebenskrisen nurbedingt aufgenommen werden können.— 6—

Wohngruppe für Männer mit 4 Plätzenabstinenter WohnbereichDie Wohngruppe wird überwiegend von Klienten genutzt, die zunächst imnicht- abstinenten Wohnbereich gelebt haben und dort einen Abstinenzwunsch entwickeln konnten. Es besteht ebenso die Möglichkeit, Klienten direkt, z.B. nach einer Entgiftungsbehandlung aufzunehmen. Wohngruppe für Männer mit 5 Plätzenabstinenter Wohnbereich(in Kooperation mit dem Heimathof Homborn)Die Wohngruppe richtet sich an Männer, die mit Abschluss des Hilfeschwerpunktes I im Heimathof Homborn ( oder nach Abschluss einer stationärenmedizinischen Rehabilitation) die Entscheidung über ein zukünftig abstinentesLeben getroffen haben und die ihren Lebensmittelpunkt in Dortmund habenoder gründen wollen.Die Wohngruppe verfügt über ein „Gästezimmer“, dass von potentiellen Homborner Klienten genutzt werden kann, um den Entscheidungsprozeß zu fördern.Stationäres EinzelwohnenZur Sicherung des Hilfeerfolgs im Rahmen der stationären Hilfe besteht die Möglichkeit, KlientInnen in einer Einzelwohnung zu betreuen. Für Frauen und Männer, diedas Leben in der eigenen Wohnung mit Unterstützung ausprobieren wollen, oder diesich ein Leben in der Gruppe nicht vorstellen können, mietet das BodelschwinghHaus Wohnungen an, die nach Abschluss des stationären Hilfeprozesses durch dieKlientInnen übernommen werden können.Der Übergang in die eigene Wohnung ist für einige Klienten trotz intensiver Vorbereitung auf die neue Lebenssituation ein gravierender Einschnitt. Die emotionale Belastung, insbesondere der Zustand des Alleinseins kann abgemildert werden durch dieAufrechterhaltung der Anbindung an die vertraute Einrichtung.2. FallzahlenAnzahl der hilfeberechtigten Personen50 hilfeberechtigte Personen, davon6 Frauen43 Männer1 Kinderdavon LT 30: 21LT 32: 12— 7—

Zugänge und Abgänge29 Neuaufnahmen, davon2 Frauen26 Männer1 KinderBeendigung der Hilfe34 Personen beendeten den Aufenthalt, davonBelegungJahresauslastungAlterunter 2121 - 2930 – 3940 – 4950 - 59über 603 Frauen31 Männer0 Kinder90,54 %Frauen102210Männer03917131Abschluss der HilfeVon den 34 Personen, die 2001 aus der Einrichtung auszogen, schlossen 3 Frauensowie 31 Männer den Hilfeprozess wie folgt ab:19 Personen – 2 Frauen und 17 Männer – schlossen den Hilfeprozess planmäßigab:FrauenMännerBezug einer eigenen Wohnung212Ludwig-Steil-Haus01Therapie02Heimathof Homborn1Pflegeeinrichtung1Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der KlientInnen, die eine eigene Wohnungbezogen haben, liegt bei 9 Monaten.14 Männer und 1 Frau beendeten den Hilfeprozess nicht planmäßig:— 8—

Abbruch der HilfePartner/ HerkunftsfamilieBekannte, Freunde, StraßeUnbekanntFrauen010Kündigung von Seiten des Bodelschwingh- HausesKonsum illegaler Drogen(Heroin)GewaltanwendungHilfeziele nicht erreichbarMänner01000223. Einbindung in das Hilfesystem3.1 Fachbereich III Verbundsystem Suchtkranken- und Wohnungslosenhilfeim Diakonischen WerkZum Verbundsystem des Diakonischen Werkes gehören zum Jahresende das Bodelschwingh-Haus , die Frauenübernachtungsstelle, die Suchtberatungsstelle, das imAugust 1999 eröffnete Ludwig-Steil-Haus, eine stationären Einrichtung nach § 39BSHG für chronisch mehrfachbeeinträchtigte, wohnungslose Frauen und Männer, dieZentrale Beratungsstelle mit dem Tagesaufenthalt Brückentreff und der Arbeitsbereich Sozialarbeit in der Stadtsiedlung Grevendicks Feld.Ein derart vernetztes Angebot mit einer konzeptionell geplanten Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Hilfesegmenten orientiert sich am Hilfebedarf wohnungsloserMenschen, die häufig an einer Suchterkrankung und/ oder einer psychischen Beeinträchtigung leiden, ebenso wie an Suchtkranken und psychisch beeinträchtigtenMenschen, die bedingt durch ihre Beeinträchtigung soziale Schwierigkeiten entwickelt haben.In der Praxis hat sich eine Verbesserung der klientenbezogenen Zusammenarbeitder Dienste untereinander entwickelt. Die Hilfe für den einzelnen Klienten ist gut koordinierbar.FallgesprächeWohnungslose KlientenInnen mit einer Suchterkrankung und einer psychischen Beeinträchtigung sind häufig in mehreren Arbeitsbereichen innerhalb des Verbundsystems, sowie im WZfPPP bekannt. Um die Hilfen der von KlientInnen angefragten Einrichtungen und Diensten besser koordinieren zu können, wurde die Fallkonferenzeingerichtet. Das Gremium tagt in 6 - 8wöchigem Turnus unter Federführung desFachbereichs III. Beteiligt sind weiterhin regelmäßig Vertreter des WZPPP und desSozialpsychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamtes Dortmund sowie der VereinMobiflex e.V.— 9—

3.2 Kooperationsvertrag WZPPP (Westfälisches Zentrum für Psychiatrie,Psychotherapie und Psychosomatik)Die Intensivierung der Arbeit mit Frauen und Männern mit einem Suchtproblem führtedazu, dass KlientInnen häufiger die Möglichkeit einer Entgiftungsbehandlung nutzten.Um für die Betroffenen eine umgehende Hilfe sicherzustellen, wurde ein schriftlichfixierter Kooperationsvertrag zwischen dem Bodelschwingh-Haus und dem Westfälischen Zentrum abgeschlossen, der die Aufnahme- und Entlassmodalitäten festlegt,den Übergang zwischen beiden Bereichen beschreibt und die Form der fachlichenZusammenarbeit regelt.Einmal jährlich findet ein Kooperationsgespräch auf Leitungsebene statt, bei Bedarffinden Fallbesprechungen statt.3.3 Heimathof HombornSeit 1997 bestehen Kooperationsbeziehungen zum Heimathof Homborn, die in einem Kooperationsvertrag geregelt sind.Um die fachliche Zusammenarbeit beider Einrichtungen zu koordinieren und weiterzuentwickeln, findet 1 mal jährlich eine Sitzung auf Leitungsebene statt.Thema des diesjährigen Kooperationsgesprächs war u.a. die Auseinandersetzungüber den Umgang mit Rückfällen. Es wurde vereinbart, dass die für die Wohngruppezuständigen Mitarbeitenden der internen Fortbildung im Heimathof teilnehmen werden. Weiterhin wurde verabredet, dass der Gruppentherapeut der RegionalgruppeDortmund und die Gruppenbetreuerin der Dortmunder Wohngemeinschaft regelmäßig wechselseitig im 4- Wochenturnus an den Gruppensitzungen in der Rolle einesCo- Therapeuten teilnehmen.3.4 MobiflexDer Verein Mobiflex e.V. leistet in Dortmund ambulante Hilfen für chronisch mehrfachbeeinträchtigte Frauen und Männer in eigenen Wohnungen. Mobiflex und das Bodelschwingh-Haus betreuen z.T. Klienten mit ähnlichen Problemlagen. Die Kooperation umfasst 2 Bereiche:Beide Teams haben eine gemeinsame Fallsupervision unter der Leitung eines Arztesfür Neurologie und Psychiatrie. Mobiflex und das Bodelschwingh-Haus teilen sich diein beiden Arbeitsbereichen notwendigen Rufbereitschaftsdienste.Die Art der Zusammenarbeit ist in einem Kooperationsvertrag geregelt. Die Kooperation hat sich im Berichtsjahr bewährt und wird im Jahr 2002 fortgeführt.— 10 —

4. Spezielle Entwicklungstendenzen hinsichtlich der KlientelEntwicklungstendenzen sind nicht erkennbar5. Veränderungen in der Einrichtung5.1 Weiterentwicklung der KonzeptionEinen Schwerpunkt der konzeptionellen Auseinandersetzung stellte nach wie vor derfachliche Umgang mit den unterschiedlichen Ausprägungen der Suchterkrankungendar.Im nichtabstinenten Wohnbereich entwickelte Methoden, die es den z.T. exzessivtrinkenden Männern ermöglichen, ihren Alkoholkonsum in einem Maß zu reduzieren,dass sie das Hilfeangebot für sich nutzen können, reichen von kurzen Geldauszahlungszeiträumen, über regelmäßige Alkoholkontrollen, Einkauf von Lebensmitteln mitBegleitung, Motivation zur Durchführung einer stationären Entgiftungsbehandlung,etc. Im Berichtszeitraum wurden Regeln entwickelt, wann aus fachlicher Sicht eineEntgiftungsbehandlung erforderlich ist. Klienten mit regelmäßigem Alkoholkonsumunterziehen sich 2 x täglich Alkoholkontrollen. Ziel ist es, die Klienten vor dem Hintergrund eines problematischen Umgangs mit Alkohol zu befähigen, Hilfeziele zuentwickeln und zu erreichen.5.2 Einrichtung einer ProbewohnungDie Hilfe in Einzelwohnungen ist insbesondere für Klientinnen und Klienten schwierig, die noch nie oder noch nie alleine eine Wohnung bewohnt haben, und/ oder diez.T. über Jahre in Institutionen gelebt haben. Die Klienten empfinden ihre Einsamkeitals so belastend, dass sie Gefahr laufen, in ihre alten Lebenszusammenhänge zurückzukehren, da diese vertrauter sind.Zur Vorbereitung auf ein Leben in der eigenen Wohnung besteht seit Anfang Augustdie Möglichkeit, eine fest gemietete Wohnung als „Probewohnung“ für Klientinnenund Klienten anzubieten. In der Wohnung kann das Leben in der eigenen Wohnungfür einen abgesprochenen Zeitraum „ausprobiert“ werden.5.3 PersonalentwicklungEin Sozialarbeiter schloss im Berichtsjahr eine sozialtherapeutische Zusatzausbildung mit Schwerpunkt chronisch mehrfach beeinträchtigte Menschen ab.Die MitarbeiterInnen hatten fortlaufend Fallsupervision gemeinsam mit Mobiflex e.V.unter Leitung eines Arztes für Neurologie und Psychiatrie.— 11 —

5.4 ArbeitDas Thema Arbeit und Beschäftigung hat in der Arbeit insbesondere mit Männerneine große Bedeutung. Im Jahr 2002 soll verstärkt nach Möglichkeiten gesucht werden, außerhalb der Einrichtung Beschäftigungsfelder zu erschließen und z. B. Zuverdienstmöglichkeiten zu schaffen.5.5 KlientenzufriedenheitAnfang 2002 werden Fragebögen zur Erfassung der Klientenzufriedenheit in einemersten Probelauf an die BewohnerInnen des Bodelschwingh-Hauses ausgegeben.Die Fragen umfassen die Ausstattung der Wohnbereiche, Regeln und Verfahren,Gruppenangebot und Einzelbetreuung, sowie den Umgang der Mitarbeiterinnen undMitarbeiter mit den KlientInnen.Im nächsten Bericht kann eine kurze Darstellung der ersten Auswertung erfolgen.Verantwortlich: Hildegard Hörnschemeyer— 12 —

Café Kick der AIDS-Hilfe e.V.Erreichbarkeit:MO - FR 10.00 – 16.30 UhrEisenmarkt 5, 44137 DortmundTel. (0231) 477 36 99 - 18Fax (0321) 477 36 99 - 20Das Drogenkontktcafé Kick ist eine Einrichtung für drogenabhängige Menschen inDortmund. Der akteptanzorientierte Ansatz steht hierbei im Vordergrund. Hauptsächlich richtet sich das Café an Abhängige, die zur offenen Drogenszene gehören. Es istaber auch ein Anlaufpunkt für Angehörige unserer BesucherInnen.1. MitarbeiterFür das Haushaltsjahr 2001 stellt sich die personelle Besetzung des Drogenkontaktcafes Kick der AIDS-Hilfe Dortmund e.V. wie folgt dar.Hauptamtliche Mitarbeiter-1 unbefristete pädagogische Fachkraft (Dipl. Sozialpädagogin,BAT IV b a 25 Std.; von 01/01 bis 06/01)1 unbefristete pädagogische Fachkraft (Dipl. Sozialarbeiterin, BAT IV b a 25 Std.)1 unbefristete pädagogische Fachkraft (Dipl. Sozialarbeiterin, BAT IV b a 25 Std.ab 07.01)Die oben genannten Stellen werden aus Zuwendungen des Landes NRW finanziert.Dortmunder Dienste Kräfte und sonstige Mitarbeiter-2 Mitarbeiter (Küchenkraft, BAT VIII, ASS 01/01-03/01)1 Mitarbeiter (Küchenkraft, BAT VIII, befristete Stelle, 04/01-06/01)2 Mitarbeiter (Küchenkraft, BAT VIII, ABM 08/01- 12/01)1 Mitarbeiter (Reinigungskraft auf 320,- DM Basis)1 Mitarbeiter (pädagogische Hilfskraft, 01/01-12/01)Praktikanten- 3 Teilzeitpraktikanten, Fachbereich Sozialwesen- 1 Praktikant von 01/01 bis 03/01; Weiterbildung zum Suchttherapeuten— 13 —

2. Sachbericht2.1 Einbindung/VernetzungDas Drogenkontaktcafe Kick ist eine niedrigschwellige, akzeptanzorientierte Einrichtung für Drogengebraucher aus Dortmund und Umgebung. Sie befindet sich in denRäumen des Gesundheitsamtes der Stadt Dortmund. Somit ist das Cafe ein wichtiger Baustein des Drogenhilfesystems unserer Stadt. Die seit 1999 bestehendeDrogentherapeutische Ambulanz befindet sich ebenfalls in unseren Räumen. Esbesteht eine enge Zusammenarbeit mit der Drogenberatung des Gesundheitsamtesund dem Sozialpsychiatrischen Dienst.Durch die örtliche Nähe und Kooperation der o.g. Einrichtungen wird den BesucherInnen eine optimale Beratung, Behandlung sowie Betreuung geboten. Damit wurdeerreicht, dass die KlientInnen frühzeitiger und regelmäßiger die Angebote wahrnehmen und somit ihre gesundheitliche und soziale Situation verbessert werden konnte.2.2 Inhalte/ZieleDas Hauptmerk unserer Arbeit besteht weiterhin aus Prävention, Beratung, Vermittlung und dem Angebot der Primärversorgung.Im zweiten Halbjahr des Jahrs 2001 war ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit, diekonzeptionelle Entwicklung des geplanten Drogenkonsumraumes. Dazu gehörtenbeispielsweise Besuche anderer bereits eröffneter Drogenkonsumräume, Gesprächemit den Vereinbarungspartnern, Überarbeitung der Hausordnung sowie die Aufklärung der Öffentlichkeit und der BesucherInnen über das Ziel und die Zugangsvoraussetzungen für den Drogenkonsumraum.Im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe ermutigen und bestärken wir die BesucherInnensich für ihre Interessen und Belange einzusetzen. Somit werden sie bei der Entwicklung einer realitätsnahen Lebensweise bzw. -planung unterstützt, in dem ihnen vermittelt wird, kleine für sie erreichbare Ziele anzustreben und diese zu verwirklichen.Die Mitarbeiter des Cafes bieten den KlientInnen die Möglichkeit ihre Belastungsfähigkeit im Arbeitsablauf zu trainieren, in dem sie für kleine Tätigkeiten eingesetztwerden und dafür ein geringes Entgeld erhalten.2.3 BesucherstrukturDurch einen Mitarbeiterwechsel Mitte des Jahres und die Umbauarbeiten für den geplanten Drogenkonsumraum gab es einen kurzzeitigen Rückgang der Besucherzahlen. Dieses konnte jedoch durch kontinuierliche Vertrauensarbeit bzw. Basisarbeitaufgefangen werden.— 14 —

Für das Jahr 2001 lag die durchschnittliche tägliche Besucherzahl bei 50 bis 80 verschiedenen Personen, davon waren ca. 80% männlich und 20% weiblich. Die Zahlder Besucherkontakte belief sich auf durchschnittlich 150-180 pro Tag.3. Ausblick/PerspektivenIm Jahr 2001 waren ca. 80% der Besucher des Cafe Kick substituiert.Die Besucherstruktur, bezogen auf Substitution, wird sich im kommenden Jahr 2002,wenn der Drogenkonsumraum eröffnet, ändern. Es werden voraussichtlich mehrnicht-substituierte Drogenkonsumenten das Cafe sowie den Konsumraum nutzen.Das Drogenkontaktcafe Kick wird somit verstärkt als Anlaufstelle sowohl von Substituierten als auch von Nicht-Substituierten genutzt werden.Daher wird auch in Zukunft – und sogar in stärkerem Maße als zuvor - der Cafebereich ein unverzichtbarer Baustein im Gesamtkonzept der „neuen“ Drogenhilfeeinrichtung sein.Nur durch die Einbindung des Cafes als ein notwendiger Raum für Gespräche, Beratungen, Beziehungsarbeit etc. bleibt gewährleistet, dass die MitarbeiterInnen auch zuden Nutzern des Drogenkonsumraumes einen intensiveren Kontakt herstellen können, um die auch für den Konsumraum intendierten Ziele - u.a. Einstieg in den Ausstieg - aufrecht zu erhalten.Verantwortlich: Willehard Rensmann— 15 —

Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängige /-gefährdete und deren AngehörigeCaritasverband Dortmund e. V.Propsteihof 10, 44137 DortmundTel. (0231) 1848 -145Fax (0231) 1848 -151e-Mail: [email protected]: caritas-dortmund.deErreichbarkeit:MO – FR 9.00 – 12.00 UhrMO – DO 14.00 – 16.00 UhrDI 14.00 – 17.30 UhrDie Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle (PSBB), ein Fachdienst desCaritasverbandes Dortmund e.V., ist eine Einrichtung der allgemeinen Suchtkrankenhilfe. Hier erfahren Betroffene und Angehörige in ganz individueller Weise Hilfe.1. LeistungsangebotInformationOffene Angebote:- Sprechstunde- Informationsgruppe- Offene Gesprächsgruppe- Frauen – FrühstückscaféBeratung und Begleitung von Abhängigen und Angehörigen- Einzel-, Gruppen-, Paar- und Familiengespräche- Vorbereitung / Vermittlung in (teil-) stationäre Rehabilitation- Vermittlung in Selbsthilfegruppen- KriseninterventionAmbulante Rehabilitation / Ambulante Weiterbehandlung nach (teil-) stationärerRehabilitation:- Einzel-, Gruppen-, Paar- und Familiengespräche- Geschlechtsspezifische RehabilitationsgruppenÖffentlichkeitsarbeit / ProphylaxeAngebote für Frauen:- Rehabilitationsgruppen für Frauen- Seminare für Frauen- Frauen – Frühstückscafé— 16 —

Maßgeblich richtet sich das Beratungs- und Behandlungsangebot an den individuellen Bedürfnissen und Erfordernissen des Ratsuchenden aus. Ein wesentlicherSchwerpunkt der Arbeit sind die zeitnahen, niederschwelligen und offenen Angebote.Im Rahmen des individuellen Hilfeansatzes kommt der geschlechtsspezifischen Ausrichtung der Beratung und Rehabilitation eine besondere Bedeutung zu. Die ambulante medizinische Rehabilitation wird weit über das mögliche Angebot hinaus vonKlienten angefragt.2. nft* (persönlich, telefonisch, schriftlich):2221Klientinnen und Klienten mit nur einem Beratungskontakt:134356Klientinnen und Klienten in Beratung** (1 – ca. 10 Kontakte):3597132Psychosoziale Gesprächsgruppe im St. Elisabeth Kranken3694130hausKlientinnen und Klienten in Psychosozialer Begleitung***:7777154Davon: Klientinnen/Klienten in ambulanter med. Rehabilitati91221onKlienten/innen in amb. Nachsorge nach stat. Rehabi241741litationKlientinnen u. Klienten in Psychosozialer Begleitung444892Vermittlungen in:Entgiftung / Qualifizierte Entgiftung11stationäre Rehabilitation13teilstationäre Rehabilitation3Einrichtungen nach § 72 BSHG1* Erstkontakt / Auskunft erfasst die meist telefonische Kontaktaufnahme und Informationsweitergabe** Beratung erfasst alle Klienten die nur unsere offenen Angebote wahrgenommen haben.*** Psychosozialer Begleitung erfasst alle Klienten, die durch eine Fachkraft zu Einzelberatungeingeladen wurden.EinmalkontakteN 561 (1,8)4 (7,1)18 (32,1)15 (26,8)9 (16,1)2 (3,6)7 (12,5)Alter bei Erstkontakt:(%)Bis 24 Jahre25-29 J.30-39 J.40-49 J.50-59 J.über 60 J.unbekanntDiagnose (%)Mehrfachnennung amenteSpielsuchtEssstörungenBeratungN 1323 (2,6)7 (6,0)25 (21,5)45 (38,8)28 (24,1)8 (6,9)BegleitungN 1541 (0,6)4 (2,6)37 (24)65 (42,2)33 (21.4)14 (9,1)ICD 10F 1010F102F 13F 630F 501551-— 17 1150722(0,6)(97,4)(4,5)(1,3)(1,3)

KontakteAuskunft / InformationOffene AngeboteSprechstunde /BeratungInfogruppeFrauenfrühstückoffener Gesprächskreispsychosoziale Begleitungambulante RehabilitationNachsorge nachstat. Reha.GesprächsgruppeSt. Elisabth. KHEinzelkontakte mitKlient persönlich396229Einzelkontakte mitKlient telef. /schriftl.1825Einzelkontakte mitKlient außerhalbEinzelkonIm Rahmentakte Klient einer Grupmit Bezugs- anmäßig durch VermittlungplanmäßigAbbruch durch KlientAbbruch durch EinrichtungVerstorben224259Betreuungsende N 562(3,6)846-(14,3)(82,1)-BeratungN 686(8,8)15463-(22)(67,6)(4,4)-BegleitungN 817(8,6)363071(44,4)(37)(8,6)(1,2)2.1. PersonalsituationDie Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle verfügt über:- 3,5 Planstellen aus dem Bereich Sozialarbeit / -pädagogik- 0,5 Planstellen aus dem Bereich Psychologie- 0,75 Planstellen aus dem Bereich Verwaltung- 3 Wochenstunden aus dem Bereich MedizinDie Leitung obliegt einem Diplom - Sozialpädagogen.3. Einbindung in das HilfesystemDie PSBB ist in die Suchtkrankenversorgung regional und überregional eingebunden.Sie ist Mitglied im Rehabilitationsverbund Dortmund. Mit der Tagesklinik des Caritasverbandes Bochum besteht eine Kooperationsvereinbarung. Zum Kreuzbund alsFachverband der Caritas besteht eine enge Zusammenarbeit.— 18 —

4. EntwicklungstendenzenIm Jahr 2001 hat die Zahl der Menschen (221), die zu uns Kontakt aufgenommenhaben, stark zugenommen. So warten derzeit ca. 50 Hilfesuchende schon länger als6 Monate auf eine psychosoziale Beratung und Begleitung. Mitbetroffen von diesemMissstand sind die Angehörigen und Kinder. Die Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle, die im kommunalen Auftrag tätig ist, kann auf die hohe Nachfragenicht mit notwendigen personellen Angeboten reagieren. Dieser Sachverhalt stellteine Unterversorgung der suchtkranken Dortmunder Bürger dar.Suchtkranke sind aufgrund der suchtimmanenten Dynamik für einen Ausstieg ausder Suchterkrankung schwer nachhaltig zu motivieren. Eine anfängliche Veränderungs-motivation, die die Menschen in die Sprechstunde der Beratungsstelle führt,hält selten langfristig an. Nach einer ersten Sondierung und ggf. eine Vermittlung zurkörperlichen Akutbehandlung im Rahmen der Sprechstunde, erwarten die Betroffenen weiterführende Hilfen in Form von Beratung, Begleitung, Vermittlung in (teil-)stationäre Rehabilitation oder ambulante medizinische Rehabilitation. Mit der offenenInformationsgruppe und einem offenen Gesprächskreis bieten wir überbrückendeHilfen an. Vorrangige Hilfe bekommen chronisch Abhängige, die eine stationäre Rehabilitation benötigen oder abhängige Frauen und Männer, die für kleine Kinder sorgen müssen.Der erste, und zu meist schwierigste Schritt in die Beratungsstelle wird für Viele danneine Enttäuschung, da die guten Vorsätze nicht unterstützt werden können. Im Sinnevon Vorbeugung von Chronifizierung ist eine frühzeitige kompetente Hilfe gesundheitspolitisch notwendig. Die Folgekosten dieser verpassten Chancen für die Kommune, das Gesundheitswesen und die Arbeitsverwaltung sind enorm.Die kommunalen Zuwendungen an die Beratungsstellen für Alkohol- und Medikamentenabhängige sind seit 1995 nicht erhöht worden. Seit 7 Jahren sind die Personalkosten um ca. 29 % gestiegen. Das bedeutet eine faktische Kürzung der Zuwendungen, dieses ist eine Haushaltskonsolidierung auf dem Rücken suchtkranker Menschen!Nun ist eine Grenze erreicht. Wir nehmen als christlicher Wohlfahrtsverband unsereAnwaltschaft für die suchtkranken Menschen wahr und fordern die Politik in Dortmund auf, die nötigen finanziellen Mittel für einen bedarfgerechten Ausbau zur Verfügung zu stellen.Verantwortlich: Norbert Quinting— 19 —

Beratungsstelle für SuchtkrankeDiakonisches Werkder Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und LünenBornstr. 61, 44145 DortmundTel. (0231) 84 94 - 4 61Fax (0231) 84 94 - 4 67e-mail: [email protected]: vkk-do.deErreichbarkeit:(tel. u. pers.)MO – FR 8.30 – 12.00 UhrMO – DO 13.00 – 16.00 Uhr1. Leistungsangebot der EinrichtungDie Beratungsstelle für Suchtkranke des Diakonischen Werkes der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund richtet sich an alkohol- und medikamentenabhängige Frauenund Männer, ihre Angehörigen und alle an der Suchtthematik Interessierten.Voraussetzung für unsere Arbeit ist ein respektvoller Umgang mit Hilfesuchendenund Notleidenden im Bemühen um Schicksalsanteilnahme. Wir begreifen Suchterkrankung als misslungenen Versuch einer Selbstheilung, aber auch als Chance zurVeränderung. Unsere Arbeit basiert auf einem verlässlichen Beziehungsangebot, dasBindung schafft. Veränderungsprozesse gehen von den Ressourcen der Klientinnenund Klienten aus und werden von ihnen mitgestaltet.Das Angebot konzentriert sich auf Information, Beratung (incl. Angebot für alkoholauffällige Kraftfahrer), Vermittlungsleistungen, psychosoziale Begleitung, ambulantemedizinische Rehabilitation und Hilfen im Umfeld.Die Beratungsstelle ist eine von den zuständigen Leistungsträgern im Rahmen derEmpfehlungsvereinbarung zur ambulanten Rehabilitation Sucht (EVARS) anerkannteRehabilitationseinrichtung.Alter bei Betreuungsbeginn (ohne Angehörige Reha und Anonymisierte)Bis 24 Jahre25 bis 29 Jahre30 bis 39 Jahre40 bis 49 Jahre50 bis 59 Jahre60 Jahre und älterGesamt1213711184615männlich(4,4 %)(4,7 %)(25,8 %)(43 %)(16,7%)(5,5 %)— 20 46,7%)

Hauptdiagnose Sucht nach ICD 10 (ohne Anonymisierte, ohne Andere psychotrope*Substanzen*SpielsuchtMissbrauchA

— 5 — Bodelschwingh-Haus Diakonisches Werk der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und Lünen