Transcription

Psychische Belastung im Studium: Daten, Fakten,Handlungsfelder – ein ÜberblickFortbildungsseminar „Psychologische Beratung für Studierende“am 7./8. Oktober 2013 an der Kunstakademie DüsseldorfAstrid SchäferDeutsches Studentenwerk

8. November 20132

Gliederung„Als Körper ist jeder Mensch eins, als Seele nie.“Die psychische Situation Studierender„Macht der Bachelor krank?“Einflussfaktoren auf die psychische Situation Studierender„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“Was tun?8. November 20133

„Als Körper ist jeder Mensch eins, als Seele nie.“Die psychische Situation Studierender8. November 20134

8. November 20135

Untersuchung im Auftrag desDeutschen StudentenwerksOnline-Panel des DeutschenZentrums für Hochschul- undWissenschaftsforschung traum: 15. November2011 bis 2. Januar 20124.087 Bachelorstudierende imErststudium8. November 20136

59% der BA-Studierenden hatten in den letztenWochen das Gefühl gestresst und nervös zu sein49% fühlen sich durch Stress und Belastungenin ihrem Studium beeinträchtigt.39% kommen kaum zur Ruhe, weil sie das Studiumeigentlich immer fordertQuelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 20137

Wenn Studierende an Stress denken, verbinden sie nzdruck6%1%Quelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 20138

42%Fürder Studierenden resultieren Stress und Belastungaus verschiedenen Lebensbereichen, von denen das Studiumnur ein Teil ist.Studium68%Finanzielle Situation40%Erwerbstätigkeit / 25%Gesundheit21%Familäre elle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 20139

85% der BA-Studierenden haben in mindestens einemsozialen oder psychosozialen Thema (sehr) g / ÜberforderungsgefühlePsychosomatische BeschwerdenÄngsteLern- und Leistungsstörungenübermäßige Internetnutzungdepressive VerstimmungIdentitäts- und SelbstwertproblemeQuelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 201310

61 % der BA-Studierenden haben das Gefühl, ihreProbleme selbst lösen zu können78 % der Studierenden sind sicher, ihr Studiumerfolgreich abzuschließen70 % der Studierenden macht ihr Studium SpaßQuelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 201311

Zusammenfassung: Die psychische Situation Studierender Psychische Belastungen ist kein „Randgruppenphänomen“,sondern vielmehr unter Studierenden weit verbreitet – in hoherAusprägung.Es gibt nicht die psychische Belastung Studierender.Problemlagen sind individuell, heterogen und komplex.Persönliche Probleme und studienbezogene Problemeinteragieren mit einander.Psychische Belastungen können Studienzufriedenheit und -erfolgbeeinträchtigen, schließen diese aber nicht per se aus.Negativen Effekte psychischer Belastungen verstärken sich mitsteigender Zahl an „Problembereichen“.8. November 201312

„Macht der Bachelor krank?“Einflussfaktoren auf die psychische SituationStudierender8. November 201313

Soziale BeziehungenWirtschaftliche Lage iche undpsychische Konstitution /Gesundheitsverhalten8. November 2013Bild: gestressteStudentin(AuswahlEinflussfaktoren/ Ursachen fürpsychischeBelastung)Ausbildungs- gen derArbeitswelt / globalisierteGesellschaftStudienstruktur /Lehre14

Quellen: rag-weilenbacher ; 056,24220166.html8. November 201315

57% hätten gern mehr Freiheiten bei der Auswahl derStudienschwerpunkte / Lernthemen53% wünschen sich mehr Flexibilität in der zeitlichenGestaltung ihres StudiumsQuelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 201316

Zusammenfassung: Macht der Bachelor krank?Einflussfaktoren auf die psychische SituationStudierender Einflussfaktoren /Ursachen psychischer Belastungen sindvielfältig.Das Studium spielt eine entscheidende Rolle, macht aber nichtper se „krank“.Bevor ein Studium „krank macht“, beeinträchtigt esStudienleistung/-zufriedenheit: Kann dazu beitragen, dassStudierende ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen.Umgekehrt ist das Studium auch ein gutes Lernumfeld / eineprädestinierte Lebensphase für die Entwicklung individuellerStressbewältigungs- und Arbeitsmethoden, die für ein gesundesBestehen in der Arbeitswelt wichtig sind.8. November 201317

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“Was tun?8. November 201318

38% der BA-Studierenden haben schon einmal zueinem sozialen oder psychosozialen Problem(professionelle oder informelle) Beratung in Anspruchgenommen.73% können sich vorstellen, in naher Zukunft Beratungzu einem sozialen und / oder psychosozialen Thema inAnspruch zu nehmen.Quelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 201319

Die Nutzung von Psychologischen Beratungsangeboten derStudentenwerke steigt100.00095.97880.00060.00058.398 45%40.00020.00002003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012Quelle: Studentenwerke im Zahlenspiegel, Deutsches Studentenwerk; Beratungskontakte PB8. November 201320

Es gibt verschiedene Organisationsformen vonhochschulnahen Psychologischen Beratungsangebotenin Deutschland Angebote der Studentenwerke, (teilweise parallele) Angebote derHochschulen, gemeinsame Angebote von StW und Hochschulen 44 Studentenwerke bieten Psychologische Beratung an Formate: Einzel-, Paar-/Familienberatung, Workshops kurz- bis mittelfristige Beratungssequenzen Anonym Vernetzung und Kooperation mit anderen Beratungsanbietern ander Hochschule / am Standort8. November 201321

Das kann Psychologische Beratung: Prävention Stabilisierungshilfe Krisenintervention Weiterleitung zu medizinischen oder längerfristigenpsychotherapeutischen Behandlungen Mitwirkung an Verbesserung der Studiensituation8. November 201322

Darauf zielt Psychologische Beratung in ihrer Arbeit mitRatsuchenden ab: Stärkung von Handlungs- und Entscheidungskompetenz /Schlüsselqualifikationen Förderung sozialer Kompetenzen Ermutigung, eigene Potenziale und Begabungen wahrzunehmenund zu verwirklichen Optimierung der eigenen Arbeits- und Leistungsfähigkeit Selbstbewusster Umgang mit sozialen und leistungsbezogenenAnforderungen Bewältigung gesundheitlicher Risiken, die durch Stress undÜberforderung verursacht werden können8. November 201323

Sinn / BedeutungIdentitätZugehörigkeitInteressen undStärken nachgehenund entwickelnSelbstwirksamkeitSelbstwertBild: glücklich lernendeStudentin (Auswahlpositive ElementeStudierens)Wissenerweitern /Forschen /EntdeckenAusprobierenEntwicklung8. November 2013StrukturZiele24

Strategischen Ziele, zu deren Erreichen PsychologischeBeratungsangebote beitragen Verbesserung der persönlichen und allgemeinen Studiensituation Zielgerichtete Nutzung von Studienangeboten Verringerung von Krankheits- und Ausfallzeiten Verkürzung der Studiendauer Erhöhung der Absolventen/innenquote Vermeidung / Verringerung gesellschaftlicher Folgekosten8. November 201325

Diese hochschulnahen Beratungsangebote nenStudentische Vertreter/innenStudienfachberatungZentrale StudienberatungCareer ServiceStudierendeninitiativenPsychologische BeratungSoziale BeratungsangeboteQuelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 201326

25% der BA-Studierenden haben trotz hohenProblemdrucks kein hochschulnahes Beratungsangebotgenutzt.50%48%25%17%11%9%Ich hatte keine Probleme, die professionelle Hilfe erfordernMeine Probleme erschienen mir nicht gravierend genugIch hatte keine ZeitIch wusste nicht, an wen ich mich hätte wenden könnenIch befürchte zu hohe finanzielle KostenIch hatte Angst als krank abgestempelt zu werdenQuelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 201327

Studierende erwarten von elle, gut ausgebildete Mitarbeiter/innenFreundliche, engagierte Mitarbeiter/innenentspannte, vertrauliche AtmosphäreKostenloses AngebotNicht nur Beratung, auch praktische UnterstützungRäumliche NäheKurze WartezeitenQuelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag“ (DSW 2012, durchgeführt von HIS)8. November 201328

Herausforderungen / Handlungsfelder für Beratung!Hohe Nachfrage: Ausbau der Angebote, Vernetzung undZusammenarbeit verschiedener Anbieter, Finanzierungsmodelle!Beratungsqualität: Professionalität, Bestand, fortlaufendeAngebotsentwicklung!Keine / späte Nutzung von Beratungsangeboten:Niedrigschwelligkeit, transparente Kommunikation der Leistungenund Angebote, Zielgruppenfokussierung!Prävention durch Beratung und andere Arbeitsbereiche(heterogene Problemlagen benötigen verschiedeneAnsätze/Angebote)!Expertise (z.B. von Berater/innen) effektiv nutzen – Vernetzungmit anderen Arbeitsbereiche an HS8. November 201329

rastrukturLebensraum Hochschule / Positive LernkulturPsychischeGesundheit8. November 2013LeistungsfähigkeitStudienerfolg30

Gemeinsame Strategie statt Insellösungen Die Förderung und der Erhalt von psychischer Gesundheitund Leistungsfähigkeit Studierender sind ein relevantesund komplexes Thema, das die Zusammenarbeitverschiedener Arbeitsfelder und Akteure an Hochschulenerfordert. Es bedarf neben eigener Ansätze für die verschiedenenArbeitsfelder einer gemeinsamen Strategie: Perspektivenaller Arbeitsfelder in die Entwicklung von Lösungen undAnsätzen einbeziehen.8. November 201331

49% fühlen sich durch Stress und Belastungen in ihrem Studium beeinträchtigt. 39% kommen kaum zur Ruhe, weil sie das Studium eigentlich immer fordert Quelle: „Beratung von Bachelorstudierenden in Studium und Al