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Beim nächsten Ton ist:FRIEDENEuropaweites Glockenläutenanlässlich des InternationalenFriedenstagesam 21. September 201818 Uhr bis 18:15 UhrFRIEDEN 1

IMPRESSUMHerausgeber:Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e. V.Kamp 22, 33098 PaderbornGeneralsekretär Msgr. Georg AustenBereichsleitung Kommunikation& Fundraising: Karin StienekeRedaktion: Sebastian SchwertfegerGrafik: Jutta KorteBildnachweis: S. 1: Jutta Korte, S. 5: BonifatiuswerkS. 19: Wilfried Hiegemann (Kinderhilfe), Peter Semmler (Verkehrshilfe) und BonifatiuswerkEine gemeinsame Aktion des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städte- und Gemeindebundes,dem Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschland, dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz und dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken als Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr - Sharing Heritage - 2018.Die Texte und Verweise zum Gotteslob beziehen sich auf das gemeinsame Gebet- und Gesangbuchaller deutschsprachigen Bistümer (außer der Schweiz).Teile des Andachtsheftes sind mit freundlicher Genehmigung der Friedensgebete der Pueri cantoresentlehnt.S. 17: Text: Thomas Laubach, Judy Bailey 2017 Musik: Judy Bailey 2017 Text (Laubach): tvd-Verlag, Düsseldorf Text (Bailey) und Musik: Dyba. Music, www.judybailey.de2 FRIEDEN

Beim nächsten Ton ist:FRIEDENEuropaweites Glockenläutenanlässlich des InternationalenFriedenstagesEinladung und Impulse zumFriedensgebetFRIEDEN 3

InhaltGrussworte05Frieden hinterlasse ich euchBausteine für Friedensandachten07Friedensgebete17Im Zeichen des Friedens– der kleine Taschensegen18Keiner soll alleine glauben– Bonifatiuswerk konkret19Herkunft hat Zukunft– Europa mitgestalten204 FRIEDEN

„In der Liebe Christi für den Frieden beten“ (RB 4,73)Der Heilige Benedikt von Nursia – einParton Europas – bringt es in der Regelder benediktinischen Gemeinschaftenauf den Punkt, indem er herausstellt,dass das Gebet füreinander eineGrundlage für den Frieden ist: In derLiebe Christi für den Frieden beten.Für ihn ist klar, dass das Gelingeneiner Gemeinschaft aktive Versöhnungbraucht. In Anlehnung an den Epheserbrief (4,26), sollen die Mitglieder (nichtnur monastischer) Gemeinschaftendaher „Nach einem Streit noch vor demSonnenuntergang zum Frieden zurückkehren.“ (RB 4,73). Frieden brauchtHandeln, das aus dem Gebet herauserwächst und nicht nur ein Reden darüber, denn „Wer Durst hat, schiebt dieBücher, die davon reden, beiseite undlabt sich einfach.“, so der JesuitenpaterJean-Pierre de Caussadae.Zeigen wir also in Europa draußen, waswir drinnen glauben. Mit den Inspirationen dieses Heftes sind Sie eingeladen,sich mit einer Andacht um Versöhnungund Frieden am Internationalen Friedenstag zu beteiligen. Mit diesem Gebet und der Einladung, währenddessenIhre Kirchenglocken zu läuten, setzenwir Christen ein europaweites Zeichen,dass wir „In der Liebe Christi für denFrieden beten“.IhrMonsignore Georg AustenEinen solchen Durst nach Frieden hatunsere Welt. Da braucht es ein globales Bewusstsein und Tun füreinander.In der Hektik des Alltags gerät jedochdas Beten schon mal aus dem Blick.Hierbei kann das Läuten von Glockenhelfen, das mitten am Tag den Alltagdurchbricht und zum Gebet einlädt.Eine solche Zäsur ist auch das europaweite Glockenläuten am 21. September2018. In der Zeit von 18 Uhr bis 18:15Uhr erklingen sie als Gebetseinladungfür den Frieden. Im EuropäischenKulturebejahr – Sharing Heritage –2018 steht das grenzüberschreitende,friedenstiftende Potential des Christentums als Erbe Europas im Fokus.FRIEDEN 5

Am Anfang war der Klang –Die Glocke als liturgisches InstrumentMönche aus Irland, unter ihnen Columbanus, Gallus, Pirminius und Bonifatius, hatten sich seit dem ausgehenden6. Jahrhundert zu Missionsreisen durchdas westliche Europa auf den Weggemacht. Als Gepäck trugen sie Wanderstab, Beutel, Buch – und Glocke,mit der sie den Menschen ihr Kommenankündigten und diese zum Gottesdienst riefen. In der Folge erhieltenKirchen bereits ab dem 8. Jahrhundert fest installierte Glocken, die vonDachreitern oder angebauten Türmenals gesegnete oder geweihte Musikinstrumente mehrmals am Tage zu denGebetszeiten geläutet wurden. Seitherfinden sich in jeder besiedelten RegionDeutschlands und Europas Glocken,deren Klang in seiner jeweils spezifischen Ausdrucksform akustischerBestandteil jeder dieser Landschaftenist, ebenso wie die Gebäude in ihrerjeweils charakteristischen Architekturoptische Elemente derselben sind: vomhellen Glöcklein einer einsam stehenden Kapelle bis zum vielstimmigenGeläut einer mächtigen Kathedrale.Während der sogenannten Karolingischen Renaissance gaben die Gelehrten um Karl den Großen (747?-814) dieersten Ordnungen vor, die in vielfältigvariierten Formen bis heute weltweitangewandt werden und somit gleichsam eine historische Konstante bilden.Hierin wurde festgelegt, an welchenTagen zu welchen Gottesdiensten mitwelchen Glocken geläutet werdensollte, um den Charakter des jeweiligen Festes (bspw. Herrenfest oderMarienfest, Sonntag, Gedenktag) bzw.Anlasses (bspw. Taufe, Beerdigung)hörbar zu machen oder die Menschenauch fernab zum Beten einzuladen(„Angelus“). Die rationale kalendarische Unterscheidung zwischen Alltagund Feiertag wird seitdem im Klang derGlocken auf emotionale Weise gegenwärtig: der Tag wechselt in seinerQualität.Ähnlich wie die ebenfalls bei denkarolingischen Reformen in den Gottesdienst integrierte Orgel könnenGlocken herausragende Stationen derFeier begleiten, etwa das „Gloria“ inder Osternacht oder „Vaterunser“ derMesse. Gerade in solchen Momentenwird der als Teil der Liturgie ertönendeGlockenklang zum akustischen Zeichender christlichen Kirchen, mit dem sieauch in säkularen oder andersgläubigen Kreisen identifiziert werden. WeiteTeile der Kulturgeschichte sind mit derGlocke so eng verwoben, dass ihr Läuten auch die Chronik der Menschheiterzählt. Die Glocke als semantischesPhänomen besteht bis in die Gegenwart – und die Tradition wird fortgeschrieben Prof. Dr. Michael G. Kaufmann,Leiter der Aus- und Fortbildung fürOrgel- und Glockensachverständigean der Hochschule für KirchenmusikHeidelberg6 FRIEDEN

Frieden hinterlasseich Euch. Joh 14,27Bausteine fürFriedensandachtenFRIEDEN 7

Kurzes FriedensimpulsLIED IM GOTTESLOB NR.425 „So lang es Menschen gibt auf Erden“470 „Wenn das Brot, das wir teilen“471 „Manchmal feiern wir mitten am Tag“481 „Sonne der Gerechtigkeit“BEGRÜSSUNG/HINFÜHRUNGV: Im Namen des Vaters und desSohnes und des Heiligen Geistes. A: AmenV: Täglich ist irgendwo auf der ErdeKrieg. Täglich leiden und sterben Menschen, weil kein Friede ist. Unser Herzmöchte verzagen. Doch Jesus hat durchdas Beispiel seines Lebens, durch seinWort, in seinem Tod und seiner Auferstehung Frieden in die Welt gebracht.Der wahre Friede gründet in Gott.L: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einenFrieden, wie die Welt in gibt, gebe icheuch. Euer Herz beunruhige sich nichtund verzage nicht. Joh 14,27STILLE BZW.FRIEDENSLÄUTENFRIEDENSGEBTSiehe Auswahl auf Seite 17VATER UNSERGesprochen oder GL 661,8SEGENSLIEDLied im Gotteslob unterden Nummern 451-4538 FRIEDEN

FriedensandachtLIED IM GOTTESLOB NR.425 „So lang es Menschen gibt auf Erden“470 „Wenn das Brot, das wir teilen“471 „Manchmal feiern wir mitten am Tag“481 „Sonne der Gerechtigkeit“BEGRÜSSUNG/HINFÜHRUNGV: Im Namen des Vaters und desSohnes und des Heiligen Geistes. A: AmenV: Täglich ist irgendwo auf der ErdeKrieg. Täglich leiden und sterben Menschen, weil kein Friede ist. Unser Herzmöchte verzagen. Doch Jesus hat durchdas Beispiel seines Lebens, durch seinWort, in seinem Tod und seiner Auferstehung Frieden in die Welt gebracht.Der wahre Friede gründet in Gott.L: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einenFrieden, wie die Welt in gibt, gebe icheuch. Euer Herz beunruhige sich nichtund verzage nicht. Joh 14,27STILLE BZW.FRIEDENSLÄUTENV: Als Jesus geboren wurde,verkündeten Engel der Welt den Frieden: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe.“A: Friede den Menschen auf Erden.V: Menschen aller Religionen und Nationen beten um Frieden.A: V: Verantwortliche in Politik undGesellschaft folgen der Stimme ihresGewissens und setzen sich für Friedenund Gerechtigkeit ein.A: V: Familien und Gemeinschaften hörennicht auf, in Geduld und Liebe einenneuen Anfang im Miteinander zu suchen.A: V: Jesus hat seine Jünger zu den Menschen gesandt, ihnen den Frieden zubringen. „Wenn ihr in ein Haus kommt,sagt als Erstes: Friede diesem Haus.“Unzählige Männer und Frauen folgenseinem Auftrag.A: Herr, lenke ihre Schritte auf den Wegdes Friedens.V: Begleite Priester, Ordenschristenund alle, die weltweit in unterschiedlichen Berufen für den Frieden arbeiten.A: V: Fördere Regierungen, Diplomatenund Soldaten, die dem Frieden dienen.A: V: Stärke die Menschen, die zu denHungernden und Obdachlosen, zu denFlüchtlingen und in die Gefängnissegehen.A: V: Gib denen, die sich in Bildung undWissenschaft für die Verbreitung desFriedens einsetzen Mut und Kreativität,Menschen Deine befreiende Botschaftder Liebe zu vermitteln.A: FRIEDEN 9

V: Der auferstandene Herr hat derKirche und der Welt seinen Frieden hinterlassen. Am Osterabend sagte er zuseinen Jüngern: „Friede sei mit euch.“A: Herr, bewahre uns in deinen Frieden.V: Der Friede lebt, wenn wir uns amWillen Gottes orientieren.A: V: Der Friede lebt, wenn Versöhnunggeschieht.A: V: Der Friede lebt, wenn wir die Hoffnung auf den Frieden Gottes nichtverlieren.A: V: Wir beten gemeinsam:A: Herr, mach mich zu einem Werkzeugdeines Friedens, / dass ich liebe, woman hasst; / dass ich verzeihe, wo manbeleidigt; / dass ich verbinde, wo Streitist; / dass ich die Wahrheit sage, woIrrtum ist; / dass ich Glauben bringe,wo Zweifel droht; / dass ich Hoffnungwecke, wo Verzweiflung quält; / dassich Licht entzünde, wo Finsternisregiert; / dass ich Freude bringe, woKummer wohnt.10 FRIEDENHerr lass mich trachten, nicht, dassich getröstet werde, sondern dass ichtröste; / nicht, dass ich verstandenwerden, sondern dass ich verstehe; /nicht, dass ich geliebt werde, sonderndass ich liebe.Denn wer sich hingibt, der empfängt;wer sich selbst vergisst, der findet; werverzeiht, dem wird verziehen; und werstirbt, der erwacht zum ewigen Leben.V: Ehre sei dem Vater und dem Sohnund dem Heiligen Geist.A: Wie im Anfang so auch jetzt undallezeit. Amen.FRIEDENSGEBETSiehe Auswahl auf Seite 17VATER UNSERGesprochen oder GL 661,8SEGENSLIEDLied im Gotteslob unter den Nummern451-453

WortgottesdienstLIED IM GOTTESLOB NR.425 „So lang es Menschen gibt auf Erden“470 „Wenn das Brot, das wir teilen“471 „Manchmal feiern wir mitten am Tag“481 „Sonne der Gerechtigkeit“BEGRÜSSUNGV: Im Namen des Vaters und desSohnes und des Heiligen Geistes. A: AmenPSALM 72 – GOTTESLOB NR. 47,1 2V: Lasst uns den Psalm 72 besondersfür die Menschen in der Welt beten, dieverfolgt oder unterdrückt werden.HINFÜHRUNG MIT TAGESAKTUELLEMBEZUGV/A: In den Tagen des Herrn sollenGerechtigkeit blühen und Fülle desFriedensKYRIE-RUFEV: Herr Jesus Christus, Du bist der unsverheißene Friedensfürst.V/A: HERR, ERBARME DICH.V: Herr Jesus Christus, Du bist der unsverheißene Retter der Welt.V/A: CHRISTUS, ERBARME DICH.V: Herr Jesus Christus, Du bist unsereZuversicht.V/A: HERR, ERBARME DICH.GEBETGott, du bist unser Ziel,du zeigst den Irrendendas Licht der Wahrheitund führst sie auf denrechten Weg zurück.Gib allen, die sich Christen nennen,die Kraft, zu meiden,was diesem Namen widersprichtund zu tun,was unserem Glauben entspricht.Darum bitten wir durch Jesus Christus,unseren Herrn.A: AmenVerleih dein Richteramt, o Gott, demKönig, * dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!2Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit * und deine Armen durchrechtes Urteil.3Dann tragen die Berge Frieden für dasVolk * und die Höhen Gerechtigkeit.4Er wird Recht verschaffen denGebeugten im Volk,/ Hilfe bringenden Kindern der Armen, * er wird dieUnterdrücker zermalmen.5Er soll leben, so lange die Sonnebleibt und der Mond, *bis zu den fernsten Geschlechtern.6Er ströme wie Regen herauf dieFelder, * wie Regenschauer, diedie Erde benetzen.7Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen * und großer Friede, bis derMond nicht mehr da ist.8Er herrsche von Meer zu Meer, *vom Strom bis an die Enden derErde.1FRIEDEN 11

Vor ihm sollen seine Gegner sichbeugen, * Staub sollen lecken all seineFeinde.10Die Könige von Tarschisch undvon den Inseln bringen Geschenke,*die Könige von Saba und Sebekommen mit Gaben.11Alle Könige müssen ihm huldigen, *alle Völker im dienen.12Denn er rettet den Gebeugtenund Schwachen, *er rettet das Leben der Armen.13Er erbarmt sich des Gebeugten undSchwachen, *er rettet das Leben der Armen.14Von Unterdrückung undGewalttat befreit er sie, *ihr Blut ist in seinen Augen kostbar.15Er lebe und Gold von Saba soll manihm geben!/ Man soll für ihn allezeitbeten, * stets für ihn Segen erflehen.16Im Land gebe es Korn in Fülle. *Es rausche auf dem Gipfel der Berge.17Seine Frucht wird sein wie die Bäumedes Libanon * Menschen blühn in derStadt wie das Gras der Erde.18Sein Name soll ewig bestehen; *solange die Sonne bleibt,sprosse sein Name.19Glücklich preisen sollen ihn alle Völker, * und in ihm sich segnen.20Gepriesen sei der Herr, der GottIsraels! * Er allein tut Wunder.21Gepriesen sei sein herrlicher Namein Ewigkeit! / Seine Herrlichkeit erfülledie ganze Erde. * Amen, ja, amen.22Ehre sei dem Vater und demSohne * und dem Heiligen Geiste.912 FRIEDENWie im Anfang, so auch jetzt und inallezeit * und in Ewigkeit. Amen22A: IN DEN TAGEN DES HERRN SOLLENGERECHTIGKEIT BLÜHEN UND FÜLLEDES FRIEDENS.Liedvorschläge aus dem Gotteslob Nr.414 „Herr, unser Herr, wie bist du zugegen“445 „Ubi caritas“450 „Gottes Wort ist wie Licht in derNacht“SCHRIFTTEXTE ZUR AUSWAHL Jes 2,2-5Am Ende der Tage wird es geschehen:Der Berg mit dem Haus des Herrn stehtfest gegründet als höchster der Berge;er überragt alle Hügel. Zu ihm strömenalle Nationen. Viele Völker gehen undsagen: Auf, wir ziehen hinauf zum Bergdes Herrn und zum Haus des GottesJakobs. Er unterweise uns in seinenWegen, auf seinen Pfaden wollen wirgehen. Denn vom Zion zieht Weisungaus und das Wort des Herrn von Jerusalem. Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völkerzurechtweisen. Dann werden sie ihreSchwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert,Nation gegen Nation, und sie erlernennicht mehr den Krieg. Haus Jakob, auf,wir wollen gehen im Licht des Herrn.

Mt 5,1-12Als Jesus die vielen Menschen sah,stieg auf den Berg. Er setzte sich undseine Jünger traten zu ihm. Und eröffnete seinen Mund, er lehrte sie undsprach: Selig, die arm sind vor Gott,denn ihnen gehört das Himmelreich.Selig die Trauernden, denn sie werdengetröstet werden. Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.Selig, die hungern und dürsten nachder Gerechtigkeit, denn sie werdengesättigt werden. Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.Selig, die rein sind im Herzen, denn siewerden Gott schauen. Selig, die Friedenstiften, denn sie werden Kinder Gottesgenannt werden. Selig, die verfolgtwerden um der Gerechtigkeit willen,denn ihnen gehört das Himmelreich.Selig seid ihr, wenn man euch schmähtund verfolgt und alles Böse über euchredet um meinetwillen. Freut euch undjubelt: Denn euer Lohn wird groß seinim Himmel. So wurden nämlich schonvor euch die Propheten verfolgt. Kol 3,5-17Darum tötet, was irdisch an euch ist:Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft,böse Begierde und die Habsucht, dieGötzendienst ist! All das zieht den ZornGottes nach sich. Einst war auch euerLebenswandel von solchen Dingenbestimmt, ihr habt darin gelebt. Jetztaber sollt auch ihr das alles ablegen: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerungund schmutzige Rede, die aus euremMunde kommt. Betrügt einander nicht,denn ihr habt den alten Menschen mitseinen Taten abgelegt und habt denneuen Menschen angezogen, der nachdem Bild seines Schöpfers erneuertwird, um ihn zu erkennen. Da gibt esdann nicht mehr Griechen und Juden,Beschnittene und Unbeschnittene,Barbaren, Skythen, Sklaven, Freie,sondern Christus ist alles und in allem.Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigemErbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld!Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwasvorzuwerfen hat! Wie der Herr euchvergeben hat, so vergebt auch ihr! Vorallem bekleidet euch mit der Liebe, diedas Band der Vollkommenheit ist. Undder Friede Christi triumphiere in euremHerzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar! DasWort Christi wohne mit seinem ganzenReichtum bei euch. In aller Weisheitbelehrt und ermahnt einander! SingtGott Psalmen, Hymnen und geistlicheLieder in Dankbarkeit in euren Herzen!Alles, was ihr in Wort oder Werkt tut,geschehe im Namen Jesu, des Herrn.Dankt Gott, dem Vater, durch ihn!FRIEDEN 13

IMPULSSie ist die Gretchenfrage unserer Zeit:Sag, wie hältst Du es mit dem Frieden.Von ihrer Beantwortung hängt so vielab. Schaut man sich die Entwicklungvon Kriegen an, waren sie in Europafrüher Auseinandersetzungen bezahlter Heere. Spätestens seit dem Dreißigjährigen Krieg ist jedoch auch dieZivilbevölkerung vom mörderischenKriegstreiben betroffen. Die Muster dermodernen Kriege unserer Zeit ähnelndem der deutschen Urkatastrophe vonvor 400 Jahren: Was als belangloseKleinigkeit beginnt, endet in der Tragödie. Der Erste Weltkrieg übersetztdas ins 20. Jahrhundert und wird vomNationalismus des Zweiten Weltkrieges nochmals überboten.„Könnten wir Gott nicht einmal sagen:Siehe da, da ist der andere, mit demich mich nicht verstehe, er gehört dir,du hast ihn geschaffen, du hast, wennnicht so gewollt, ihn mindestens sogelassen, wie er eben ist; siehe, meinGott, wenn du ihn trägst, will ich ihnauch tragen und ertragen, wie du michträgst und erträgst.“ 1 , so der TheologeKarl Rahner. Genau das ist es, was Frieden ausmacht: Die beziehungsweiseden Nächsten mit Toleranz in den Blickzu nehmen. Manchmal geht es über dieeigene Kraft hinaus, diese Nächstenliebe aufzubringen. Die SeligpreisungenJesu führen vor Augen, dass Gott genaudiese Schwachheit in den Blick nimmt.1 RAHNER, Karl: Worte gläubiger Erfahrung,Freiburg, 1985.14 FRIEDENEin „Selig, die arm sind vor Gott, dennihnen gehört das Himmelreich.“ istkeine Einbahnstraße. Den ersten Blickrichtet sie auf die objektiv Armen, dieauf Gottes Hilfe hoffen und bauen können. Aber der zweite Blick richtet sichauf uns selbst. In unserem Bewusstwerden und der bewussten Annahmeunserer Schwachheit – unserer innerenArmut –, werden wir offen für das Himmelreich. Zu diesem Annehmen zähltes, sich der eigenen Gier, Langweile,Abenteuerlust und Intoleranz bewusstzu werden, die oftmals Gründe für Konflikte sind. Sicher sind das starke Worte, denn wer will schon gern zugeben,dass es diese Gefühlsregungen in ihmgibt. Aber jeder noch so kleine Streitbeginnt damit, den liebenden Blick fürden Nächsten zu verlieren.Das Läuten von Glocken mitten am Tagkann uns dabei einen Gedankenanstoßgeben, die Augen für unser Gegenüberzu öffnen. Sie laden zum Lob Gottesund zum Gebet ein. Ein Gebet, bei demwir aufgefordert sind, unsere Nächstenmit Gottes Liebe anzusehen, sie anzunehmen und für sie zu beten. Das kannganz konkret oder global sein. Durchdas eigene Beten verändert sich dieWelt in uns. Mit Blick auf die Situationen, in denen unser Einsatz gefragt ist,kommt der Frieden in uns selbst zumKlingen. So werden Kirchenglockennicht nur ein Signal nach außen, sondern sind in uns selbst eine Manifesta-

tion der Verkündigung der christlichenBotschaft. In seiner Ansprache zum Angelus brachte es Papst Franziskus aufden Punkt: „Niemals wird der Gebrauchder Gewalt zum Frieden führen. Kriegweckt Krieg, Gewalt weckt Gewalt.[ ] Eine Kette des Einsatzes für denFrieden möge alle Männer und Frauen guten Willens verbinden! [ ] DerFrieden ist ein Gut, das alle Grenzenüberwindet, weil es eben ein Gut derganzen Menschheit ist.“ 2Das Gewandt des Priesters Aaron warmit Glöckchen gesäumt. Die Beschreibung seines Gewandes ist die einzigeStelle in der Bibel, die explizit Glockenerwähnt. Bei jedem seiner Schritteim Tempel mahnten die Glöckchen zuerinnern, wo er war: Im Hause Gottes.Die Glocken unserer Zeit klingen weiterin die Welt. Auch sie zeigen an, worinwir uns befinden: In Gottes Haus, dasunsere Welt ist. Auch jenseits der Kirchenmauern. Amen.Ein weiterer Blick auf das Beten istdas Gebet für die Verstorbenen. DasGebet für die Toten der Kriege ist einLiebesdienst sowohl der Angehörigenwie auch der christlichen Gemeinden.Das Beten für die Verstorbenen machtdeutlich, dass der Tod nicht das letzteWort hat. Sieger über die Schreckender Welt ist der Friedensfürst JesusChristus. Seine befreiende Botschaftgilt es weiter in die Welt zu bringen,denn er ist gekommen, damit wir dasLeben haben und es in Fülle haben. Inder Taufe haben wir Christus als neuenMenschen angezogen. Ihm ähnlicher zuwerden in unserem Tun, ist der Auftragan uns Christen. Dazu zählen das Gebetund der tätige Einsatz für den Frieden.Dazu mahnt uns ebenfalls das Läutender Glocken. Sie bilden eine Zäsur inden Mühen des Alltags. Zudem läutensie etwas Heiliges ein. In ihrem Klangsteckt auch das Verhältnis zwischenGott und uns Menschen.STILLE BZW.FRIEDENSLÄUTEN2 Papst Franziskus, Angelus, 1. September 2013,Rom.FRIEDENSGEBTSiehe Auswahl auf Seite 17FÜRBITTEN ZUR AUSWAHLODER FREI FORMULIERT(1)- Für Papst Franziskus und für alle,die die Botschaft des Friedens in unserer Welt verkünden: dass sie durch ihrWort und ihr ganzes Leben deine Liebebezeugen.- Für alle Menschen, die unter Kriegund Gewalt leiden, die in Sorgen und inUnsicherheit leben, besonders für . :dass sie in Sicherheit und Frieden lebenkönnen.- Für die Christen, die wegen ihresGlaubens benachteiligt oder sogarverfolgt werden; für alle, die wegenihres Glaubens, ihrer Rasse oder ihrerÜberzeugung Nachteile erleiden: dassFRIEDEN 15

sie ein Leben in Freiheit und ohne Angstführen können.- Für die Frauen und Männer, die inder Politik besondere Verantwortungtragen: dass sie nicht den Mut verlieren, sich für Gerechtigkeit, Versöhnungund Frieden einzusetzen.- Für die Kinder und Jugendlichen,die unter schwierigen Lebensbedingungen aufwachsen müssen: dass sieGeborgenheit und Liebe erfahren undvor Ausbeutung und Verletzung an Leibund Seele bewahrt bleiben.(2)- Für alle, die sich Christen nennen:dass von ihnen Versöhnungausgeht.- Für alle, die den Gott Abrahams,Isaaks und Jakobs bekennen: dass siein ihm zueinander finden und Zeugenseines Friedens werden.- Für alle Religionen: dass sie nichtGrund der Entzweiung, sondern Erbauer des Friedens sind.- Für alle Frauen und Männer, dieVerantwortung tragen für das Wohl derVölker: dass ihr Bemühen um Friedenund Gerechtigkeit Erfolg hat.- Für alle Völker und Gruppen, die zerstritten oder verfeindet sind: dass sichWege auftun für einen neuen Dialog.16 FRIEDEN- Für die Armen und Hungernden, dieOpfer von Krieg und Gewalt: dass sieohne Angst und Sorge und in Freiheitund Frieden leben können.VATER UNSERGesprochen oder GL 661,8SCHLUSSGEBTV: Du – Gott, Quelle des Friedensund der Liebe, nimm uns hinein inden Strom des Lebens und der Güte,damit von uns Frieden statt Streit undAnteilnahme statt Gleichgültigkeitausgeht. Um dies bitten wir durch JesusChristus, der uns den Himmel geöffnetund der zerrissenen Menschheit deineLiebe gebracht hat.A: AMEN.SEGEN/SEGENSLIEDLied im Gotteslob unter den Nummern451-453oderABENDLIEDAuswahl im Gotteslob unter denNummern 89-102 (außer 95,97,98)

Friedensgebetezur AuswahlHerr, mach mich zum Werkzeugdeines Friedens,dass ich liebe, wo man hasst;dass ich verzeihe, wo man beleidigt;dass ich verbinde, wo Streit ist;dass ich die Wahrheit sage,wo Irrtum ist;dass ich Glauben bringe,wo Zweifel droht;dass ich Hoffnung wecke,wo Verzweiflung quält;dass ich Licht entzünde,wo Finsternis regiert;dass ich Freude bringe,wo der Kummer wohnt.Herr, lass mich trachten,nicht, dass ich getröstet werde,sondern dass ich tröste;nicht, dass ich verstanden werde,sondern dass ich verstehe;nicht, dass ich geliebt werde,sondern dass ich liebe.Denn wer sich hingibt, der empfängt;Wer verzeiht, dem wird verziehen;Und wer stirbt, der erwachtzum ewigen Leben.GEBET IM GEIST DES HL. FRANZVON ASSISI, FRANKREICH 1913Lass uns deinen Frieden suchen,Gott, in dieser Welt.Durch ihn schenkst du die Versöhnung,die uns eint und hält.Denn dein Wort ruft uns zum Leben –das verkünden wir.Sende uns als deine Boten:Mach uns eins in dir.MARIUS LINNENBORNSUCHE FRIEDENsei voller mitgefühl und liebeschenk der barmherzigkeit dein herzgib der versöhnung deinen segenzahl nicht mit gleicher münze heimsuche friedenspüre ihn auf, säe ihn aus,lass ihn blühnliebe (das) lebengott lädt dich ein, der tag ist sein,mach ihn schöngott schenk dir einen langen atemgott weiß gerechtigkeit braucht zeitgott sei bei dir an allen tagendas gute wächst nicht von alleingott lädt dich ein, der tag ist dein,mach ihn schönTHOMAS LAUBACH& JUDY BAILEYFRIEDEN 17

Im Zeichen des Friedens.Anregung für den kleinen TaschensegenDer Jesuitenpater Thomas Gertler SJerzählt von dem kleinen Taschensegen,den er regelmäßig nutzt: „Der kleineTaschensegen ist das Gegenteil vondem, was viele Menschen aus Wut oderEnttäuschung oder aus Beleidigtsein inihrer Tasche machen. Das ist die Faustin der Tasche. Allerdings kann ich, stattdie Faust in der Tasche zu machen, inder Tasche den kleinen Segen geben.Das mache ich oft und gern.Und wie geht das? Ich zeichne einfachin meine Handfläche mit dem Daumenein Kreuz und sage dazu innerlich: Gottsegne Dich. Wenn ich auf der Straßegerade einem offensichtlich traurigenMenschen begegne oder einem Mannan Krücken oder einem an Magersuchterkrankten Mädchen. Einer alten Damemit Rollator. Oder einem verliebtenPaar. Oder fröhlichen Kindern. Oderwenn ein Krankenwagen mit Tatütata vorbei fährt. Oder wenn da schonwieder ein Bettler sitzt. Oder wenn mirein Rollstuhlfahrer entgegenkommt.Oder eine schwangere Frau. Immer derkleine Taschensegen.18 FRIEDENDer kleine Taschensegen verändert. Erschenkt hoffentlich all diesen Menschen Gottes Segen. Aber er machtauch mich froh. Er gibt mir einen anderen Blick auf die Menschen. Er lässtmich Ja sagen. Und das verwandeltmeine Weltsicht hin zum Positiven, hinzur Barmherzigkeit, hin zur Liebe, hinzum Guten. Er muss auch gar nicht inder Tasche gemacht werden. Er kannauch mit dem Daumen in der Handfläche außerhalb der Hosen- oder Manteltasche gegeben werden.Versuchen Sie es mit dem kleinen Taschensegen, wenn Sie unterwegs sind.Er kommt zu Ihnen zurück.“

Keiner soll alleine glauben.Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken konkretJeder Mensch braucht Orientierungund Halt in seinem Leben. Für viele istder Glaube ein solcher Halt. Gemeinsam das Leben und den Glauben zufeiern, miteinander unterwegs zu seinauf dem Weg des Lebens, sich festzumachen in Gott, all das bietet eineGlaubensgemeinschaft. Für Christinnenund Christen ist es der Glaube an dendreifaltigen Gott, der sie untereinanderverbindet.Und doch leben viele katholischeChristen isoliert in kleinen Minderheiten unter einer Mehrzahl von evangelischen Christen oder Menschen ohneReligionszugehörigkeit. Diesen Menschen stellt sich das Bonifatiuswerkan die Seite. In Nord- und Ostdeutschland beträgt der Anteil der Katholikenzwischen 3 % und 12 %, in Nordeuropazwischen 0,25 % und 3,2 %, in Estland0,4 %, in Lettland 17 %.Das Bonifatiuswerk stellt seine Hilfeauf vier Säulen: Kinder- und Jugendhilfe– Glaubenshilfe – Bauhilfe – Verkehrshilfe.Anliegen der Kinder- und Jugendhilfe ist es, Kindern und Jugendlichendie Erfahrung von Gemeinschaft zuermöglichen. Gefördert werden z.B.Kinder- und Jugendfreizeiten, Kinderhospizdienste, Mehrgenerationenhäuser, Straßenkinderprojekte und Mutter-Kind-Initiativen.Neben der Personalstellenförderungwerden mit der Glaubenshilfe Projekteim Bereich missionarischer Pastoralbeziehungsweise Diasporapastoral inallen (Erz-)Diözesen in Deutschlandgefördert. Kampagnen- und Bildungsarbeit unterstützen Kirchengemeinden,den Glauben zu stärken und weiterzutragen.Es braucht Räume der Begegnung zwischen Gott und Mensch. Darum unterstützt die Bauhilfe die Errichtung oderRenovierung von Kirchen, Klöstern,Pfarrzentren, katholischen Schulen,Kindergärten und Jugendbildungshäusern. So kann Glaube (neu) entdecktund gelebt werden.Mit seiner Verkehrshilfe trägt das Bonifatiuswerk zur Mobilität von Gemeinden oder Verbänden bei. Die BONI-Busse helfen, das Gemeindeleben aktivund lebendig zu gestalten.FRIEDEN 19

Herkunft hat Zukunft – Europa mitgestaltenDie Europäische Kommission hat dasJahr 2018 zum Europäischen Kulturerbejahr erklärt. Die Herausforderung desJahres ist es, das lebendige kulturelleErbe Europas seinen Bewohnerinnenund Bewohnern näher zu bringen. Unterdem Titel ‚Sharing Heritage‘ – geteiltesErbe – gilt es, die Wurzeln Europas sichtbar werden zu lassen und aufzuzeigen,wie eng die Menschen dieser Region derErde über sie mit einander verbundensind. Damit Europa jenseits eines politischen und wirtschaftlichen Gebildes indas Bewusstsein der Gegenwartgelangt. Das Bonifatiuswerk derdeutschen Katholiken hat durch dieBeauftrage der Bundesregierung fürKultur und Medien den Auftragerhalten, insbesondere die christlichenWurzelnEuropasdeutlichhervortreten zu lassen. Für das Hilfswerkist klar: Nur wer seine Wurzeln kennt,kann sich selbstbewusst in die Zukunftausstrecken. Das verdeutlicht auch derProjekttitel, den das Bonifatiuswerk gewählt hat. Unter dem Leitsatz Herkunfthat Zukunft beteiligt sich das Bonifatiuswerk am Europäischen Kulturerbejahr,um seinem Anspruch gerecht zu werden,das Hilfswerk des Glaubens zu sein. DasAngebot des Bonifatiuswerkes zumEuropäischen Kulturerbejahr 2018 hatsowohl ein inhaltlich und geografischweites Spektrum, als auch eine großeZielgruppenbreite.Um auf dem Laufenden zu bleiben, Material für die Jugendarbeit herunterzuladen und sich für Veranstaltungen anzumelden, lohnt sich immer wieder einBlick auf die Webseitewww.herkunft-hat-zukunft.euWeitere Informationen -zukunft.euBonifatiuswerk der deutschen Katholiken e. V.Kamp 22

Sonnenuntergang zum Frieden zu-rückkehren.“ (RB 4,73). Frieden braucht Handeln, das aus dem Gebet heraus erwächst und nicht nur ein Reden dar-über, denn „Wer Durst hat, schiebt die Bücher, die davon reden, beiseite und labt sich einfach.“, so der Jesuitenpater Jean-Pierre de Caussadae. Einen solchen Durst nach