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IWW-StudienprogrammGrundlagenstudiumModul 4KostenrechnungvonUniv.-Prof. Dr. Dieter Schneeloch

Kurs 4 „Kostenrechnung“1I. Gliederung11.11.21.31.4GrundlagenStellung und Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung innerhalb desbetrieblichen RechnungswesensBegriffeKalkulatorische AbgrenzungKriterien der iable und fixe Kosten91.4.3Einzelkosten und Gemeinkosten101.4.4Gesamtkosten, Durchschnittskosten, hrung in die kulatorische Aufgaben der Kostenstellenrechnung und Einteilung der KostenstellenBetriebsabrechnungsbogenVerteilung der primären GemeinkostenInnerbetriebliche rägerrechnungGrundsätzlichesAufgaben und Arten der 292929313355.15.2Vollkosten- und TeilkostenrechnungProblemstellung, BegriffeEinzelne Verfahren der Deckungsbeitragsrechnung3737386Übungsaufgaben zur Kostenrechnung407Lösungen zu den Übungsaufgaben45

Kurs 4 „Kostenrechnung“II. Vorbemerkungen und LehrzieleLehrbücher zum Thema Kostenrechnung haben üblicherweise einen Umfang vonmehreren hundert Seiten. Es versteht sich deshalb von selbst, dass es im Rahmendieses einführenden Kurses unmöglich ist, die der Kostenrechnung zugrunde liegenden betriebswirtschaftlichen Theorien darzustellen und tiefergehende Kenntnisse der Kostenrechnung zu vermitteln. Vielmehr kann es nur darum gehen,Grundbegriffe zu erläutern und die Grundstrukturen der Kostenrechnung aufzuzeigen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, Fragen, die Kostenrechner Ihnenstellen, zu verstehen und – soweit Ihr Arbeitsbereich tangiert ist – zur Lösung vonProblemen beizutragen.Nach der Lektüre des ersten Kapitels sollten Sie die Stellung und Aufgaben der Kostenrechnung innerhalb des betrieblichenRechnungswesens und die wichtigsten Begriffe der Kostenrechnung kennen.Nach dem Studium des zweiten Kapitels sollten Sie einen Einblick in die Kostenartenrechnung haben und sich eine Vorstellung von der Ermittlung einiger wichtiger Kostenarten machenkönnen.Nach der Lektüre des dritten Kapitels sollten Sie die Aufgaben der Kostenstellenrechnung und des Betriebsabrechnungsbogenskennen und Grundkenntnisse hinsichtlich der Verteilung der primären Gemeinkosten undder innerbetrieblichen Leistungsverrechnung besitzen.Nach Durcharbeiten des vierten Kapitels sollten Ihnen die Aufgaben der Kostenträgerrechnung und die grundlegende Funktionsweise der Divisions- und der Zuschlagkalkulationbekannt sein.Nach der Lektüre des fünften Kapitels sollten Sie die grundsätzlichen Unterschiede zwischen einer Voll- und einer Teilkostenrechnung kennen und einen ersten Eindruck von der Funktionsweise einer Deckungsbeitragsrechnunggewonnen haben.Im sechsten Kapitel werden einige äußerst einfach strukturierte Übungsaufgabenformuliert. Lösungen zu diesen Aufgaben finden sie im siebenten Kapitel.2

Kurs 4 „Kostenrechnung“3III. Leseprobe 2Kostenartenrechnung2.1Einführung in die KostenartenrechnungDie Kostenartenrechnung dient der Erfassung und Aufgliederung des Gesamtverbrauchs an Einsatzgütern für die im Unternehmensprozess eingesetzten Güter.Die Kostenarten können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten gegliedert werden, so z. B. nach der Kostenentstehung, nach der Kostenverwendung, nach derAbhängigkeit vom Beschäftigungsgrad. In der Literatur herrscht weitgehendEinigkeit darüber, dass die Gliederung nach Entstehungsgesichtspunkten Vorranghaben, und andere Kriterien nur hilfsweise herangezogen werden sollten.Mellerowicz unterscheidet die nachstehenden 5 Gruppen „natürlicher“ Kostenarten:1.Arbeitskosten: Löhne, Gehälter, Sozialabgaben usw.2.Materialkosten: Stoffkosten und Nebenkosten.3.Kapitalkosten: Kosten, die durch Verwendung (Zinsen) oder Nutzung(Abschreibung) von Kapital oder durch Kapitalwagnisse entstehen.4.Fremdleistungskosten: Reparaturen, Transport, Lizenzen, Strom, Versicherungen usw.5.Kosten der menschlichen Gesellschaft: Steuern, Gebühren.Gliederung derKostenarten

Kurs 4 ben der Kostenstellenrechnung und Einteilung derKostenstellenMit der Kostenstellenrechnung werden folgende Zwecke verfolgt:1.Verteilung der nach Kostenarten differenzierten Gemeinkosten nach dem Verursachungsprinzip auf die betrieblichen Bereiche, in denen sie angefallensind,2.Durchführung einer innerbetrieblichen Leistungsverrechnung, bei der derLeistungsaustausch zwischen den einzelnen Kostenstellen erfasst wird.4ZweckeAls Kostenstelle wird jeder betriebliche Teilbereich angesehen, der kostenrechnerisch selbständig abgerechnet wird. Für die Bildung von Kostenstellen gilt dasVerursachungsprinzip, d. h. die Gemeinkosten werden den betrieblichen Teilbereichen zugerechnet, die sie verursacht haben. Die Kostenstelleneinteilung soll soerfolgen, dass selbständige Verantwortungsbereiche entstehen, für die eine wirksame Kostenkontrolle möglich ist. Dies kann zu einer starken Untergliederungführen, die eine große Kontierungsarbeit verursacht. Unter Berücksichtigung derKalkulationsgenauigkeit einerseits und der Kontierungskosten andererseits istdeshalb ein Optimum anzustreben.KostenstelleDie Kostenstellen werden unterteilt in Haupt- und Hilfskostenstellen. Hauptkostenstellen (Endkostenstellen) sind dadurch charakterisiert, dass die Kosten vonihnen unmittelbar auf die Kostenträger verrechnet werden. Die Kosten der Hilfskostenstellen (Vorkostenstellen) hingegen können nicht unmittelbar den Kostenträgern zugerechnet werden. Hier ist vielmehr vorab im Rahmen einer innerbetrieblichen Leistungsverrechnung eine Belastung anderer Haupt- oder Hilfskostenstellen vorzunehmen.Haupt- undHilfskostenstellen.

Kurs 4 sätzliches5Die Kostenträgerrechnung stellt die letzte Stufe der Kostenrechnung dar. Siegibt Antwort auf die Frage, wofür die entstandenen Kosten angefallen sind bzw.wofür die erwarteten Kosten anfallen werden.Bei der Kostenträgerrechnung sind zwei Unterarten zu unterscheiden, und zwar– die Kostenträgerstückrechnung, bekannter unter dem Begriff der Kalkulationund– die Kostenträgerzeitrechnung.Mit Hilfe einer Kalkulation soll die Frage beantwortet werden: Welche Kostensind je Kostenträger entstanden bzw. werden je Kostenträger entstehen? Mit Hilfeder Kostenträgerzeitrechnung soll die Frage beantwortet werden: Welche Kosten haben die Kostenträger innerhalb einer Abrechnungsperiode verursacht bzw.werden sie verursachen?Kostenträgerzeitrechnung undKalkulationUnter Kostenträgern sind diejenigen betrieblichen Leistungen zu verstehen, diedie verursachten Kosten tragen müssen. Hierbei kann es sich sowohl um Absatzleistungen als auch um innerbetriebliche Leistungen handeln.KostenträgerEine Kostenträgerzeitrechnung wird üblicherweise zu einer kurzfristigenErfolgsrechnung ausgebaut. In ihr werden nicht nur die Kosten, sondern auch diediesen entsprechenden betrieblichen Leistungen erfasst. Auf Probleme der kurzfristigen Erfolgsrechnung wird in diesem Kurs nicht weiter eingegangen.KurzfristigeErfolgsrechnung.

Kurs 4 „Kostenrechnung“66Übungsaufgaben zur KostenrechnungAufgabe 2Die Kosten der Finanzbuchhaltung der C-GmbH weisen für den Monat Mai desJahres 01 einen Gesamtaufwand i. H. v. 10.683.792 aus. Hierin sind folgendeAufwendungen enthalten: Abgang eines Lastwagens infolge eines Unfalls80.000,-Reparaturkosten für ein Gebäude, in dem Mieterwohnen, die zu der C-GmbH in keinem anderenVerhältnis als dem Mietverhältnis stehen124.380,-Nachentrichtung von Lohnsteuer aufgrund einesHaftungsbescheids des Finanzamts für frühereJahre620.940,-Zinsen für Fremdkapital120.585,-Hinsichtlich der nachzuentrichtenden Lohnsteuer kommt der Geschäftsführer derC-GmbH zu dem Ergebnis, dass die GmbH die Lohnsteuer des sozialen Friedenswegen selbst tragen muss und sie nicht ihren Arbeitnehmern nachträglich einbehalten kann. Das betriebsnotwendige Kapital der C-GmbH kann auf 60 Mio geschätzt werden. Bei einer anderweitigen Anlage dieses Kapitals könnte dieGmbH eine Verzinsung von 8 % p. a. erzielen.Es sind die Gesamtkosten für den Monat Mai des Jahres 01 zu ermitteln.

Kurs 4 „Kostenrechnung“ 1 I. Gliederung 1 Grundlagen 1 1.1 Stellung und Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung innerhalb des betrieblichen Rechnungswesens 1 1.2 Begriffe 2 1.3 Kalkulatorische Abgrenzung 5 1.4 Kriterien der Kostenuntergliederung 8 1.4.1 Über