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Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und SchulleitungHausaufgabenLeitfaden zur Hausaufgabenkultur an der Schule EnnetbadenAusgangslageAn einer Weiterbildung der Lehrpersonen im März 2015 wurde dieHandhabung der Hausaufgabenüberarbeitet. Nach einer Pilotphasevon April bis Juni 2015 und einerumfassenden Evaluation entstanddieser Leitfaden.Im Herbst 2016 wurde dieser Leitfaden erneut evaluiert und zusammen mit den Lehrpersonen angepasst. Ab Februar 2017 besteht einbreit abgestützter und erprobterLeitfaden, der in Ennetbaden in allen Klassen zur Anwendung kommt.Definition Hausaufgaben (nach Hattie)Aufträge, die sich auf den Unterrichtsstoff beziehen und die den Lernenden von Lehrpersonen gegeben werden, um diese ausserhalb der Schulzeit zu erledigen.Ziele Die Hausaufgaben haben für die Schülerinnen und Schüler einen hohen Nutzen. An der Schule Ennetbaden besteht eine gemeinsame Praxis bei der Vergabe der Hausaufgaben. Alle Beteiligten (Lehrpersonen, Eltern, Schülerinnen und Schüler) sprechen beimThema Hausaufgaben dieselbe Sprache.GrundsatzDieser Leitfaden soll helfen, obige Ziele zu erreichen. Alle gemachten Aussagen beziehensich auf die Hausaufgaben und nicht auf die Unterrichtsinhalte.Der Lehrperson soll genügend Freiraum gegeben werden, um sich individuell einzubringenund den Unterricht zu gestalten.Leitfaden Hausaufgaben1/8

Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und SchulleitungAusgewählte Aussagen zur HausaufgabenkulturGemäss Hattie-Studie haben unter anderem folgende Faktoren eine Wirkung auf den Lernerfolg:- Leseförderung, Textverständnis (Effektstärke 0.67)- Verteiltes statt massives Lernen, (Effektstärke 0.71)- Hausaufgaben (Effektstärke 0.29, Grundschulniveau 0.15)Der Effekt von Hausaufgaben auf den Lernerfolg wird gemäss Hattie-Studie durch eine tiefeEffektstärke in Frage gestellt.Bei der Vergabe der Hausaufgaben macht eine Studie des Kantons Freiburg folgende Kernaussagen/Empfehlungen für die Lehrpersonen: Hausaufgaben sind wie ein Fenster der Schule. Sie eröffnen einen Einblick in den Unterricht. Jede Schule verfügt über eine bewusste, regelmässig überdachte Hausaufgabenkultur. Geben Sie Ihren Schülerinnen und Schülern regelmässig und eher kurze Hausaufgaben. Geben Sie zum Denken anregende Hausaufgaben mit vorbereitendem Inhalt. Reden Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern über die Hausaufgaben. Greifen Sie das Thema der Hausaufgaben am Elternabend auf und erklären den ElternIhre Hausaufgabenkultur.(Quelle: Broschüre BKS Freiburg, Hausaufgaben geben - erledigen - betreuen. A. Niggli,/S. Moroni, (2009))Zur Rolle der Eltern kommt die Studie des Kantons Freiburg zu folgendem Schluss:„Die Mitarbeit der Eltern sollte so gering wie möglich gehalten werden. Elterliche Einmischung und Kontrolle sind kontraproduktiv. Förderlich ist die Emotionale Unterstützung undHilfe, die von den Kindern gewünscht wird und das Interesse, das Eltern der Schule gegenüber zeigen.“(Quelle: Broschüre Freiburg, Hausaufgaben geben - erledigen -betreuen. A. Niggli,/S. Moroni, (2009); S. 29)Unterstützt wird diese Aussage durch eine Studie aus Deutschland:„.Wenn Eltern oder andere Familienangehörige die Hausaufgabenbeaufsichtigen, hat dies ebenfalls einen nachteiligen Effekt“.(Quelle: Trautwein, Ulrich/Köller, Olaf/Baumert, Jürgen (2001): Lieber oft als viel: Hausaufgaben und die Entwicklung von Leistung undInteresse im Mathematik-Unterricht der 7. Jahrgangsstufe)Leitfaden Hausaufgaben2/8

Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und SchulleitungErkenntnisse aus den UmfragenUmfrage Juni 2015Diese Umfrage wurde nach der Pilotphase bei allen Schülerinnen und Schülern, Eltern undLehrpersonen durchgeführt. Vereinfacht können die Ergebnisse wie folgt zusammengefasstwerden:Neben vielen kritischen Stimmen unterstützt eine Mehrheit der Eltern im Grundsatz die Ideeder neuen Hausaufgabenkultur. Insbesondere befürwortet eine grosse Mehrheit, dass dieLeseförderung gezielt gefördert wird.Eltern wie Kinder bestätigen, dass sich der Hausaufgabenstress zu Hause reduziert hat.Viele Eltern und Schülerinnen und Schüler haben Bedenken bezüglich dem Übertritt an dieOberstufe und äussern die Befürchtung, dass die Kinder überfordert sind, wenn plötzlichviele Hausaufgaben unter grossem Leistungsdruck zu lösen sind.Andere Bedenken der Eltern sehen sie in der geringeren Einsicht in den Schulalltag durchdie Eltern.Durch die Veränderung der Hausaufgabenkultur sind viele Eltern verunsichert, wie sie dieKinder bei den Hausaufgaben und beim individuellen Lernen unterstützen sollen.Umfrage November 2016Diese Umfrage wurde bei den ehemaligen 6.-Klässlern, deren Eltern und Oberstufenlehrpersonen im November 2016 gemacht. Ziel der Umfrage war, herauszufinden, ob die neueHausaufgabenkultur den Übertritt an die Oberstufe erschwert hat. Kurz gefasst brachtediese Umfrage folgende Erkenntnisse:Nach einer kurzen Angewöhnungsphase fühlen sich die Jugendlichen an der Oberstufewohl. Rückblickend ist der Übertritt ohne Probleme verlaufen. Es gibt zwar an der Oberstufe mehr zu lernen und auch mehr Hausaufgaben zu lösen, die Mehrarbeit ist für die Ennetbadener Schülerinnen und Schüler gemäss eigenen Aussagen jedoch gut zu bewältigen. Trotzdem wären vor allem die Bezirksschülerinnen und Bezirksschüler froh, wenn siebereits an der Primarschule mit mehr Hausaufgaben, vor allem aber häufigeren und strengeren, Prüfungen gezielter auf die Anforderungen an der Oberstufe vorbereitet würden.Die Oberstufenlehrpersonen hingegen glauben nicht, dass mehr Hausaufgaben an derMittelstufe den Übertritt zwingend einfacher machen würde.Zusätzlich gab es viele Rückmeldungen, dass gewisse Defizite bei den Fremdsprachenvermutet werden.Leitfaden Hausaufgaben3/8

Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und SchulleitungCheck 3 und 6Die Resultate der Checks zeigen, dass Ennetbaden im Vergleich in allen Bereichen sehrgut abschneidet und überall weit über dem Durchschnitt liegt. Dafür gibt es verschiedeneGründe und können nicht in direkten Bezug zur Hausaufgabenkultur gebracht werden.Wichtige Erkenntnis ist, dass bei den Checkresultaten kein Unterschied vor und nach derVeränderung der Hausaufgabenkultur zu erkennen ist. Eine erste Tendenz zeigt, dass dieSchülerinnen und Schüler im Lesen noch besser abschneiden als früher.Diese Resultate sind vorerst mit Vorsicht zu geniessen und eindeutige Schlussfolgerungenlassen sich erst nach einigen Jahren ableiten.Hausaufgabenkultur an der Schule EnnetbadenAufgrund der eigenen Erfahrung der Lehrpersonen, unterstützt durch die Erkenntnisse derStudien und eigenen Umfragen (siehe oben), hat die Schule Ennetbaden sich bei derVergabe von Hausaufgaben auf folgende gemeinsame Haltung geeinigt. Im Zentrum der Hausaufgaben steht die Leseförderung. Die Hausaufgaben sollen regelmässig und mit kurzem zeitlichen Aufwand erteilt werden. Dem etwas geringeren Einblick der Eltern in den Schulalltag wird Rechnung getragen.Der Wochenplan bietet eine gute Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, die inder Schule geleistete Arbeit zu Hause zu zeigen. Klassenlehrpersonen und Fachlehrpersonen sprechen sich bei den Hausaufgaben ab. In der 6. Klasse werden die Hausaufgaben bewusst erhöht, vor allem im Bereich derFremdsprachen. An den Elternabenden wird regelmässig über die Hausaufgabenkultur in Ennetbadeninformiert.Die Hausaufgaben werden in folgende Bereiche unterteilt:1. Leseförderung2. Üben und Vertiefen3. Fremdsprachen4. Individuelles Lernen/PrüfungsvorbereitungLeitfaden Hausaufgaben4/8

Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und SchulleitungTheoretische Verteilung der HausaufgabenUntenstehend eine grobe Gewichtung der zeitlichen Verteilung der Hausaufgaben. Dies istein theoretischer Wert, der sich am Durchschnitt der Klasse orientiert. Die Zeitangaben sollen als Richtlinie dienen und können individuell stark variieren.Grafische Darstellung(Theoretische Einteilung in Minuten pro Woche)200150Individuelles Lernen/PrüfungsvorbereitungFremdsprachen100Üben und VertiefenLeseförderung501. Klasse2. Klasse3. Klasse4. Klasse5. Klasse6. Klasse1. Bereich: LeseförderungWarum sind Lesehausaufgaben sinnvoll? Weil sie ohne fremde Hilfe zu bewältigen sind (Förderung der Selbstständigkeit). Weil sie zum Aufbau der Lesegewohnheit beitragen können (Regelmässigkeit). Weil sie Automatismen fördern können (insbesondere beim Lesen lernen) werviel liest, liest besser! Weil sie ein positives Leseklima im Elternhaus anregen und Lesemotivation fördernkönnen (z.B. mittels Anschlusskommunikation – Austausch über Gelesenes, ohneAbfragen)Der Bereich Leseförderung unterteilt sich neben dem Erwerb von Vorläuferfertigkeiten indrei weitere Bereiche:1. Leseflüssigkeit2. Textverständnis3. LesemotivationGenerell ist es sinnvoll, in allen drei Bereichen der Leseförderung Hausaufgaben zu erteilen.Es liegt jedoch in der Verantwortung der Lehrperson, eine sinnvolle Gewichtung als Ergänzung der Leseförderung im Unterricht vorzunehmen. Kleine Schreibaufträge im Sinne einerVerarbeitung des Gelesenen gehört ebenfalls in die Leseförderung.Leitfaden Hausaufgaben5/8

Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und SchulleitungJahrgang1. Klasse2. Klasse3. Klasse4. Klasse5. Klasse6. KlasseMin. pro elemente-Eigene Bücher lesen mit LesetagebuchEigene Bücher lesen mit LesetagebuchBuchvorträgeSachtexte lesen lernenKlassenlektüreSachtexte zur Vorbereitung zu Hause lesen(z. B. Realien)- Projekt Zeitung2. Bereich: Üben und VertiefenDieser Bereich ist vor allem für die Mathematik vorgesehen.Jahrgang1. Klasse2. Klasse3. Klasse4. Klasse5. Klasse6. KlasseMin. MathematikMathematikMathematikMathematik3. Bereich: FremdsprachenIn diesem Bereich sehen wir vor allem das Lernen von Vokabeln vor. Zusätzlich könnenauch Hausaufgaben im Bereich Schreiben und Lesen gegeben werden.JahrgangMin. pro SchwerpunktUmsetzungWoche3. Klasse0EnglischKeine Hausaufgaben4. Klasse10EnglischVokabeln lernen5. Klasse10EnglischVokabeln lernen6. Klasse20Englisch- Vokabeln lernen- Lesen- Schreiben6. Klasse30Französisch- Vokabeln lernen- Verben- Lesen- SchreibenLeitfaden Hausaufgaben6/8

Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und Schulleitung4. Bereich: Individuelles Lernen und PrüfungsvorbereitungNicht zu den Hausaufgaben im eigentlichen Sinne zählen wir das individuelle Lernen unddie Prüfungsvorbereitungen. Dieser Bereich ist je nach Schülerin/Schüler sehr unterschiedlich und kann von Null bis enorm zeitaufwändig variieren.Wir gehen davon aus, dass eine Schülerin/ein Schüler, sofern er im Unterricht die Zeitnutzt und die erteilten Hausaufgaben regelmässig macht, die Lerninhalte nur noch repetieren muss. Darum rechnen wir für den Bereich individuelles Lernen und Prüfungsvorbereitung nur noch wenig Zeitaufwand zu den Hausaufgaben.Falls eine Schülerin/ein Schüler in diesem Bereich sehr viel Zeit aufwenden muss, soll dasGespräch zwischen der Klassenlehrperson, den Eltern und dem Lernenden gesucht werden.Vergabe von HausaufgabenEmpfehlung an LehrpersonenBei der Vergabe von Hausaufgaben berücksichtigen die Lehrpersonen folgende Empfehlungen: Regelmässig und relativ kurze Hausaufgaben erteilen. Die Hausaufgaben variieren und auch zum Denken anregende Aufgaben geben. Hausaufgaben geben, die vorbereitenden Charakter haben. Mit den Schülerinnen und Schülern über die Hausaufgaben reden. Nie davon ausgehen, dass die Eltern beim Lösen und Betreuen der Hausaufgabenmitwirken können und sollen.(Quelle: Broschüre Freiburg, Hausaufgaben geben - erledigen -betreuen. A. Niggli,/S. Moroni, (2009))Leitfaden Hausaufgaben7/8

Leitfaden HausaufgabenLetzte Überarbeitung Mai 2017Verabschiedet durch Lehrpersonen und SchulleitungTipps an die ElternHausaufgaben helfen der Lehrperson auch, zu merken, was das Kind kann und wo nochUnklarheiten bestehen. Wenn Kinder mit - von den Eltern angeleiteten - perfekt gemachtenHausaufgaben erscheinen, geht diese Möglichkeit verloren.Unterstützung bei den Hausaufgaben Bieten Sie Hilfe an. Unterstützen Sie, wenn ihr Kind dies wünscht. Zeigen Sie Interesse für die Arbeit Ihres Kindes. Fragen Sie nach, lassen Sie sich von der Schule erzählen. Schauen Sie den Wochenplan/die Schularbeiten der Woche an Lassen Sie sich die Hausaufgaben zeigen und geben Sie eine Rückmeldung.Zu vermeiden: Bei Unklarheiten die Hausaufgaben in "eigener Regie" anleiten("ich erkläre dir jetzt einmal, wie man das macht"). Bei Verwirrung beim Kind auf den Erklärungen beharren. Sind die Hausaufgaben nicht in ihrem Sinn gelöst, dies zwar klar ansprechen, abernicht korrigieren oder das Kind zwingen, "es richtig zu machen".Leseförderung im Elternhaus Zugang zu Büchern ermöglichen Interessieren Sie sich dafür, was Ihr Kind gerne liest Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Bücher/Gelesenes Lesen Sie selbst!Leitfaden Hausaufgaben8/8

6. Klasse 20 Englisch - Vokabeln lernen - Lesen - Schreiben 6. Klasse 30 Französisch - Vokabeln lernen - Verben - Lesen - Schreiben . Leitfaden Hausaufgaben Letzte Überarbeitung Mai 2017 Verabschiedet durch Lehrpersonen und Schulleitung Leitfaden Hausaufgaben 7 / 8 4. Bereich: Individuelles Lernen und Prüfungsvorbereitung