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Magazin der Universität HamburgAusgabe 5/ Oktober 2015erbankJetzt Pow rn!*hegratis sicVon 0 auf Studium mit meinem Konto.Jetzt durchstarten mit eigenem Girokonto:HaspaJoker unicus.Präsentieren leicht gemachtVor einer großen Gruppe zu sprechen, ist für viele dasabsolute Grauen. Dabei kann wirklich jede und jederrichtiges Präsentieren lernen!Meine Bank heißt Haspa.Am laufenden Band*Die Powerbank (mobiles Akku-Ladegerät für Smartphones) gibt es als Willkommensgeschenk in allen Haspa Filialen.Voraussetzungen für die Ausgabe der Powerbank: Je Kontoinhaber wird nur 1 Powerbank bei Kontoeröffnung eines neuen Haspa Girokontosausgegeben. Der Kontoinhaber eröffnet ein Privatgirokonto (z. B. HaspaJoker intro oder unicus) und ist unter 23 Jahre alt.Der Kontoinhaber hatte in den letzten 12 Monaten kein Haspa Privatgirokonto. Die Aktion endet am 15.11.2015.Fitnesstests des FC St. Pauli inder BewegungswissenschaftPoetry Slam im HörsaalInterview mit den AudimaxSlam-OrganisatorenWalter A. BerendsohnDer Pionier der deutschen Exilliteraturforschung im Porträt

Jetzt 14 Tage kostenlos testen:abendblatt.de/probelesenNeue Stadt, neue Leute, neue Herausforderungen: „Erstis“ haben es wirklich nicht leicht. Deshalb möchten wir alleNeuankömmlinge ganz besonders herzlich zum Wintersemester 2015/16 begrüßen.Wir wünschen ein spannendes und erfolgreiches Studium!PS: Das Foto entstand im Rahmen des Fotowettbewerbs 2014 des Universitätskollegs. Diese Einrichtung bietet viele Projekte, dieden Übergang ins Studium erleichtern. Vorbeischauen lohnt sich: www.universitaetskolleg.uni-hamburg.deN E U N Z E H N ist das Magazin der Universität Hamburg.Für diesen Namen gibt es einen historischen Grund: 1919 wurde die Universität Hamburg gegründet – als erste Universität in Deutschland voneinem demokratisch gewählten Parlament.

I N H A LTEDITORIAL12Schon zweimalbegeisterten beimAudimax SlamKünstlerinnen undKünstler mit ihrenTextenLiebe Leserin, lieber Leser,28Ein Gap Year bietet zahlreicheMöglichkeiten, sich auszuprobieren06Kurz & KnappKurzmitteilungen aus der UniversitätCampus & Co08Gegen das Lampenfieber: Tipps und Tricks, wieReferate und mündliche Prüfungen gelingen11Campus Umfrage: Welche Erfahrungen hast dubei Präsentationen gemacht?12Moderne Poesie: Die Organisatoren desAudimax Slams im Gespräch16Wir lassen Zahlen sprechen:Mensa17Vor dem Bürgerentscheid: Stimmen und Einschätzungen zur Olympiabewerbung HamburgsForschen & Verstehen24Das Fotoarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars besitztu. a. Reproduktionen, die Höhlenmalereien zeigenDamals & HeuteStudium & Dann34Walter A. Berendsohn: der Pionier der deutschenExilliteraturforschung im Porträt28Don‘t mind the gap: wie man die Zeit zwischenBachelor und Master nutzen kann36Catalogus Professorum Hamburgensium: einProfessorenkatalog für die Universität Hamburg30Mehr als ein guter Rat: die Mentoring-Angeboteder Universität Hamburg37Gedenken: Studierende der Universität imWiderstand gegen den Nationalsozialismus38Wundertüte Universität: besondere Büros26VWL-Alumnus im Interview: ein Treffen mitJournalist Thorsten Schröder18Auf Herz und Lunge geprüft: Fitnesstests desFC St. Pauli in der Bewegungswissenschaft20Bild der Forschung: An der Hamburger Sternwarte werden Weiße Zwerge beobachtet21Gegen Rassismus: Ein Forschungsprojekt untersuchte die Afrika-Darstellung in Schulbüchern235 Fragen an. Handan Aksünger, Inhaberin derweltweit ersten Professur für Alevitentum32Von einem, der herkam.aus Spanien24Hand drauf: Das Fotoarchiv desKunstgeschichtlichen Seminars33Von einer, die wegging.nach AustralienHin & Weg4043wer vor einer Präsentation nervös ist,kann sich auf einen altbewährten, vorallem von Eltern gern gegebenen, Ratverlassen und sich die Zuhörendeneinfach in Unterwäsche vorstellen.Oder man geht die Problematik ganzheitlicher an und liest sich unserenArtikel ab Seite 8 durch, in dem zweiExpertinnen das beste Vorgehenbei einem Vortrag vorstellen – vonder Vorbereitung über die Bekämpfung des Lampenfiebers bis zu denbesonderen Herausforderungen beiGruppenarbeiten.Darüber hinaus haben wir in diesemHeft einen bunten Strauß an Campusund Forschungsthemen zusammengestellt. Dazu gehört – in Form derThemen „Gap Year“ und „Mentoring“– auch ein Mini-Schwerpunkt zu derFrage: Was kommt eigentlich nachdem Studium?Viel Spaß beim Lesen!Anna Maria ebook.com/uni.hamburgPreise & FörderungenAuszeichnungen für UniversitätsmitgliederWann & WoTermine im Wintersemester46 Impressum08Hilfe für alle, die beiVorträgen eine rote Birnebekommen

0719NEUNZEHNKurz & KnappDies Academicus an derUniversität HamburgHochschulleitungen ausaller Welt in HamburgErstmals trafen sich die Spitzen der Universitäten ausvier Kontinenten und diskutierten die Herausforderungen der Globalisierung für den Hochschulsektor.Rund 50 Hochschulpräsidentinnen und -präsidentenaus Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrikawaren im Juni 2015 der Einladung von Körber-Stiftung,Hochschulrektorenkonferenz und Universität Hamburg zum „Hamburg Transnational University LeadersCouncil“ (HTULC) gefolgt. Hauptthema: die weltweiteHochschulentwicklung vor dem Hintergrund desglobalen Wettbewerbs.Seit dem Sommer 2015 ist die Universitätneben Facebook und Twitter auf zweiweiteren Social-Media-Kanälen verfügbar: Auf unserem Instagram-Kanal wirdunter dem Hashtag „#unihamburg“ fasttäglich ein neues Bild aus dem Uni-Kosmosgepostet. Zudem geben wir auf unseremYouTube-Kanal einen bewegten Einblick inaktuelle Projekte und spannende Themen.Die Social-Media-Kanäle der Universität:www.instagram.com/uni i.hamburgtwitter.com/unihhBack on Earth:Astronaut Alexander Gerstbegeistert im AudimaxAm 8. Mai 2015 wurde es im Audimaxgeradezu galaktisch: Astronaut undGeophysiker Dr. Alexander Gerst warzu Besuch in Hamburg, wo er vorseinem Job bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) fünf Jahre gelebt und seine Doktorarbeit geschrieben hat. „Meine WG-Erfahrung hierhat mir im All auch geholfen“, erzählteder gebürtige Künzelsauer, während erdem Plenum viele Bilder von seinemAufenthalt auf der InternationalenRaumstation ISS zeigte.Mit seinem Doktorvater, dem Geophysiker und Vulkanologen Prof. Dr.Matthias Hort vom Centrum für Erd-systemforschung und Nachhaltigkeit(CEN), stand Gerst während seiner Zeitim All – von Mai bis November 2014– immer in Kontakt. Er schickte Bildervon Vulkaneruptionen, damit Hortzusammen mit seinem KollegenDr. Klemen Zakšek die Höhe vonAschewolken bestimmen konnte.Neben Hort und Gerst nahmenDr. Maurice Borgeaud von der ESA, derOzeanograf Prof. Dr. Detlef Stammer und der Physiker Prof. Dr. LarsKaleschke an der Diskussion über dieBedeutung von Satellitendaten fürdie Klimaforschung teil. Das Gesprächwurde von Julia Sen (NDR) moderiert.Am 2. Juni 2015 fand der diesjährige Dies Academicus der Universität Hamburg statt. Der akademische Feiertag stand unter dem Motto „Wissenschaft als Revolutionärin – Nachhaltigkeit inStudium und Lehre“.In Vorträgen und Workshops wurden verschiedeneAspekte der Nachhaltigkeit in Studium undLehre diskutiert. Unter anderem formulierte derErziehungswissenschaftler Prof. Dr. HansChristoph Koller auf Grundlage eines Positionspapiers des Kompetenzzentrums NachhaltigeUniversität (KNU) zehn Thesen zum Thema „Nachhaltigkeit in Studium und Lehre – wohin soll dieReise gehen?“. Koller unterstrich beispielsweise,dass die Universität aufgerufen sei, für Anreize zusorgen, um Nachhaltigkeitsthemen mehr Raum imStudium zu verschaffen. Zudem verwies er darauf,dass Nachhaltigkeit ein unverzichtbares Qualitätsmerkmal von Lehre und Studium sei.Flüchtlingsbeauftragteder UniversitätRefugees welcome – auch an der Universität Hamburg: Das Präsidium hatProf. Dr. Silke Boenigk aus der Fakultät fürWirtschafts- und Sozialwissenschaften zurFlüchtlingsbeauftragten der UniversitätHamburg ernannt. Gemeinsam mitProf. Dr. Susanne Rupp, Vizepräsidentin fürStudium und Lehre, ist sie damit Ansprechpartnerin für alle Mitglieder der Universität, die sich aktiv an der Unterstützungvon Flüchtlingen im universitären Umfeldbeteiligen möchten.Texte: AB, AMP, VG06Nach einer Diskussion im Plenum wurden amNachmittag in Workshops, die von Studierendenorganisiert worden waren, Maßnahmen und Ideenzum Rahmenthema „Studienreform als weitergehende Befreiung“ entwickelt. Themen warenunter anderem „Wissenschaft als solidarischeEntwicklung von Persönlichkeiten“ und „Befreien –Vergeben – Versöhnen? Friedensbildung in Zeitenausschließender Gegensätze“.Nach 77 Jahren: 102-Jährigeerfolgreich promoviertBei einem Festakt am 9. Juni 2015 wurde IngeborgSyllm-Rapoport (102) endlich die Promotionsurkundeüberreicht – 77 Jahre nach Verfassen der Doktorarbeit.Syllm-Rapoport hatte in den 1930er Jahren in Hamburg Medizin studiert und ihre Dissertation geschrieben. Doch die Verteidigung ihrer Arbeit und damit diePromotion wurden ihr 1938 verweigert – aufgrundihrer jüdischen Abstammung.Im Beisein von Familie und Freunden der Promovendin machte Prof. Dr. Burkhard Göke, ÄrztlicherDirektor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), deutlich: „Wirkönnen geschehenes Unrecht nicht ungeschehenmachen, aber unsere Einsichten in die Vergangenheitprägen unsere Perspektiven für die Zukunft.“ Die Prüfung war im Mai 2015 erfolgreich nachgeholt worden.

8919NEUNZEHNCampus & CoDie GestaltungWenn die Inhalte stehen, muss das Ganze in eine präsentableForm gebracht werden. Julia Sasse von der Zentralen Studienberatung und Psychologischen Beratung (ZSPB) empfiehlt, denVortrag auf vier Säulen zu stellen: Einfachheit: kurze Sätze, viele Beispiele und nicht zu vieleFremdwörter Ordnung: klare Kapitel und Gliederungspunkte, die sichdurch Überschriften und Hervorhebungen in der Präsentationwiederfinden Kürze: Es gilt der alte Satz mit der Würze; nur das sollte vorkommen, was auch wirklich wichtig ist. Zusätzliche Stimulanz: Beispiele, rhetorische Fragen undnatürlich VisualisierungenApropos Sprechen: Wie frei muss es denn nun sein? Hiergilt: Jede und jeder so, wie sie oder er es am besten kann. BeideExpertinnen raten aber dazu, für einen gelungenen Rahmenzumindest die Einleitung sowie den Schluss auszuformulieren.Ansonsten sind Karteikarten mit Stichworten das Mittel derWahl, da sie mehr Flexibilität in der Formulierung bieten.Tipp: Karteikarten je nach Phase des Vortrags farblich absetzen und durchnummerieren – nur für den FallWährend des Vortrags sollte man sich um Blickkontakt zumPlenum bemühen, statt an die Decke oder nur in die Augeneiner Zuhörerin oder eines Zuhörers zu starren. Zudem warntChristiane Eiche: „Vor allem am Anfang beziehen viele die Reaktionen der Zuhörer zwangsläufig auf sich, so nach dem Motto:Oh, der runzelt die Stirn, mein Vortrag ist schlecht.“ Es könneaber auch einfach nur sein, dass demjenigen gerade etwas eingefallen ist. Daher ganz wichtig: innere Distanz wahren.Beim Medieneinsatz sollte man allerdings auf das richtige Maßachten. „Viele stellen sich zu sehr in den Hintergrund, wennsie mit Medien arbeiten“, erklärt Christiane Eiche. Dabei seidie Rednerin oder der Redner die Hauptperson, „die visuelleDarstellung mit Stichworten hilft lediglich, den roten Faden zuhalten“. Andere Medien wie Flipchart oder Pinnwand solltennach Bedarf eingesetzt werden, etwa um eine Diskussion zubegleiten.Besondere Herausforderung: GruppenreferateTipp: Um sich auf die Gesprächsleitung konzentrieren zukönnen, eine Kommilitonin oder einen Kommilitonen bitten,Diskussionsergebnisse mitzuschreiben und anzupinnen.Wichtig: Nur wer dran ist, steht im Zentrum! Die anderenGruppenmitglieder sollten sich in die erste Reihe setzen oderStühle am Rand platzieren.Gruppenarbeiten können Fluch und Segen zugleich sein. Zumeinen ist die genaue Abstimmung noch wichtiger – also werwas sagt, welche Punkte auf jeden Fall genannt werden müssenund wann gegebenenfalls ergänzt werden darf. Zum anderenkann die Gruppe aber auch hilfreich sein. „Man kann zum Beispiel absprechen, ob ein anderes Gruppenmitglied im Zweifelsfall Stichworte zuflüstert“, rät Eiche vom Career Center.Vorher: Lampenfieber in den Griff kriegenJa, ähm, hallo erstmal Ob Geschichts- oder Biologiestudium: Mündliche Prüfungen, Referate oder die Gestaltung ganzer Seminarstunden sind häufige Bestandteile der Prüfungsordnungen.Neben Inhalten zählt dann auch die Frage: So viele Worte, wann soll ich da noch atmen? Zwei Expertinnen verraten, wie jede und jeder mit einem gelungenen Vortragglänzen kann. Text: Anna Maria PriebeVorbereiten und Strukturieren„Für einen guten Vortrag sind drei Dinge unerlässlich: eineeindeutige Zielklärung, gute Vorbereitung und eine Anpassungan die Zielgruppe“, erklärt Christiane Eiche, Mitarbeiterin undWorkshop-Leiterin am Career Center der Universität Hamburg.Die Zielklärung sollte dabei sowohl inhaltlich als auch methodisch erfolgen und die Fragen „Welche Informationen müssenam Ende auf jeden Fall rüberkommen?“ und „Wie kann das Publikum einbezogen werden?“ beantworten. Nach einer erstenSichtung des Themas sollte anhand dieser Ziele eine Gliederungerarbeitet werden. „Je mehr Material man sammelt, desto häufiger muss man überprüfen, ob das neue Material noch mit denZielen übereinstimmt“, rät Eiche.Auch wenn man den Vortrag schon vor dem Spiegel geübt hat,kommt trotzdem das Lampenfieber. Aus Sicht von Julia Sasse istdas gut so: „Aufgeregt ist jeder, und etwas Lampenfieber ist sogar notwendig, da es uns wach und aufmerksam macht.“ Wennes allerdings zu viel wird, empfiehlt Christiane Eiche vom CareerCenter eine kurze Erdungsübung: „Wurzele dich mit den Füßenin die Erde und verbinde dich mit einem Faden vom Kopf in denHimmel, sodass eine innere Aufrichtung entsteht.“ Mit dieserHaltung sollte man eine positive Einstellung kombinieren. „Dukannst das“ und „Es ist nicht schlimm, einen Fehler zu machen“kann man sich ruhig auch mal selbst sagen.Merke: Jede und jeder kann gut präsentieren – man mussnur authentisch bleiben.Und los geht‘s: die PräsentationBeide Beine stabil auf dem Boden, Schultern weg von den Ohren – und trotzdem zittert die Stimme. Da empfiehlt Julia Sassevon der ZSPB: „Ruhig atmen, einfach weitersprechen und sichnicht auf das Zittern konzentrieren. Je weniger man es beachtet, desto schneller hört es auf.“Beratungs- und Coachingangebote zumThema „Präsentieren“Career Center: Workshops zu verschiedenen Themen, z. B.„Präsent präsentieren“ oder „Präsentation mit Medieneinsatz“. entrale Studienberatung und Psychologische Beratung:Workshops und Coachings, u. a. zu freiem Sprechen.Programm: www.uni-hamburg.de/wocWeitere Angebote gibt es zudem in den Fachbereichensowie beim Universitätskolleg.

1019NEUNZEHNCampus & CoC AMPUS -UMFPerformance oder Blamage?11R AG EVon bewundernden Blicken bis zu mitleidigem Kopfschütteln sind viele Reaktionendenkbar. Welche Erfahrungen hast du bei Präsentationen gemacht? Interviews: Louisa KopfToll, ein anderer macht’sVor der Präsentation steht oft die Gruppenarbeit. Während die Verantwortlichen inden Personalabteilungen der Unternehmen nach Attributen wie „teamfähig“ lechzen,ist der Weg zu dieser Fähigkeit für Studierende nicht selten eine Nervenprobe. Die19NEUNZEHN-Redaktion hat die gängigsten Gruppenarbeitstypen zusammengestellt,die einem das Losglück zuteilwerden lassen kann. Texte: Anna Maria PriebeDas LeittierEs gilt das Motto: Bitte folgen Sie dem dicken Ordner, denn hierwerden die Aufgaben verteilt. Das Leittier übernimmt direkt dieKontrolle des Geschehens und duldet generell wenig Widerspruch. Weil er oder sie sowieso alles am besten kann, werdendie Hauptaufgaben grundsätzlich bei dieser Person gebündelt.Kleinere Happen gehen an ausgewählte andere Mitglieder,wobei jede und jeder entsprechend der Fähigkeiten eingesetztwird. Die Bewertung obliegt dem Leittier. Gefährlich, wenn essich um eine Unterform des Asses (siehe Das Ass) handelt odersich gleich zwei Personen dieses Typs in einer Gruppe befinden.Die Skeptikerin bzw. der SkeptikerWenn sich nach drei Stunden Diskussion alle Blicke auf einePerson richten, dann gelten sie meist dem Skeptiker bzw.der Skeptikerin. Er oder sie ist bekannt dafür, jeden mühsamerkämpften Konsens über Gliederung und Schwerpunkte miteinem „Hm, ja, also ich bin mir jetzt nicht so sicher, aber “ insWanken zu bringen. Möchte dann doch lieber noch mal über dieerste Seminarstunde reden, wo der Prof doch gesagt hatte, dassdas Fach im Ganzen und das Thema im Besonderen Kommt sogut wie nie in Personalunion mit der Stimmungskanone vor.Das OrganisationswunderOft in Personalunion mit dem Leittier auftretend, ist das Organisationswunder direkt beim ersten Treffen in seinem Elementund überrennt die anderen Gruppenmitglieder, die geradeerst ihren Stuhl ran gerückt haben, mit einem ausgeklügeltenZeitplan: „Am besten richte ich gleich mal eine Facebook-Gruppe ein. Ihr habt doch alle WhatsApp, oder?“ Nachdem auch dieDropbox steht, haben die anderen Mitglieder schon die ersteDoodle-Umfrage im Postfach – versendet über den neuen Mailverteiler. Scheitert nur am Phantom (siehe Das Phantom).Das AssEr oder sie kommt in verschiedenen Formen vor und trägtin den seltensten Fällen Fundamentales zum Gelingen derArbeit bei. Mit dem Selbstverständnis eines Experten bzw.einer Expertin wird das Offensichtliche konstatiert („Wenn esregnet, wird es nass. Außer man hat ’nen Schirm“). Das Besorgen des Schirms – um im Bild zu bleiben – wird aber geschicktabgewiegelt oder mit strategisch eingesetzter Bauchpinselei(„Du bist da ja echt im Stoff und du kannst dich so gut ausdrücken. Du solltest das machen.“) weitergegeben. Bevorzugtans Organisationswunder.Die Stimmungskanone„Geiles Wetter, wa? Lass ma’ auf dem Kiez treffen!“ Die Stimmungskanone ist themenunabhängig immer voll dabei undbesticht durch schöne Präsentationsideen, die durchaus Elemente wie Verkleidung, Mitmach-Spiele und Gesang enthaltenkönnen. Inhaltliche Beiträge beschränken sich dagegen oft aufein Lachen über lustige Fremdworte oder interessante Wortspiele. Mit der richtigen Beschäftigungstherapie und speziellzugeschnittenen Aufgaben jedoch eine echte Bereicherung.Das PhantomDas geheimnisvollste Gruppenmitglied, da es selten bis niebei Treffen gesehen wird. Der Name wurde bei der Auslosungzwar gezogen, gerüchteweise wurde die Person auch schon imSeminar gesehen, bleibt bei der Referatsvorbereitung allerdingsverschollen. Meldet sich in manchen Unterformen zumindestnoch kurz vor der Präsentation: „Ja, hi. Sorry, bin ziemlich busy.Habt ihr schon Aufgaben verteilt? Soll ich auch was machen?“Gefragt natürlich per Mail. Sabrina, 26, MedienwissenschaftDie richtige Blamage habe ich bisherimmer gekonnt umschifft – auch malmit gespielter Kompetenz. Außerdemgehöre ich zu der Sorte „better safe thansorry“ und bin meist gut vorbereitet. Fallsich meine nur im Kopf vorformuliertenSätze mal vergesse, zeige ich spontannoch einen Filmausschnitt, den man alsMedienwissenschaftler meist parat hat.Danach gibt es immer was zu erzählen.Tobias, 23, MedizinDa ich nie Notizen dabei habe, improvisiere ich meistens. Bei absolut keinerVorbereitung führt das schlimmstenfallszu 30-sekündigen Pausen zwischen denSätzen. Von einer gelungenen Performance kann also keine Rede sein, zumal ichständig rumhampele. Ein Dozent empfahlmir am Ende, ich solle doch mal versuchen, auf zwei Beinen statt auf einem zustehen, das sei wohl stabiler.Dina, 31, Performance StudiesBis jetzt musste ich nur zwei Präsentationen halten, die sehr unterschiedlichwaren. Die eine war ein Standardvortrag,die zweite fand in der Gymnastikhallestatt und war praktisch und körperlich.Das liegt mir sehr. Für’s Gelingen mussten meine Kommilitonen mitmachen, siesollten Geräusche in Bewegungen übersetzen. Dabei wurde gesungen, gelachtund gegrunzt, was das Zeug hielt.Max, 24, BWLAm liebsten präsentiere ich in derGruppe, denn so können Kompetenzengut gebündelt werden. Mein Stil ist dasfreie Vortragen und ich versuche, Ablesen zu vermeiden. Schließlich möchteich zeigen, dass ich das Thema verstanden habe und die Inhalte vermittelnkann. Um mich vorab zu beruhigen, halteich mir vor Augen, wie banal die ganzeSituation im Grunde ist.Laila, 25, JuraWir müssen nie Präsentationen halten,worüber ich froh bin, denn mir reichenmeine mündlichen Prüfungen. Da stehenmir jedoch nur meine schnell angefertigten Notizen zur Verfügung. Im Job werdeich später wohl auch weder PowerPointnoch Prezi benutzen müssen. MancheProfessoren bei uns sind sogar noch so„old-school“ und kommen mit dem Overhead-Projektor in den Hörsaal.Lukas, 23, GeografieIch bin ein Fan von PowerPoint-Präsentationen. Gutes Feedback hat meineGruppe mal bekommen, als wir schonwährend der Vorstellung kleine Fragenzur Wiederholung eingeworfen haben,denn so waren alle von Anfang an eingebunden. Am liebsten präsentiere ichaber alleine und stehe dabei „wie ein Felsin der Brandung“, wie ein Dozent michtatsächlich mal gelobt hat.

12 Campus & CoSlammen biszum AusrastenIm Audimax sitzen und Tränen lachen? Mit PoetrySlam kein Problem! Schon zweimal brachtenFabian Navarro (25) und Marco von Damghan (23)Künstlerinnen und Künstler auf die Bühne – undden Saal zum Toben. Ein Gespräch über Nervosität, geöffnete Seelen und Mainstream.Interview: Anna Lena Bärthel und Anna Maria PriebeDie Stimmung bei den Audimax Slams war gigantisch – auchbei euch als Organisatoren und Moderatoren?MvD: Es gab alles zwischen Anspannung und Euphorie. Wirhatten beim ersten Mal vorher nicht so viele Karten abgesetztund nur etwa 500 Zusagen bei Facebook – bei einem 1.700-Leute-Haus. Die Tage vorher saßen wir beide zu Hause, haben kaumgepennt und hyperventiliert. Letztendlich sind dann zum erstenAudimax Slam mehr als tausend Leute gekommen. Da ist unsnatürlich ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Und jetzt beimzweiten Mal, wo es sogar ausverkauft war: Wahnsinn!DIE REGELNPoetry Slam ist keine Textform, sondern ein Veranstaltungsformat, bei dem Menschen selbstgeschriebeneTexte vortragen. Beim Audimax Slam benotet einespontan gebildete Jury aus dem Publikum die Vorträge. Es dürfen nur eigene Texte gelesen werden, nichtgestattet auf der Bühne sind: übermäßiger Gesang,Requisiten, Kostüme und Haustiere. Nur die Poetinnenund Poeten, die beim Audimax Slam von den Veranstaltern eingeladen werden, dürfen auf der Bühnestehen. Es gibt aber auch kleinere Formate, bei denenjede und jeder mitmachen kann.Wenn ihr zurück überlegt: Was war der beste Moment?MvD: Für mich ist das immer, wenn man die ApplausEichung mit dem Publikum macht und zum Schluss beim ZehnPunkte-Applaus alle ausrasten sollen. Das ist im Audimax echtgrenzwertig, da hat man Gänsehaut, das ist unglaublich. Das isteiner der schönsten Momente.FN: Und so ganz, ganz, ganz kurz bevor es losgeht – das ist auchimmer ein sehr schöner Moment, weil man weiß: Okay, wirhaben jetzt die ganze Arbeit da rein gesteckt, die ganze Zeit undjetzt geht es endlich los!War denn das Publikum beim Audimax Slam anders als beianderen Formaten?FN: Nein, eher nicht. Ich glaube, da bei solchen Veranstaltungenohnehin ein hoher Studentenanteil ist, deckt sich das schonsehr mit anderen Slams. Es war sogar weniger bunt als ich esmir gewünscht hätte. Ich persönlich mag es, wenn das Publikum durchmischt ist, wenn von jung bis alt alles dabei ist.MvD: Ich tippe mal, das ist ein sehr ähnliches Publikum wie bei„Slam the Pony“ oder den „Haus 73“-Slams. Bei meinen Slams inBramfeld ist das Durchschnittsalter sehr viel höher. Mindestenszehn Jahre. Da sitzt halt auch mal eine Gruppe 50-Jähriger, diesich freuen, dass in Bramfeld Kultur stattfindet.Der nächste Termin:23. Januar 2016Audimax, Von-Melle-Park 4Jan Philipp Zymny hat imApril 2015 den zweitenAudimax Slam gewonnen. Ermusste dreimal auf die Bühneund sich im direkten Vergleichmit anderen Slammerinnenund Slammern messen.1319NEUNZEHNFabian Navarro (25), links, studiert im BachelorDeutsche Sprache und Literatur sowie Philosophie an der Uni Hamburg. Der gebürtigeWarsteiner steht schon seit 2008 auf kleinenund großen Slam-Bühnen.Marco von Damghan (23) hat an der UniHamburg ein Semester Jura studiert.Inzwischen ist er Regieassistent im Theaterund von der Slammer- auf die Veranstalterseite gewechselt.FN: Je nach Alter und Metier reagieren die Leute auch andersauf unterschiedliche Sachen in den Texten. Ich habe immer dasGefühl, ein älteres Theaterpublikum reagiert eher auf Hochkultur-Anspielungen. Schüler und Studenten freuen sich überlebensnahe Gegebenheiten.Hattet ihr vorher eine Ahnung, wer gewinnt?FN: Ich finde das Ganze immer unberechenbar. Ich habe manchmal Tendenzen und denke dann: Ja, das kann ich mir vorstellen.Wer gewinnt, hängt zum Beispiel auch vom Startplatz desPoeten ab oder wer im Cup-System (immer zwei Poeten tretengegeneinander an, Anmerkung d. Red.) gegen wen antritt.MvD: Es geht ja auch eigentlich nicht ums Gewinnen beimPoetry Slam; es geht darum, dass Slammer ihre Texte machen,Meinungen äußern und mit ihrer Kunst an Leute herantreten.Wonach habt ihr die Poeten ausgewählt?FN: Ich würde schon sagen, dass wir ein bisschen darauf achten,was für Textarten die Poeten machen. So können wir zumindestsicherstellen, dass ein Abend nicht nur von traurigen oder lustigen Texten dominiert wird.

14 Campus & Co1519NEUNZEHNIn eurer Anmoderation betont ihr, dass das Publikum jedeSlammerin und jeden Slammer wertschätzen soll, weil sie sichauf der Bühne öffnen. Gab es denn mal Probleme?Ausverkauft: Beim Audimax Slam im April 2015 waren alle1.700 Plätze im größten Hörsaal der Uni belegt. Sieben Leuteaus dem Publikum bildeten die Jury.MvD: Nein, aber ich kenn das ja selber als Slammer. Da habeich diese Ansage immer sehr gerne gehört und habe mich dannselber wertgeschätzt gefühlt. Das Publikum muss erst malverstehen, dass die Slammer das freiwillig machen, kaum Gelddafür bekommen und in 90 Prozent der Fälle ihre Seele öffnen.Das ist dann auch einfach eine Sache des Respekts, sich alsZuschauer dementsprechend zu verhalten.FN: Es gibt ja trotzdem negative Erfahrungen. Man merkt, wennein Text nicht ankommt. Wenn du einen Lacher erwartest unddann komplettes Schweigen herrscht, ist das schon sehr deutlich. Das tut genauso weh als würde jemand buhen, vielleichtsogar noch mehr.Und wie ist der Audimax Slam bei den Künstlerinnen undKünstlern angekommen?Gibt es denn auch Leute, die ihre Texte ganz spontan machen?MvD: Sehr wenige. Die große Mehrheit schreibt die Textevorher. Freestyle passiert eher, wenn man keine Texte mehr hatoder man keinen Wert auf den weiteren Verlauf des Abendslegt und sich einfach mal fallen lässt.MvD: Eine häufige Reaktion, die ich mitbekommen habe, war:unglaublich, dass noch ein Slam zu den bestehenden Veranstaltungen im Ernst Deutsch Theater, Thalia Theater, Schauspielhaus oder im Bunker dazukommt. Und der ist dann auch nochausverkauft. Das hat Erstaunen ausgelöst. Hamburg ist einfachdie Slam-Hauptstadt Deutschlands und der Welt.Wann habt ihr eure ersten Texte geschrieben?MvD: 2011, mit Beginn des Studiums. Ich war im „Haus 73“ beimPoetry Slam, da hat mir ein Text sehr imponiert und ich habegedacht: Ja komm, mach ich auch mal. Ich habe vorher eigentlich nie viel geschrieben, aber das war genau meins, und es hatfunktioniert.FN: Ich habe mit dreizehn immer irgendwelche Fantasie-Geschichten geschrieben – mit Orks und Römern und so weiter.Mein Lehrer hat mich mit einer Geschichte sogar auf eineLesung geschickt. Mit 18 Jahren habe ich dann vom Poetry Slamgehört, Ende 2008 den ersten Slam-Text geschrieben und michdann immer wieder auf Bühnen gestellt.Schadet diese gestiegene Aufmerksamkeit dem Poetry Slam?Mainstream statt Nische macht auch einiges kaputt, oder?FN: Es gibt den Vorwurf. Gerade im Feuilleton liest man immerwieder, Slam habe ja keine Programmatik, sei beliebig undnicht ernst zu nehmen. Aber: Poetry Slam ist ein Veranstaltungsformat und keine literarische Gattung. Welche Texte dieLeute machen und was erfolgreich ist, hängt davon ab, wasbeim Publikum ankommt. Aber es gibt auch weiterhin kleineBühnen, auf denen Leute mit den unterschiedlichsten Interessen Sachen ausprobieren, die nicht Mainstream sind. WeilPoetry Slam so erfolgreich ist, sind die Möglichkeiten sogarnoch mehr geworden.Wo kam dann die Idee für den Audimax Slam her?FN: 2011 habe ich angefangen, an der Uni Hamburg zu studieren. Vorher hat mich ein Kumpel mal über den Campus geführt,und als ich dann das Audimax gesehen habe, dachte ich: ‚Okay.Das ist sehr groß. Ich möchte hier gerne mal einen Poetry Slammachen.‘ Ich kannte das Format vom Hörsaal-Slam und fanddas Konzept ganz cool. Die Idee ist dann erstmal versandet,kam aber vor zwei Jahren wieder auf. Ich habe dann „Kampf derKünste“ – den größten Slamveranstalter in Hamburg – gefragt,ob die nicht Lust haben, das mit uns aufzuziehen.Kommen nach Veranstaltungen ab und an Leute aus dem Publikum auf euch zu, die auch Lust bekommen haben, zu slammen?MvD: Ja, das ist eins der besten Dinge: Inspiration für andereLeute zu sein, sodass sie anfangen, selbst kreativ zu werden.FN: Ich bin mal in Paderborn aufgetreten, und danach kam eineFrau zu mir und meinte: ‚Hey, ich habe dich vor zwei Jahren aufeiner Bühne gesehen und deswegen angefangen zu schreiben.‘So etwas zu hören, ist immer ein tolles Gefühl.Die KION Information Management Services GmbH (KIM)ist eine 100%Tochtergesellschaft der KION Group AG mitSitz in Wiesbaden. Die KIM hat Mitarbeiter an den Standorten Hamburg, Aschaffenburg, Reutlingen und Wiesbadenund erbringt als Teil des konzerninternen DienstleistersKION Group IT global IT-Serviceleistungen für alle Gesellschaften der KION Group. Die KION Group ist mit denProdukten (Gabelstapler und Lagertechnik), Dienstleistungen und Lösungen ihrer sieben Marken - Linde, STILL,Fenwick, OM, Baoli, Voltas und Egemin - weltweit präsent.Wir suchen dich!Die KION Group IT bietet dir . Praktikanten- und Werkstudententätigkeitenin verschiedenen IT-Abteilungen Betreuung von Studien-Abschlussarbeiten auf Anfrage Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in –Fachrichtung Systeminteg

* Die Powerbank (mobiles Akku-Ladegerät für Smartphones) gibt es als Willkommensgeschenk in allen Haspa Filialen. . Meine Bank heißt Haspa. . Oh, der runzelt die Stirn, mein Vortrag ist schlecht.“ Es könne aber auc