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Wartung 2018Wartung, Inspektion und damitverbundene kleine Instandsetzungsarbeiten von technischen Anlagenund Einrichtungen in öffentlichenGebäudenBroschüre Nr. 142Stand: Oktober 2021AMEVArbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen

Wartung, Inspektionund damit verbundenekleine Instandsetzungsarbeitenvon technischen Anlagen und Einrichtungenin öffentlichen Gebäuden(Wartung 2018)lfd. Nr.: 142Aufgestellt und herausgegeben vom ArbeitskreisMaschinen- und Elektrotechnik staatlicherund kommunaler Verwaltungen (AMEV)Berlin 2018Geschäftsstelle des AMEVim Bundesministeriumdes Innern, für Bau und Heimat (BMI) Referat B I 3Krausenstraße 17, 10117 BerlinTelefon:(030) 18 - 305-7136Computerfax: (030) 18-10-305-7136E-Mail: [email protected] Inhalt dieser Broschüre darf für eigene Zwecke vervielfältigt werden. Eine Verwendung innicht vom AMEV herausgegebenen Medien wie z.B. Fachartikeln oder kostenpflichtigen Veröffentlichungen ist vor der Veröffentlichung mit der AMEV-Geschäftsstelle zu vereinbaren.Informationen über Neuerscheinungen erhalten Sie unter http://www.amev-online.deoder bei der AMEV-Geschäftsstelle

Vorwort. 5Teil A - Allgemeine Hinweise . 61.Allgemeine Hinweise zu den Vertragsmustern . 61.1.1.2.1.3.1.4.1.5.Begriffe . 6Anwendungsbereich . 7Informationsaustausch . 7Entsorgung . 8Haftpflichtversicherung. 82.Allgemeine Hinweise zu den Bestandslisten und Arbeitskarten . 83.4.Allgemeine Hinweise zur Vergabe der Leistungen . 10Allgemeine Hinweise zur Entscheidungsfindung für die Wartung . 135.Anlage zum Teil A – Entscheidungshilfe Wartung . 15Teil B – Vertragsmuster Wartung und Inspektion . 32Vertrag für Wartung und Inspektion . 321.2.3.4.5.6.7.8.9.10.11.12.Gegenstand des Vertrages .33Leistungen des Auftragnehmers .33Pflichten des Auftragnehmers .34Ausführung der Leistung .35Vergütung .36Mängelansprüche .39Haftung .39Vertragslaufzeit, Kündigung und Leistungsänderungen .39Pflichten des Auftraggebers .41Gerichtsstand.42Schriftform und salvatorische Klausel .42Anhänge zum Vertrag .43Teil C - Vertragsmuster Ergänzungsvertrag Störungsbeseitigung . 441.2.3.4.Gegenstand des Vertrages . 45Leistungen des Auftragnehmers . 45Vergütung . 46Vertragslaufzeit/Kündigung. 48Teil D - Bestandsliste und Arbeitskarten . 43Arbeitskarte für KG 410 Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen . 46Arbeitskarte für KG 420 Wärmeversorgungsanlagen . 64Arbeitskarte für KG 430 Lufttechnische Anlagen (ohne Kälteanlagen) . 74Arbeitskarte für KG 434 Kälteanlagen . 87Arbeitskarte für KG 441 Hoch- und Mittelspannungsanlagen . 94Arbeitskarte für KG 442 Eigenstromversorgungsanlagen . 96Arbeitskarte für KG 442 PV-Anlagen, Variante 1 . 100Wartung 2018Inhaltsverzeichnis

Arbeitskarte für KG 442 PV-Anlagen, Variante 2 . 103Arbeitskarte für KG 443 Niederspannungsschaltanlagen. 106Arbeitskarte für KG 445 Beleuchtungsanlagen . 108Arbeitskarte für KG 473 Druckluftversorgungsanlagen . 110Arbeitskarte für KG 480 Gebäudeautomation / MSR-Anlagen . 112Musterarbeitskarte ohne Eintragungen . 118Teil E – Angebotsaufforderung und Anhang Mustertext E-Rechnung . 120Teil F – Hinweise auf Normen, Richtlinien und Empfehlungen . 122MitarbeiterWartung 2018. 137Inhaltsverzeichnis

VorwortDer AMEV hat das Vertragsmuster Wartung den Anforderungen der elektronischenVergabe angepasst und in diesem Zusammenhang auch kleinere, vorwiegend redaktionelle Änderungen an der AMEV-Empfehlung vorgenommen.Zur Klarstellung des Grades der Wartungsbedürftigkeit von Sicherheitsarmaturen derTrinkwasserversorgung werden diese im Anhang zum Teil A – EntscheidungshilfeWartung, tabellarische Übersicht, KG 412 – unter Kategorie 2 gesondert erwähnt.Die Vertragstexte der Teile B und C stehen nunmehr als programmierte Formulare imFormat MS Word 97, die Arbeitskarten-Muster weiterhin als editierbare Datei zur Verfügung.Die Angebotsaufforderung im Teil E ist mit dem Muster 242 des Vergabehandbuchsdes Bundes harmonisiert. Hinsichtlich der Vereinbarung der Vergütung der Instandsetzungsarbeiten nach Ziff. 2.2. des Vertragsmusters wird die eng gefasste 25- -Regelung aufgeweitet.Verbesserungsvorschläge zur vorliegenden AMEV Empfehlung können der AMEV Geschäftsstelle zugeleitet werden. Bei Bedarf werden aktuelle Informationen auf derAMEV- Homepage veröffentlicht (siehe www.amev-online.de/aktuelles).Torsten WenischJan HartwigVorsitzender des AMEVObmannWartung 2018Vorwort5

Teil A - Allgemeine Hinweise1. Allgemeine Hinweise zu den Vertragsmustern0B1.1.Begriffe5BWartungMaßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrates. Die Maßnahmen zur Wartung können insbesondere beinhalten:-Erstellung eines verbindlichen Wartungsplans-Vorbereitung der Wartung einschl. erforderlicher Schutzmaßnahmen-Durchführung der Wartung (z.B. Nachstellen, Auswechseln und Ersetzenvon Betriebsstoffen / Verbrauchsmitteln, Ergänzen, Schmieren, Konservieren, Reinigen soweit Es werden auch die im Zusammenhang mit der Wartung erforderlichen Prüfungen oder Messungen vorgenommen.InspektionMaßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes einer Einheiteinschließlich der Bestimmung der Ursachen der Abnutzung und dem Ableitender notwendigen Konsequenzen für eine künftige Nutzung. Die Maßnahmen zurInspektion können insbesondere beinhalten:Wartung 2018-Erstellung eines verbindlichen Inspektionsplans-Vorbereitung der Inspektion einschl. erforderliche Schutzmaßnahmen-Durchführung der Inspektion, vorwiegend die Ermittlung bestimmter Merkmalswerte durch Prüfen, Messen, Kontrollieren-Vorlage und Auswertung der Ergebnisses-Fehleranalyse-Planung im Sinne des Aufzeigens und Bewertens alternativer Lösungen unter Berücksichtigung betrieblicher und außerbetrieblicher Forderungen-RückmeldungTeil A – Allgemeine Hinweise6

InstandsetzungPhysische Maßnahme, die ausgeführt wird, um die Funktion einer fehlerhaftenEinheit wiederherzustellen. Die Maßnahmen der Instandsetzung können insbesondere ng-Vorbereitung der Instandsetzung inkl. vorbereitender Maßnahmen-Durchführung (z.B. Ausbessern, Austauschen)-Funktionsprüfung und Abnahme der Instandsetzung-Auswertung und DokumentationEs werden auch die im Zusammenhang mit der Instandsetzung erforderlichenPrüfungen oder Messungen vorgenommen.1.2.Anwendungsbereich6BDas Vertragsmuster Wartung und Inspektion ist anzuwenden für Wartungs-, Inspektions- und damit verbundene kleine Instandsetzungsleistungen an Anlagender Technischen Gebäudeausrüstung.Es ist nicht zu verwenden für-Instandhaltungsverträge entsprechend AMEV-Empfehlung "Instandhaltung2014" (gemeinsame Beauftragung von Wartung und Inspektion und Instandsetzung).-Telekommunikations-, Gefahrenmelde- sowie Aufzugsanlagen. Hierfür stehen die AMEV- Empfehlungen „TK- Service 2010“, „Instand GMA 2012“ und„Aufzug-Service 2010“ zur Verfügung (s. hierzu auch S. 15 f.).-Hygienische, energetische bzw. technologische Untersuchungen und Konzeptionen sowie Verbesserungen-Hygieneinspektionen nach VDI 6022. Diese sind gesondert zu beauftragen.Das Vertragsmuster Wartung und Inspektion - Teil B der Empfehlung - enthälteine Verpflichtung zur Störungsbeseitigung. Für weitergehende Vereinbarungenzur Störungsbeseitigung steht das Ergänzungsvertragsmuster Störungsbeseitigung – Teil C der Empfehlung - zur Verfügung.1.3.Informationsaustausch7BIn geeigneten Fällen können an die mit der Wartung beauftragten Firmen zurVereinfachung und Beschleunigung der Abläufe Informationen, Betriebsdatenund Ereignisse direkt (bzw. parallel) übertragen werden. In diesen Fällen sindWartung 2018Teil A – Allgemeine Hinweise7

vom Auftraggeber und Auftragnehmer entsprechend interoperable Übertragungseinrichtungen vorzuhalten.1.4.Entsorgung8BVor Abschluss eines Wartungsvertrages sollte geprüft werden, ob Materialienund Hilfsstoffe vorhanden sind, die über gefährliche Eigenschaften verfügen undals Sonderabfall entsorgt werden müssen. In diesen Fällen ist die Entsorgunggesondert zu regeln, insbesondere auch unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen für gefährliche Abfälle.Dagegen sind Materialien und Hilfsstoffe, die der Auftragnehmer im Zusammenhang mit den Wartungsarbeiten zu ersetzen hat, im Rahmen der Vertragsleistungen den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend zu entsorgen.1.5.Haftpflichtversicherung9BDer Auftragnehmer hat eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, die Sachsowie Vermögens- und Personenschäden abdeckt. Nach der Rechtsprechunghat der Auftraggeber nachzuweisen, dass der Auftragnehmer den Schadenschuldhaft verursacht hat. Der Auftragnehmer haftet nicht, wenn er nachweist,dass er den Schaden nicht schuldhaft herbeigeführt hat.Als Grenze dürfte bei Vermögensschäden 250.000,- je Schadensfall typischsein. Eine übliche Deckungssumme der Versicherer sieht für Sachschäden mindestens 1.000.000,- , für Vermögensschäden mindestens 100.000,- und fürPersonenschäden mindestens 2.000.000,- vor.2. Allgemeine Hinweise zu den Bestandslisten und Arbeitskarten1B2.1In den Bestandslisten sind Art, Standort, Ausdehnung, Baujahr und technischeDaten der technischen Anlage/n und Einrichtung/en so genau und umfassendanzugeben, dass der Leistungsgegenstand und die umfassenden Anlagenteileeindeutig beurteilt werden kann.2.2Für häufig vorkommende Anlagen, die regelmäßig (periodisch) oder bei Bedarfzu warten und/oder zu inspizieren sind, wurden Arbeitskarten mit Muster-Leistungskatalogen entwickelt. Diese Karten sind auch anwendbar, wenn Leistungen durch betreiber- oder nutzereigenes Personal erbracht werden sollen. Esist abzuklären und zu dokumentieren, ob die konkrete Leistung in Eigenregieoder im Wege der Fremdvergabe durchgeführt wird.Wartung 2018Teil A – Allgemeine Hinweise8

2.3Die Bezifferung der Bestandslisten sowie Arbeitskarten erfolgt entsprechendder DIN 276.2.4Die anlagenbezogenen Mess-, Steuer- und Regelanlagen (MSR-Anlagen) sindGewerke übergreifend überwiegend in der Arbeitskarte 480 - Gebäudeautomation aufgeführt (zu Besonderheiten s. auch Abschnitt 5, insbesondere 15f). Inder Kältetechnik sind MSR- einschließlich Sicherheitseinrichtungen integralerBestandteil der Kältemaschinen.2.5Die Arbeitskarten stützen sich zum Teil auf VDMA-Einheitsblättern 24186 Teil1 bis 7 sowie den VDI-Richtlinien 6022 Blatt 1und 2047 Blatt 2.2.6Die Arbeitskarten sollen die zu erbringenden Wartungs- und Inspektions-leistungen im Sinne eines Leistungskatalogs eindeutig und erschöpfend beschreiben. Wenn die Inspektionsleistungen anderweitig fachkundig erledigt werdenkönnen (z. B. in Eigenleistung) bzw. erledigt werden müssen, sind lediglich dieregelmäßig erforderlichen Wartungsleistungen zu beauftragen.2.7Unter „Prüfen“ wird grundsätzlich eine Sicht-, einschließlich Funktionskontrolle, verstanden, sofern nicht Abweichendes im Vertrag vermerkt ist.2.8Unter „Reinigen“ ist eine zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit bzw. Funktionserfüllung notwendige Reinigung zu verstehen.2.9Unter „Messen“ wird verstanden:1. Kontrolle, ob ein Grenzwert eingehalten wird.Das Ergebnis (positiv/negativ) ist zu dokumentieren.2. Feststellen eines bestimmten Betriebszustandes der Anlage.Der gemessene Wert ist zu dokumentieren.In beiden Fällen muss ein außerhalb des tolerierbaren Bereiches liegendes Ergebnis Veranlassung für eine weitere Aktivität (Wartung, Instandsetzung) sein.2.10Wartung 2018Die in den Arbeitskarten ausgewiesenen Fristen gelten grundsätzlich als Orientierungswerte. Die objektspezifischen Fristen sind vom Auftraggeber, gegebenenfalls vom Bieter im Rahmen der Ausschreibung festzulegen, in Abhängigkeit insbesondere-der sicherheitstechnischen und hygienischen Anforderungen-der Vorgaben/Empfehlungen einschlägiger Vorschriften bzw. Richtlinienund von HerstellernTeil A – Allgemeine Hinweise9

-des unterschiedlichen Verschleißes der Anlagenteile-der notwendigen Mindestverfügbarkeit der Anlage-der örtlichen Betriebsbedingungen (z.B. Personal, Immissionen, Betriebsdauer)-der Zugänglichkeit der Anlage unter Beachtung der datenschutzrechtlichenBelangeDie Ausführungsfristen sollen nach einer mehrjährigen Betriebsdauer anhandder gesammelten Erfahrungen (z.B. Nutzungsintensität, Störanfälligkeit)überprüft und dem Bedarf angepasst werden.2.11Unabhängig von den vertraglich gebundenen Leistungen sind durch den Betreiber bzw. Nutzer im Allgemeinen Sicht- und Funktionskontrollen, z. B. imRahmen regelmäßig durchzuführender Begehungen, sicherzustellen. Auf dieerforderliche Fachkunde wird hingewiesen.2.12Auch Arbeitskarten unterschiedlicher Gewerke können Bestandteil eines Vertrages werden.2.13Die Arbeitskarten enthalten für Wartungs- und Inspektionsleistungen erforderliche Sach- und Arbeitsaufwendungen. Dagegen sind jene Aufwendungen fürdie aufgrund öffentlich-rechtlicher Bestimmungen wie Landesbauordnung, Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, Bundes-Immissionsschutzgesetz, Arbeitsstättenverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, Unfallverhütungsvorschriften usw., aber auch ordnungsrechtlicher Auflagen durchzuführenden Prüfungen (z.B. an elektrischen Anlagen, Gasleitungen) einschließlich deren Vorbereitung und Unterstützung grundsätzlich nicht Bestandteil der Arbeitskartenund des Vertragsmusters für Wartung und Inspektion.Bezüglich der hygienischen Anforderungen wird in diesem Zusammenhanginsbesondere auf die Richtlinien VDI 6022, 2047 und VDI/DVWG 6023 sowieauf die erforderliche Schulung der für Wartung und Inspektion eingesetztenPersonen verwiesen.3. Allgemeine Hinweise zur Vergabe der Leistungen2B3.1Hinsichtlich der Vergabe von Wartungsleistungen sind grundsätzlich zwei Fällezu unterscheiden:a) gemeinsame Ausschreibung von Anlagenerrichtung und Anlagenwartungb) separate Ausschreibung der AnlagenwartungWartung 2018Teil A – Allgemeine Hinweise10

Die Verfahrensweise des Falles a) ist im Vergabe- und Vertragshandbuch desBundes (VHB), Richtlinie 112, geregelt.3.2Der Vordruck Angebotsaufforderung (Teil E der Empfehlung) ist für den Fall b)bestimmt und dient dazu, dem Bieter mitzuteilen, welche Angaben von ihm verlangt werden.Im Fall a) ist das Formblatt 242 des VHB zu verwenden3.3Bei der Vergabe der Leistungen ist im Fall b) der Gesamtauftragswert der Wartungsleistungen unter Berücksichtigung der geplanten Laufzeit des Wartungsvertrages zu ermitteln.Im Fall a) bestimmt sich der Gesamtauftragswert aus der Summe aus den Kosten für die Anlagenerrichtung (Baukosten) und den Koste für die vertraglich vereinbarte Wartung.3.4Um einen Wettbewerb zu gewährleisten, sind bei Vergabe von Wartungsverträgen für bestehende Anlagen den Bietern einheitliche Ausschreibungsunterlagen (Arbeitskarten) zur Verfügung zu stellen und deren Änderungen nicht zuzulassen.3.5Bei neu zu errichtenden und als wartungsbedürftig einzuschätzenden Anlagenempfiehlt es sich zunächst, eine Vertragslaufzeit in Übereinstimmung mit derDauer der Frist der Verjährung des Mängelbeseitigungsanspruches zu vereinbaren. In den Fällen des § 13 Abs. 4 Nr. 2 VOB/B kann ansonsten eine Verkürzung der Verjährung des Mangelbeseitigungsanspruches auf zwei Jahre nichtvermieden werden.Bei Bestandsanlagen sind verschiedene Faktoren für die Vertragsdauer maßgebend, beispielsweiseWartung 2018-Wartungshäufigkeit, Wartungsaufwand, Wartungskosten (ggf. genügen Einzelbeauftragungen für Wartungsleistungen)-Art und Weise der Bedienung / Betreibung der Anlagen (eigenes Fachpersonal, Dienstleister)-Marktlage und Marktentwicklung (Preisentwicklung, Konkurse, Fusionenusw.)-Anforderungen an die Verfügbarkeit der AnlageTeil A – Allgemeine Hinweise11

3.6Wartung 2018Sofern ein Wartungsvertrag über die Dauer der Frist der Verjährung des Mängelbeseitigungsanspruchs hinaus abgeschlossen werden soll, empfiehlt sicheine Vertragslaufzeit zwischen 2 und 5 Jahren.Teil A – Allgemeine Hinweise12

4. Allgemeine Hinweise zur Entscheidungsfindung für die Wartung3BEine Anlage bzw. Einrichtung ist grundsätzlich dann als wartungsbedürftig einzuschätzen, wenn zu erwarten ist, dass vor Ablauf der Nutzungsdauer ohnezwischenzeitliche Ausführung verzögernder Maßnahmen (Wartung) der vorhandene Abnutzungsvorrat (hervorgerufen durch chemische und/oder physikalische Vorgänge, wie Reibung, Korrosion, Ermüdung, Alterung, Kavitation) aufgebraucht wird.Wartungsmaßnahmen sind unter Beachtung bestehender Vorgaben, wie Herstellerangaben oder Angaben in Regel- und Richtlinienwerken, entweder innerhalb bestimmter Fristen, Laufzeiten oder Zyklen bzw. auf Grund von Erkenntnissen über den Zustand (z. B. Zustandsanzeigen) oder in Abhängigkeit desErgebnisses durchgeführter Inspektionsmaßnahmen zu planen und durchzuführen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Inspektionen auch fürso genannte wartungsfreie technische Anlagen vorgeschrieben bzw. empfehlenswert sein können.Die Abstände erforderlicher Inspektions- und Wartungsmaßnahmen zueinander verringern sich in der Regel mit zunehmenden Verfügbarkeitsanforderungen an die Anlagen und Einrichtungen.4.1Die nachfolgende Tabelle dient als Orientierungshilfe und definiert für technische Anlagen und Anlagenteile drei unterschiedliche Prioritäten für die Beurteilung- der Wartungsbedürftigkeit- des Einflusses der Wartung auf die Sicherheit sowie Funktionsfähigkeit- der Notwendigkeit des Abschlusses eines Wartungsvertrages.Bei der vom Betreiber der Anlage zu treffenden Entscheidung sind neben denangeführten Kriterien auch die Größe, Komplexität und eventuellen Besonderheiten der Anlagen sowie die örtlichen Bedingungen des Anlagenbetriebes undder Gebäudenutzung (Normal- oder Spezialnutzung) zu berücksichtigen. Diebauverwaltende Stelle wirkt bei der Entscheidungsfindung für neu zu errichtende Anlagen entsprechend den Vergabevorschriften mit.Einen detaillierten, nach Kostengruppen geordneten Überblick über die für eineWartung in Frage kommenden Anlagen befindet sich in der Anlage zum Teil A– Entscheidungshilfe Wartung.Wartung 2018Teil A – Allgemeine Hinweise13

PrioritätSpezifizierung1Wartungsvertrag notwendigDas Anlagenteil ist in regelmäßigen Abständen zu warten.Die Wartung hat erheblichen Einfluss auf die Sicherheit und Funktionsfähigkeit.Die Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Anlagenteiles ist zur Vermeidung vonPersonen- oder Umweltgefährdungen, oder erheblichen wirtschaftlichen Verlusten erforderlich.Eine zulässige Ausnahme von der Wartung mittels Wartungsvertrag bildet dieWartung durch Fachpersonal des Betreibers.2Wartungsvertrag empfohlenDas Anlagenteil ist in regelmäßigen Abständen zu warten.Die Wartung hat Einfluss auf die Sicherheit und Funktionsfähigkeit.Die Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Anlagenteiles ist zur Vermeidung vonwirtschaftlichen Verlusten erforderlich.Es ist fallbezogen zwischen der Wartung mittels Wartungsvertrag oder durch Eigenwartung zu entscheiden.3Wartungsvertrag nicht empfohlenDas Anlagenteil ist wartungsarm oder wartungsfrei 1.0FDer Abschluss eines Wartungsvertrages ist aufgrund des geringen Leistungsumfanges oder langen Wartungsintervalls unwirtschaftlich.Die Wartung erfolgt - soweit erforderlich - durch Eigenwartung oder mittels Einzelauftrag.1Es wird hier davon ausgegangen, dass die erforderlichen Inspektionsleistungen aus betriebswirtschaftli-chen Gründen grundsätzlich durch Fachpersonal des Betreibers oder mittels Einzelauftrag erbracht werdensollten und daher ein Wartungsvertrag nicht erforderlich ist.Wartung 2018Teil A – Allgemeine Hinweise14

5. Anlage zum Teil A – Entscheidungshilfe Wartung4BDie Entscheidungshilfe Wartung ist entsprechend der DIN 276:2008-12 gegliedert und gibteinen Überblick über die Wartungsbedürftigkeit von Anlagen. Sie ist als Empfehlung in Bezug auf die Prioritätensetzung gedacht und ersetzt die notwendige Einzelfallprüfung nicht.Änderungen in der Prioritätenzuordnung können sich beispielsweise durch ordnungsrechtliche Vorgaben und Ergebnisse von Gefährdungsanalysen, aber auch durch Herstellervorgaben oder die gewählte Instandhaltungsstrategie ergeben.Aus Gründen der Vollständigkeit und wegen der grundsätzlichen Bedeutung werden in derTabelle auch technische Anlagen aufgeführt, die nicht in den Anwendungsbereich des Vertragsmusters fallen oder in öffentlichen Gebäuden nur selten eingesetzt werden. Die Tabellegilt nur für Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrates(Wartung) und nicht für Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes (Inspektion).In Bezug auf Anlagen der KG 450 und 480 sind pauschale Aussagen zur Wartungsbedürftigkeit, wie etwa bei anderen Kostengruppen, nicht möglich. Es muss immer derEinzelfall betrachtet werden, insbesondere unter normativen und Verfügbarkeitsanforderungen. Zu den Entscheidungskriterien werden im folgenden Hinweise gegeben.Bei einigen, nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften geforderten Gefahrenmeldeanlagen, istdie Instandhaltung nach festgelegten Zyklen und Reaktionszeiten gesetzlich vorgeschrieben. Es handelt sich dabei häufig um Gefahrenmeldeanlagen (z. B. KG 456 – Brandmelde, Überfall- und Einbruchmeldeanlagen), an die zum Schutz von Leben und Gesundheit besondere Anforderungen gestellt werden. Bei diesen Anlagen, die oft unauffällig und „im Hintergrund“ laufen (z. B. Brandmeldeanlagen, Notrufanlagen für Behinderten-WC) sind Maßnahmen zu einer regelmäßigen Inspektion besonders wichtig. Nur so können Abweichungen in den zulässigen Toleranzen frühzeitig erkannt und Teil- oder Totalausfälle vermiedenoder frühzeitig bemerkt werden.Auch wenn unter den einzelnen Kostengruppen Anlagen mit unterschiedlichem Bedarf subsumiert werden, ist beispielsweise bei KG 452 eine Schwesternrufanlage in einem Krankenhaus anders zu beurteilen sein, als eine Aufrufanlage in einem Arbeitsamt. Insofern sindEinzelfallbetrachtungen unumgänglich.Das AMEV-Vertragsmuster Instand GMA 2012 hat mehrere Teile, die teils spezifisch undteils universell verwendet werden können. Es bietet die Option (ausgenommen BMA undEMA) den Teil Instandsetzung nur auf „besonderen Auftrag“ hin abzuschließen. Kosten fürden Betreiber fallen dann nur an, wenn tatsächlich Instandhaltungsarbeiten durchzuführensind. Der Vorteil des Vertrages liegt darin, dass die Reaktionszeiten und die ggf. zu vergütenden Kosten geregelt sind.Durch den modularen Aufbau des Vertragsmusters Instand GMA 2012 ist es auch möglichz. B. Inspektion zu festen Terminen, Wartung nicht und Instandsetzung nur bei Bedarf aufWartung 2018Teil A - Anlage - Entscheidungshilfe Wartung15

besonderen Auftrag zu vereinbaren. So wird ein hohes Maß an Betriebssicherheit, bei geringen laufenden Kosten, sichergestellt.Für Anlagen der KG 480 existiert derzeit kein spezielles Vertragsmuster, das den Besonderheiten dieser Anlagen, insbesondere denen komplexer Gebäudeautomationen, gerechtwird. Für MSR-Komponenten, die substantieller bzw. funktioneller Bestandteil gebäudetechnischer Anlagen sind und im Zusammenhang mit diesen instand gehalten werden sollen,kann in der Regel das Vertragsmuster Wartung 2014 mit der Arbeitskarte 480 verwendetwerden.Ansonsten hat sich das Vertragsmuster Instand GMA 2012 – Sonstige in mehreren Fällenals geeignet für komplexe Anlagen der Gebäudeautomation erwiesen. Gegebenenfalls sollten unter Besondere Vereinbarungen und/oder Systembetreuung die besonderen Anforderungen an die Softwarepflege bei derartigen Anlagen berücksichtigt werden. Zur Entscheidungsfindung, ob und gegebenenfalls welche Instandhaltungs- und Serviceleistungen zyklisch wiederkehrend erforderlich sein können, sollten die VDI 3814 Blatt 3 zu Rate gezogenwerden.480480Wartung 2018Wartung 2014EVB-IT ServiceTelekommunikationsanlagenSuch- und SignalanlagenUhrenanlagenElektroakustische AnlagenFernseh- und tze - passiv- aktivGebäudeleittechnikMSR-Komponenten von technischenAnlagenTK Service 2011451452453454455456457Instand GMA 2012SonstigeLeistungInstand GMA 2012BMAKGInstand GMA 2012EMA/ÜMAIn Zusammenfassung des Vorgenannten kommen im Zusammenhang mit der Instandhaltung bei den einzelnen Kostengruppen 450 und 480 bei Erfordernis des Vertragsabschlusses folgende Vertragsmuster in Frage:XXXXXXTeil A - Anlage - Entscheidungshilfe WartungXXXXXX16

KG300BezeichnungWartungsvertrag: 1 - notwendig, 2 - empfohlen, 3 - nicht empfohlenPriorität1 2 3330 Außenwände334 Außentüren und FensterTüren, Tore und Fenster (mechanisch)Türen, Tore und Fenster (kraftbetrieben)Lüftungselemente in Türen, Toren und Fenstern (mechanisch)Lüftungselemente in Türen, Toren und Fenstern (kraftbetrieben)XXXX338 SonnenschutzRollläden, Markisen, Jalousien (mechanisch)Rollläden, Markisen, Jalousien (kraftbetrieben)XX340 Innenwände344 Innentüren und FensterTüren, Tore und Fenster (mechanisch)Türen, Tore und Fenster (kraftbetrieben)Lüftungselemente in Türen, Toren und Fenstern (mechanisch)Lüftungselemente in Türen, Toren und Fenstern (kraftbetrieben)349 Innenwände, sonstigesRollläden, Markisen, Jalousien (mechanisch)Rollläden, Markisen, Jalousien (kraftbetrieben)XXXXXX350 Decken359 Decken, sonstigesAbdeckungen, Schachtdeckel (mechanisch)Abdeckungen, Schachtdeckel (kraftbetrieben)Roste, Geländer, Stoßabweiser, Handläufe, Leitern, EinschubtreppenXXX360 Dächer362 Dachfenster, DachöffnungenFenster, Ausstiege (mechanisch)Fenster, Ausstiege (kraftbetrieben)Lüftungselemente in Dächern (mechanisch)Lüftungselemente in Dächern (kraftbetrieben)XXXX369 Dächer, sonstigesGeländer, Laufbohlen, Schutzgitter, Schneefänge, DachleiternRollläden, Markisen, Jalousien (mechanisch)Rollläden, Markisen, Jalousien (kraftbetrieben)XXX370 Baukonstruktive Einbauten**RollregaleVorhänge (z.B. Bühnenvorhänge, Brandschutzvorhänge)Orientierungs- und Leitsysteme*wissenschaftliche und medizinische Einbauten* sofern Bestandteil von RWA-, GMA- Anlagen, siehe KG 439 bzw. 456** siehe HerstellerangabenWartung 2018Anlage zu Teil A – Entscheidungshilfe WartungKG 300 – Baukonstruktionen17

KG410BezeichnungWartungsvertrag: 1 - notwendig, 2 - empfohlen, 3 - nicht empfohlenPriorität1 2 3410 Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen411 eiderStärkeabscheiderHeizölsperreSchlammfang, itungsanlagenPumpen412 ngsanlage LöschwasserDruckerhöhungsanlage sonstigeFilter, SicherheitseinrichtungenEnthärtungsanlage, Dosieranlage, Wasseraufbereitungsanlagen - Spezialnutzung (Labortechnik, ge, Dosieranlage, Wasseraufbereitungsanlagen - lagenPumpenVentile, Absperrhähne413 GasanlagenGasanlagen für WärmeerzeugungsanlagenGas- Flaschenbatterien und Gas- TankGas- Versorgungsnetz und Gas- Armaturen(für technische, medizinische und toxische lagen und -armaturenXXXXXXXXX419 Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen, sonstigeAllgemeinSanitärobjekteMSR- Technik für Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen*XX* s. hierzu Anlage zum Teil A – Entscheidungshilfe Wartung auf S. 15f.Wartung 2018Anlage zu Teil A – Entscheidungshilfe WartungKG 410 – Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen18

KG420BezeichnungWartungsvertrag: 1 - notwendig, 2 - empfohlen, 3 - nicht empfohlenPriorität1 2

12. Anhänge zum Vertrag . 1.1. 5B Begriffe . Wartung . Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorra-tes. Die Maßnahmen zur Wartung können insbesondere beinhalten: . und Ereignisse direkt (bzw. parallel) übertragen werden. In diesen