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Hinweise zu den Technischen AnschlussbedingungenInformationen für ElektroinstallateureStand 01.2018Inhalt: allgemeine Informationen ,Seite:2wichtige Telefonnummern und Adressen Hinweise zu den Technische Anschlussbedingungen:Bundesmusterwortlaut der TAB 2007 (Ausgabe 2011),mit Hinweisen des VBEW und der Bayernwerk Netz GmbH3 Änderung oder Erweiterung von Bestandsanlagen14 Checklisten zur Prüfung der Mindestanforderungen- zur Inbetriebnahme (des Hauptstromversorgungssystems)- zur Inbetriebsetzung (Zählermontage)- für vorübergehende Netzanschlüsse (z.B. Baustrom)535556 Anschlussbeispiele für Netzanschlüsse im TN- und TT-System58 Informationen zur Ausführung des Fundamenterders61 Elektrische Raumheizung und Warmwasserbereitung- gemeinsame Messung- getrennte Messung62Bayernwerk Netz GmbHLilienthalstr. 793049 Regensburg Bayernwerk Netz GmbHStand: 01.2018Seite 1/66

Hinweise zu den Technischen AnschlussbedingungenServicenummern (bitte Postleitzahl vom jeweiligen Anlagenort bereithalten)Störungsmeldung Strom:(24h erreichbar)T 09 41-28 00 33 66Störungsmeldung Erdgas:(24h erreichbar)T 09 41-28 00 33 55Technischer Kundenservice,Ansprechpartner für TAB und EEGT 09 41-28 00 33 11F 09 41-28 00 33 12OrtsabfrageDirekte Zuordnung vom Anschlussortzum zuständigen Netzcenter:www.bayernwerk-netz.de/ortsabfrage( Excel-Datei „Netzcenter-Suche“)Technische Anschlussbedingungen (TAB)Das Kompendium für eugungsanlagenAlle Informationen für Online-Portale zur Anmeldung und Inbetriebsetzung- für Bezugs- und taleInformations-Portal- llateurbetreuungEintragung in das enzangen:Stand: 01.2018T 089 52 08-26 22 F 089 52 08-28 [email protected] 2/66

Hinweise zu den Technischen AnschlussbedingungenHinweise zu denTechnischen AnschlussbedingungenInhalt:Bundesmusterwortlaut der TAB 2007, Ausgabe 2011mit Hinweisen des VBEW und der Bayernwerk Netz GmbHStand: 01.2018Bayernwerk Netz GmbHLilienthalstr. 793049 Regensburgwww.bayernwerk-netz.deStand: 01.2018Seite 3/66

Hinweise zu den Technischen AnschlussbedingungenGegenüber der Ausgabe 2017-07 wurden folgende wesentliche Änderungen vorgenommen:- Modifikation des Abschnitts 7.6.2 zu Wandlermessanlagen,- redaktionelle ÜberarbeitungenStand: 01.2018Seite 4/66

Hinweise zu den Technischen AnschlussbedingungenInhaltsverzeichnis1 Anwendungsbereich . 92 Normative Verweisungen / Querverweise auf NAV . 93 Begriffe und Abkürzungen . 94 Allgemeine Grundsätze . 104.1 Anmeldung elektrischer Anlagen und Geräte. 104.2 Inbetriebnahme und Inbetriebsetzung . 114.2.1 Voraussetzungen für die Inbetriebnahme . 124.2.2 Voraussetzungen für die Inbetriebsetzung . 124.3 Plombenverschlüsse . 134.4 Erweiterung oder Änderung von Bestandsanlagen . 144.4.1 Allgemeines . 144.4.2 Änderungen an bestehenden Zähleranlagen. 144.4.3 Erweiterungen von Zähleranlagen . 155 Netzanschluss (Hausanschluss) . 165.1 Art der Versorgung . 165.2 Anschlusseinrichtungen . 175.2.1 Anschlusseinrichtungen innerhalb von Gebäuden . 175.2.2 Anschlusseinrichtungen außerhalb von Gebäuden . 195.3 Ausführung von Netzanschlüssen . 205.3.1 Netzanschluss über Erdkabel . 205.3.2 Netzanschluss über Freileitung . 215.3.3 Anbringen des Hausanschlusskasten . 215.4 Netzrückwirkungen. 216 Hauptstromversorgung. 226.1 Aufbau und Betrieb . 226.2 Bemessung . 236.2.1 Leistungsbedarf zur Dimensionierung der Hauptstromversorgung . 236.2.2 Schutz bei Überstrom . 23Stand: 01.2018Seite 5/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen6.2.3 Koordination von Schutzeinrichtungen . 236.2.4 Kurzschlussfestigkeit . 246.2.5 Spannungsfall . 246.2.6 Hauptleitungsabzweige . 257 Technische Anforderungen an Zählerplätze . 267.1 Allgemeines . 267.2 Ausführung der Zählerplätze. 267.3 Belastungs- und Bestückungsvarianten von Zählerplätzen . 277.4 Anordnung der Zählerschränke . 297.5 Trennvorrichtung für die Kundenanlage. 307.6 Besondere Anforderungen . 307.6.1 Zählerplätze außerhalb von Gebäuden . 307.6.2 Zählerplätze für halbindirekte Messung (Wandlermessung) . 318 Stromkreisverteiler . 329 Steuerung und Datenübertragung, Kommunikationseinrichtungen . 3310 Betrieb der Kundenanlage . 3310.1 Allgemeines . 3310.2 Anschluss . 3410.2.1 Entladungslampen . 3410.2.2 Motoren . 3410.2.3 Elektrowärmegeräte. 3510.2.4 Geräte zur Heizung oder Klimatisierung, einschließlich Wärmepumpen . 3510.2.5 Schweißgeräte . 3610.2.6 Röntgengeräte, Tomographen u. ä. . 3610.2.7 Geräte mit Anschnittsteuerung, Gleichrichtung oder Schwingungspaketsteuerung . 3610.3 Betrieb . 3710.3.1 Allgemeines . 3710.3.2 Spannungs- oder frequenzempfindliche Betriebsmittel. 37Stand: 01.2018Seite 6/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen10.3.3 Blindleistungs-Kompensationseinrichtungen . 3710.3.4 Tonfrequenz-Rundsteueranlagen . 3710.3.5 Einrichtungen zur Telekommunikation über das Niederspannungsnetz . 3710.4 Besondere Anforderungen an den Betrieb von Speichern . 3711 Vorübergehend angeschlossene Anlagen. 3811.1 Geltungsbereich . 3811.2 Normen und Regeln . 3811.3 Anmeldung . 3811.4 Anschlussgeräte . 3911.4.1 Anschlussschrank . 3911.4.2 Anschluss-Verteilerschrank . 3911.4.3 Anschlussleitung. 4011.5 Anschluss an das Niederspannungsnetz . 4111.5.1 Kabelanschluss . 4111.5.2 Freileitungsanschluss . 4111.5.3 Aufstellung des Anschlussschrankes . 4211.5.4 Schutzmaßnahme . 4211.5.5 Inbetriebnahme. 4212 Auswahl von Schutzmaßnahmen . 4312.1 Allgemeines . 4312.2 Netzsystem . 4312.3 Überspannungsschutz . 4413 Erzeugungsanlagen und andere Einspeiser . 4513.1 Allgemeines . 4513.2 Ergänzende Hinweise zu Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz . 4513.3 Notstromaggregate. 48Stand: 01.2018Seite 7/66

Hinweise zu den Technischen AnschlussbedingungenAnhang 1: Querverweise auf die Niederspannungsanschlussverordnung – NAV. 50Anhang 2: Arbeits- und Bedienbereich vor dem Hausanschlusskasten . 51Anhang 3: Einheitszählerplatz nach Abschnitt 7.51Anhang 4: Elektrische Grenzwerte der Technischen Anschlussbedingungen . 52Anhang 5: Checkliste „Mindestanforderung für die Prüfung bei derInbetriebnahme der ungezählten elektrischen Anlage“. 54Anhang 6: Checkliste „Mindestanforderungen für die Prüfung bei derMontage der Messeinrichtungen“ .56Anhang 7: Checkliste „Vorübergehender Netzanschluss zur Baustromversorgung“ . 57Anhang 8: Netzsysteme .59Anhang 9: Endscheidungshilfe zur Ausführung des Fundamenterders . 62Anhang 10: Hinweise zur elektrischen Raumheizung/Warmwasserbereitung(getrennte Messung) .63Anhang 11: Hinweise zur elektrischen Schwachlastregelung/Warmwasserbereitung(gemeinsame Messung) .66Stand: 01.2018Seite 8/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen1 Anwendungsbereich(1) Den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) liegt die „Verordnung über AllgemeineBedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Elektrizitätsversorgung inNiederspannung“ (Niederspannungsanschlussverordnung - NAV) vom 1. November 2006 in derjeweils gültigen Fassung zugrunde. Sie gelten für den Anschluss und den Betrieb von Anlagen,die gemäß § 1 Abs. 1 dieser Verordnung an das Niederspannungsnetz des Netzbetreibersangeschlossen sind oder angeschlossen werden. Sie gelten auch – in Verbindung mit der VDEAR-N 4105 „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ – auch für Erzeugungsanlagen.Basis ist der vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)herausgegebene Musterwortlaut „TAB 2007, Ausgabe 2011“. Dieser wurde mit Wirkung zum01.05.2012 gem. § 4 (3) NAV der Regulierungsbehörde mitgeteilt.(2) Diese Hinweise konkretisieren die Anforderungen der „TAB 2007, Ausgabe 2011“ (in derForm des vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)herausgegebenen Musterwortlautes) für das Versorgungsgebiet der Bayernwerk Netz GmbH(im Folgenden auch Netzbetreiber bzw. NB genannt).(3) Die TAB sind für alle Anlagen anzuwenden, die neu an das Verteilungsnetz angeschlossenwerden bzw. für Netzanschlussänderungen. Diese umfassen im wesentlichen Umbau,Erweiterung, Rückbau oder Demontage einer Kundenanlage sowie die Änderung derAnschlussleistung, des Schutzkonzeptes und Änderungen an der Zähleranlage. Für denbestehenden, unveränderten Teil der Kundenanlage gibt es seitens der TAB keineAnpassungspflicht, sofern die sichere und störungsfreie Stromversorgung gewährleistet ist.(4) Die TAB legen insbesondere die Handlungspflichten des Netzbetreibers, des Errichters,Planers sowie des Anschlussnehmers und Anschlussnutzers von Kundenanlagen im Sinne von§ 13 NAV (Elektrische Anlage) fest.(5) Sie gelten zusammen mit § 19 Energiewirtschaftsgesetz „Technische Vorschriften“ und sindsomit Bestandteil von Netzanschlussverträgen und Anschlussnutzungsverhältnissen gemäßNAV. Weitere Anforderungen sind unter www.bayernwerk-netz.de veröffentlicht.(6) Fragen, die bei der Anwendung der TAB auftreten, klären Planer, Errichter,Anschlussnehmer und Anschlussnutzer der elektrischen Anlage vorab mit dem Netzbetreiber.(7) Planer, Errichter, Anschlussnehmer und Anschlussnutzer der elektrischen Anlageberücksichtigen bei der Anwendung der TAB ebenfalls die in den Fußnoten genanntenDokumente.2 Normative Verweisungen / Querverweise auf NAVSiehe Anhang 1 bzw. Bundesmusterwortlaut TAB 2007, Ausgabe 2011, Anhang A13 Begriffe und AbkürzungenSiehe Bundesmusterwortlaut TAB 2007, Ausgabe 2011, Anhang BStand: 01.2018Seite 9/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen4 Allgemeine Grundsätze4.1 Anmeldung elektrischer Anlagen und Geräte(1) Die Anmeldung erfolgt gemäß dem bei der Bayernwerk Netz GmbH verwendeten Verfahren(siehe Seite 2 dieser Hinweise).(2) Damit der Netzbetreiber das Verteilungsnetz, den Netzanschluss (Hausanschluss) sowie dieMesseinrichtungen leistungsgerecht auslegen und mögliche Netzrückwirkungen beurteilenkann, liefert der Planer oder der Errichter - auch im Hinblick auf die gleichzeitig benötigte elektrische Leistung - zusammen mit der Anmeldung die erforderlichen Angaben über die anzuschließenden elektrischen Anlagen und Verbrauchsgeräte. Die ggf. hierfür erforderlichen Unterlagen werden dem Netzbetreiber vom Anschlussnehmer und vom künftigen Anschlussnutzerbzw. deren Beauftragten zur Verfügung gestellt.(3) Folgende Planunterlagen sind zur Verfügung zu stellen: Lageplan (Maßstab 1:1000, z.B. Kopie aus dem Bauantrag)Grundrissplan (Maßstab 1:100, z.B. Kellergeschoss) mit Angabe des gewünschtenMontageorts für Hausanschlusskasten und Zählerplatz.(4) Zusätzliche Daten zu elektrischen Verbrauchsgeräten nach Abschnitt 10 und zuErzeugungsanlagen nach Abschnitt 13 (z.B. Messkonzept) sind der Anmeldung beizufügen.(5) Der Anschlussnehmer/-nutzer bzw. dessen Beauftragter hat auf Anforderung einProjektschaltbild des Hauptstromversorgungssystems mit der Angabe der Leitungsquerschnitteund Sicherungsbemessungsströme beizufügen.(6) Aus den in (2) genannten Gründen bedarf der Anschluss folgender Anlagen und Verbrauchsgeräte der vorherigen Beurteilung und Zustimmung des Netzbetreibers: neue Kundenanlagenzu erweiternde Anlagen, wenn die im Netzanschlussvertrag vereinbarte gleichzeitigbenötigte Leistung überschritten wirdvorübergehend angeschlossene Anlagen, z.B. Baustellen und SchaustellerbetriebeErzeugungsanlagen und Stromspeichersysteme gemäß Abschnitt 13Geräte zur Heizung oder Klimatisierung, ausgenommen ortsveränderliche GeräteEinzelgeräte mit einer Nennleistung von mehr als 12 kWLadestationen für Elektromobilität mit einer Nennleistung von mehr als 4,6 kVANotstromaggregate(7) Geräte nach Abschnitt 10.1 Abs. 3 bedürfen keiner vorherigen Zustimmung, wenn aufgrundeiner Untersuchung sichergestellt ist, dass sie keine störenden Rückwirkungen verursachen.Stand: 01.2018Seite 10/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen(8) Bei den nachfolgenden Geräten kann bis zu den in den jeweiligen Abschnitten genanntenLeistungen im Allgemeinen davon ausgegangen werden, dass ein Anschluss auch ohne genauere Prüfung möglich ist. Werden die genannten Anschlusswerte überschritten und liegenauch keine Untersuchungen vor, die eine Unbedenklichkeit bezüglich der Netzrückwirkungenbescheinigen, holt der Betreiber eine Einzelzustimmung des Netzbetreibers ein(siehe Abschnitt 10.1 Abs. 3). Motoren (siehe Abschnitt 10.2.2) Schweißgeräte (siehe Abschnitt 10.2.5) Röntgengeräte, Tomographen u. ä. (siehe Abschnitt 10.2.6) Geräte mit Anschnittsteuerung,(siehe Abschnitt (9) Plant der Anschlussnehmer eine endgültige Stilllegung bzw. die vorübergehendeAußerbetriebnahme des Netzanschlusses, so ist der Netzbetreiber rechtzeitig (i. d. R. zweiWochen) und in schriftlicher Form über dieses Vorhaben zu informieren. Für die gleichzeitigeEntfernung der Messeinrichtungen ist hierfür zusätzlich ein Antrag auf Entfernung derMesseinrichtung (entsprechend Abschnitt 4.2 dieser Hinweise) von einem eingetragenenInstallationsunternehmen beim Netzbetreiber einzureichen. Der Antrag erfolgt mit dem beimNetzbetreiber festgelegtem Verfahren (siehe Seite 2 dieser Hinweise).4.2 Inbetriebnahme und InbetriebsetzungFür die Inbetriebnahme und Inbetriebsetzung der elektrischen Anlage des Kunden wendet derErrichter das bei der Bayernwerk Netz GmbH übliche Verfahren an (siehe Seite 2 dieser Hinweise). Dies gilt auch bei Wiederinbetriebsetzung sowie nach Trennung oder Zusammenlegungsowie bei Erweiterungen oder Änderungen von Bestandsanlagen.Abbildung: Unterscheidung von Inbetriebnahme und InbetriebsetzungStand: 01.2018Seite 11/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen33B4.2.1 Voraussetzungen für die Inbetriebnahme(1) Die Anlage hinter dem Netzanschluss bis zu der in der VDE-AR-N 4101 in Abschnitt 4.5Abs. 2 definierten Trennvorrichtung für die Inbetriebnahme der Kundenanlage bzw. bis zu denHaupt- oder Verteilungssicherungen darf nur durch den Netzbetreiber oder mit seiner Zustimmung durch ein in ein Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen in Betriebgenommen werden.(2) Erforderlich ist die Vorlage des vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Vordrucks fürdie Inbetriebnahme des Netzanschlusses und des Hauptstromversorgungssystems (Inbetriebsetzungsanzeige/Fertigstellungsanzeige des Netzbetreibers).(3) Die Prüfung der Einhaltung der technischen Mindestanforderungen bei der Inbetriebnahmeerfolgt gemäß „Checkliste bei der Inbetriebnahme der ungezählten elektrischen Anlage“(Anhang 5).4.2.2 Voraussetzungen für die Inbetriebsetzung(1) Die Anlage hinter dieser Trennvorrichtung (siehe VDE-AR-N 4101 in Abschnitt 4.5 Abs. 2)darf nur durch in ein Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen im Betriebgenommen werden.(2) Erforderlich ist die Vorlage des vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Vordrucks fürdie Montage der Messeinrichtung (Inbetriebsetzungsanzeige/Fertigstellungsanzeige der Bayernwerk Netz GmbH).(3) Ein vom Netzbetreiber abweichender Messstellenbetreiber (MSB) ist möglich. Grundvoraussetzung ist dabei das Bestehen eines MSB-Rahmenvertrags mit dem Netzbetreiber. Die imWechselprozess im Messwesen (WiM) geregelten Vorgaben (Abläufe, Anmeldung, Fristen, Datenformate etc.) sind einzuhalten. Weitere Informationen unter www.bayernwerk-netz.de.(4) Die Prüfung der Einhaltung der technischen Mindestanforderungen bei der Inbetriebsetzungerfolgt gemäß „Checkliste Mindestanforderung für die Prüfung bei der Montage der Messeinrichtungen“ (Anhang 6).(5) Zur Vermeidung vor unbefugter Inbetriebsetzung einer Kundenanlage wird an der jeweiligenTrennvorrichtung ein Hinweis angebracht.(6) Wenn die Anwesenheit des Errichters der Anlage bei der Inbetriebnahme / zur Zählermontage erforderlich ist, teilt der Netzbetreiber ihm dieses mit.Stand: 01.2018Seite 12/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen4.3 Plombenverschlüsse(1) Anlagenteile, die nicht gemessene elektrische Energie führen und Bereiche, die aus tariflichen und/oder aus vertraglichen Gründen vor direktem Zugriff zu schützen sind, müssen plombierbar ausgeführt werden. Im Wesentlichen sind das: Haus-/ NetzanschlusskastenHauptleitungsabzweigeunterer und ggf. oberer Anschlussraum des Zählerplatzesggf. ÜberspannungsschutzeinrichtungenRaum für Zusatzanwendungen;ggf. das Verteilerfeld im Zählerschrank.Dies gilt auch für Mess- und Steuereinrichtungen,Kommunikationseinrichtungen undEinrichtungen für das Last- und Einspeisemanagement(2) Plombenverschlüsse werden durch den Netzbetreiber bzw. Messstellenbetreiber oder durchdessen Beauftragte entsprechend ihres Verantwortungsbereiches angebracht oder entfernt.Bei Gefahr dürfen die Plomben auch ohne Zustimmung des Netzbetreibers entfernt werden.Eine Wiederverplombung ist zu veranlassen. Haupt- und Sicherungsstempel (Stempelmarkenoder Plomben an der Messeinrichtung/Messsystem) dürfen nach den eichrechtlichen Bestimmungen weder entfernt noch beschädigt werden.(3) Der sichere und ordnungsgemäße Zustand des plombierten Bereichs wird allein durch dasAnbringen einer Plombe nicht gewährleistet.(4) Grundsätzlich gilt für alle eingetragenen Installateure bis auf Widerruf die allgemeine Zustimmung zum Öffnen von Plombenverschlüssen am Hausanschlusskasten, dem Zählervorbereich und an tariflichen Kundendienstschaltorganen: Elektroinstallateure ohne Plombierberechtigung teilen das Entfernen/Fehlen von Plombendem Netzbetreiber unter Angabe des Grundes nach dessen Verfahren schriftlich mit. Einentsprechendes Formular steht unter www.bayernwerk-netz.de/formulare zur Verfügung. Elektroinstallateure mit Plombierberechtigung plombieren entsprechend Ihrer Verpflichtungin eigener Verantwortung. Plombierungen durch Installateure aus anderen Netzgebieten werden grundsätzlich anerkannt. Dabei sind die Plombenzange und das Plombiermaterial des Netzbetreibers zu verwenden, bei dem der Elektroinstallateur in das Installateurverzeichnis eingetragen ist.(5) Die Plombe muss so gekennzeichnet sein, dass der Plombierende eindeutig identifizierbarist (z.B. Name des Netzbetreibers bzw. Messstellenbetreibers und individuelle Nummer).Stand: 01.2018Seite 13/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen4.4 Erweiterung oder Änderung von Bestandsanlagen4.4.1 Allgemeines(1) Entsprechend dem Anwendungsbereich der TAB 2007 gelten die Vorgaben auch bei Erweiterung oder Änderung von Bestandanlagen. Des Weiteren ist die Anwendungsregel VDE-ARN 4101 „Anforderungen an Zählerplätze in elektrischen Anlagen im Niederspannungsnetz“ anzuwenden. Diese Erweiterungen/Änderungen können zur Folge haben, dass auch andere Anlagenteile angepasst werden müssen.(2) Ändern sich die Betriebsbedingungen müssen die betroffenen Anlagenteile an die jeweilsaktuellen Anforderungen für den Anschluss und den Betrieb von Kundenanlagen am Niederspannungsnetz angepasst werden. Dies können z.B. sein: Erhöhung der gleichzeitig benötigten elektrischen Leistung für den NetzanschlussErgänzung einer Bezugsanlage durch eine ErzeugungsanlageÄnderung des Verbrauchsverhaltens, z.B. Anwendungen mit DauerstromÄnderung an der Hauptstromversorgung, z.B. Umstellung Freileitung auf Kabelanschluss4.4.2 Änderungen an bestehenden ZähleranlagenIn der nachfolgenden Übersicht sind mögliche Änderungsvarianten beschrieben, in denen untergewissen Rahmenbedingungen Zählerplätze weiterhin verwendet werden können:bestehendeTechnikDIN 43853DIN 43870ZählertafelkeineSchutzklasseIINZZählertafel mitSchutzklasse IINHZZählertafelmit NHSicherungZählerschrankmit NHSicherungZählerschrankmit Trennvorrichtung 1)gemäßVDE-AR-N 4101Umstellung Zähler von Eintarif- auf Zweitarifmessungneinja 2) 3) 4) 5)ja 2) 5)ja 5)jaUmstellung Zählerauf ZweirichtungsmessungneinjajajajaErweiterung Zählerplatzauf Drehstromneinja 2) 3) 4) 5)ja 2) 5)ja 5)jaWiederinbetriebnahmeZählerplatzneinja 2) 3) 4) 5) 6)ja 2) 5) 6)ja 5)jaLeistungsverstärkungder Kundenanlageneinneinja 2) 5)ja 5)jaÄnderungsvarianten1)selektive Überstromschutzeinrichtung (z.B. SH-Schalter)„Bestandschutz“, sofern es der Anlagenzustand zulässt3)unterer Anschlussraum mit Klemmstein oder Schalter4)oberer Anschlussraum mit zentraler Überstromschutzeinrichtung (Kundenhauptsicherung)5)Zählerplatzverdrahtung nach DIN VDE 0603-2-16)nur zulässig, wenn Zeitpunkt des Zählerausbaus 12 Monate2)Stand: 01.2018Seite 14/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen4.4.3 Erweiterungen von Zähleranlagen(1) Vorhandene Reserveplätze in Zählerschränken nach DIN VDE 0603 können unter folgendenVoraussetzungen verwendet werden:--Unterer Anschlussraum mit Trennvorrichtung nach VDE-AR-N 4101 (4.5)oder (nur bei bestehender gleichwertiger Ausstattung) unterer Anschlussraum mitNH-Sicherungen in Verbindung mit laienbedienbarer Trennvorrichtung im oberen AnschlussraumOberer Anschlussraum mindestens mit 150 mm und Hauptleitungsabzweigklemme, keineVerwendung als Stromkreisverteiler(2) (Reserve-) Zählertafeln nach DIN 43853 sind bei Erweiterungen nicht zulässig.(3) Neben einer vollständigen Sanierung der Zähleranlage besteht die Möglichkeit eine Bestandsanlage unter den unten genannten Voraussetzungen zu erweitern.Beispiel: Bestehende Anlage bleibt unverändertVoraussetzungen: Setzen eines NH-Verteilers in unmittelbarer Nähe des Hausanschlusskastens oder der Zähleranlage. Absicherung der bestehenden Anlage im NH-Verteiler auf Basis der maximalen Strombelastbarkeit unter Berücksichtigung der Selektivität. Absicherung des neuen Anlagenteils im Hausanschlusskasten und gegebenenfalls Trennmesser im NH-Verteiler. Strombelastbarkeit der Hauptleitung zwischen Hausanschluss und NH-Verteiler und zwischen NH-Verteiler und dem erweiterten Anlagenteil muss mindestens für63 A ausgelegt sein. Zentrale Anordnung der Zählerplätze. Keine Vermischung von Netzformen (nur TN- bzw. nur TT-System möglich).Stand: 01.2018Seite 15/66

Hinweise zu den Technischen Anschlussbedingungen5 Netzanschluss (Hausanschluss)5.1 Art der Versorgung(1) Die Nennspannung an der Übergabestelle (in der Regel der Hausanschlusskasten) beträgt230/400 V AC. Sie liegt im Toleranzbereich nach DIN IEC 60038 (VDE 0175-1). In DIN EN50160 sind weitere Merkmale der Spannung angegeben(2) Grundsätzlich erhält jedes zu versorgende Gebäude einen eigenen Netzanschluss, der mitdem Niederspannungsnetz des Netzbetreibers verbunden ist. Ein Gebäude liegt vor, wenn esüber eine eigene Hausnummer und Hauseingänge bzw. eigene Treppenräume verfügt. Dies giltauch für eigenständig nutzbare Gebäude ohne Hausnummer (z.B. Hallen, Pumpspeicheranlagen), wenn sie absperrbar sind.(3) Dem Netzbetreiber ist gemäß NAV der Zugang zum Netzanschluss zu gewähren.(4) Die Versorgung mehrerer Gebäude (z.B. Doppelhäuser oder Reihenhäuser) aus einem gemeinsamen Netzanschluss ist dann zulässig, wenn der Hausanschlusskasten in einem für alleGebäude gemeinsamen Hausanschlussraum zusammen mit den Zählerplätzen errichtet wird.Für das Betreten des Hausanschlussraumes durch den Anschlussnehmer sowie den Netzbetreiber und die Verlegung von Zuleitungen zu den Stromkreisverteilern in den einzelnen Gebäuden bewirkt der Eigentümer eine rechtliche Absicherung, vorzugsweise in Form einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit. Sollten im konkreten Fall der Eigentümer und der Anschlussnehmer nicht personengleich sein, so sorgt der Anschlussnehmer gegenüber dem Eigentümer für die Durchführung dieser Verpflichtung. Anschlussnehmer, Betreiber der elektrischen Anlage und der Netzbetreiber müssen unabhängig voneinander Zutritt zu diesem Hausanschlussraum haben.(5) Werden mehrere Netzanschlüsse in einem Gebäude bzw. auf einem Grundstück errichtet,stellen Planer, Errichter sowie Betreiber der elektrischen Anlagen durch geeignete Maßnahmensicher, dass eine eindeutige elektrische Trennung der angeschlossenen Anlagen gegeben ist.(6) Grundsätzlich sind Kundenanlagen übe

(1) Die Anlage hinter dem Netzanschluss bis zu der in der VDE-AR-N 4101 in Abschnitt 4.5 Abs. 2 definierten Trennvorrichtung für die Inbetriebnahme der Kundenanlage bzw. bis zu den Haupt- oder Verteilungssicherungen darf nur durch den Netzbetreiber oder mit seiner Zustim-