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PSD Fernlehre 2Lagerplanung:Gruppe: 1B10Alexander FalkTobias Reith

Inhaltsangabe1.2.3.Aufgabenstellung. 3Ausgangsdaten . 4Plannungsschritte . 6a) Analysieren Sie die Vertriebsdaten und bilden Sie geeignete Produktsegmente nach ABCund XYZ. 6b) Ihr Vertrieb fordert eine mittlere Bestandsreichweite von einem Monat. Weiterhin fordertder Vertrieb eine statistische Liefersicherheit von mindestens 84%. Ermitteln Sie dienotwendigen Bestandshöhen (Maximal-, Durchschnitts- und Sicherheitsbestände) für diejeweiligen Artikel. . 10c) Bestimmen Sie die optimale Losgröße für die jeweiligen Artikel nach dem Prinzip derKostenminimierung gemäß Andler/Harris, sodass die durchschnittlichen monatlichenGesamtkosten über alle Artikel minimal sind. Gehen Sie bei der Bestimmung derLagerungskosten zunächst von der erforderlichen Nettofläche bei Bodenlagerung aus. Wiehoch sind die durchschnittlichen monatlichen Gesamtkosten? . 12d) Die Anfangsbestände zu Beginn der betrachteten Periode ergeben sich ausSicherheitsbestand und durchschnittlicher monatlicher Nachfrage der jeweiligen Artikel.Ermitteln Sie die Bestandsverläufe für den vorliegenden Betrachtungszeitraum. . 15e) Vergleichen und diskutieren Sie die beiden Strategien unter Verwendung deruntenstehenden Kennzahlen. Geben Sie eine Empfehlung zur Verbesserung ab. . 17f) Wählen Sie die aus Ihrer Sicht bessere Lagerhaltungsstrategie und legen Sie diewesentlichen Planungsdaten zur Lagerplanung fest (mit Begründung!) . 214. Lagerlayout . 23Abbildungsverzeichnis: . 24Tabellenverzeichnis: . 24Anhang: . 252

1. AufgabenstellungEs ist die Neuplanung eines Vorrats- und Verteillagers vorzunehmen, das an eine bestehendeProduktion angeschlossen werden soll. Es ist davon auszugehen, dass das bestehendeGrundstück keinerlei Einschränkungen in Bezug auf die Größe des Lagers mit sich bringt. Es solljedoch so gestaltet werden, dass eine nahezu kostenoptimale Produktions- und Lagerstrategiegewährleistet ist.Aus dem Lager werden 20 Vertriebsstandorte wöchentlich beliefert, die im Durchschnitt über alleArtikel hinweg dieselben Nachschubbedarfe haben. Als Ladungsträger werden ausschließlichEuropaletten (auch Mischpaletten möglich) verwendet.Erstellen Sie auf Basis dieser und der untenstehenden Angaben ein Groblayout für das zuplanende Lager. Das Groblayout sollte umfassen:a) Außenkontur der Lagerhalleb) An- und Ablieferungslieferungstor(e)c) Lagerflächen für Vorratslagerung und Kommissionierungd) Anzahl und Anordnung zu wählender Lagersysteme in Abhängigkeit des Lagervolumensund der Umschlaghäufigkeite) Kennzeichnung der Lagerflächen hinsichtlich der jeweiligen dort gelagerten Artikelf) Berücksichtigung von Verkehrsflächen gemäß der gewählten Fördermittel undLagersysteme3

2. AusgangsdatenAbsatzmengen:Tabelle 1: Absatzmengen der ArtikelArt. 1Art. 2Art. 3Art. 4Art. 5Art. 6Art. 7Art. 8Art. 9Art. 3586Stammdaten:Allgemeine Daten 2-Schichtmodell 240 Arbeitstage á 8 StundenMaschinendaten: Maschinenstundensatz: 500.00 Rüstzeit in Sekunden:9000Lagerdaten: Palettenhöhe (voll beladen): 2.2 Meter Maximaler Stapelfaktor: 3 Lagerkostensatz pro Palette (Boden): 2.00 pro Monat Lagerkostensatz pro Palette (Regal): 2.20 pro Monat Interner Zins p.a. (bei 30 Tagen/Monat): 5%4

Artikeldaten:Tabelle 2: ArtikeldatenArtikelStück pro PaletteKapitalbindung proArtikel [ ]Bearbeitungszeit proStück 3003001000800900900500103540658040301010405

3. PlannungsschritteIn diesem Abschnitt sind die Planungsschritte a) bis f) beschrieben. Dabei werden bei jedemSchritt folgende Vorgänge dargestellt.1. Kurze Beschreibung der Berechnungsgrundlagen bzw. der getroffenen Annahmen2. Beispielhafte Berechnung3. Exceltabelle und/oder (grafische) Auswertung der Berechnunga)Analysieren Sie die Vertriebsdaten und bilden Sie geeigneteProduktsegmente nach ABC und XYZ.ABC-Analyse:Bei der ABC-Analyse wird das Werteverhältnis der Materialverbräuche oder -bestände gebildetund damit eine wertmäßige Klassifizierung von Materialen. Folgende Schritte wurden bei der ABCAnalyse durchgeführt:Auf Grundlage der Tabelle 1 wurden zunähst der Jahresverbrauch für die einzelnen Artikelermittelt, indem die Verbräuche der Monate Januar bis Dezember je Artikel aufsummiert wurden.Beispielberechnung JahresverbrauchJahresverbrauch Verbrauch Monate 1 - 12Jahresverbrauch Artikel 1 Verbrauch Monat 1 Monat 2 Verbrauch Monat 12Jahresverbrauch Artikel 1 25432 StückGesamtjahresverbrauch Jahresverbrauch Artikel 1 Jahresverbrauch Artikel 2 . Jahresverbrauch Artikel 12Gesamtjahresverbrauch 346474 StückAls nächsten wurde die ermittelten Jahresverbräuche mit der in Tabelle 2 gegebenenKapitalbindungen multiplizier um den Verbrauchswert zu erhalten. Anschließend wurde dieerrechneten Verbrauchswerte aufsteigend sorriert und der Gesamtvebrauchswert ermittelt.Beispielberechnung VerbrauchswertVerbrauchswert Jahresverbrauch * Kapitalbindung/ArtikelVerbrauchswert Artikel 1 25432 Stck * 800 / Stck 20345600 Gesamtverbrauchswert Verbrauchswert Artikel 1 – Artikel 12Gesamtverbrauchswert 288621000 6

Im folgenden Schritt wurden der Prozentualen Anteile der einzelnen Artikel amGesamtverbrauchswert und Jahresverbrauch bestimmt und anschließend nach der vorherbestimmten Reihenfolge kummuliert.Beispielberechnung der Prozentualen Anteile% Anteil Artikel 1 am Gesamtverbrauch Jahresverbrauch Arikel 1/ Gesamtjahresverbrauch% Anteil Artikel 1 am Gesamtverbrauch 25432 Stck /346474 Stck 7%% Anteil Artikel 1 am Gesamtwert Verbrauchswert Artikel 1/ Gesamtverbrauchswert% Anteil Artikel 1 am Gesamtwert 20345600 / 288621000 7%In Tabelle 3 sind die Ergebnisse für die einzelnen Artikel dargestellt sowie die Einteilung der Artikelin die Grupppen A, B, C nach folgendem Schlüssel. In Abbildung 1 ist die dazugehörigeLorenzkurve dargestellt.A 0-80% , B 81-92%, C 93-100%Tabelle 3: ABC - AnalyseVerbrauchswertVerbrauchswertin % rfin % 0%A613445313445300047%47%39%39%A7

Abbildung 1: LorenzkurveXYZ-Analyse:Bei der XYZ-Analyse erfolgt die Gruppenbildung nach dem Verbrauchswert der Materialien. XGüter haben einen regelmäßigen, Y-Güter einen schwankenden und Z-Güter einenunregelmäßigen Verbrauch.Die XYZ-Analyse erfolgt auf Basis der Variationskoeffizienten der jeweiligen Artikel. DerVariationskoeffizient wird bestimmt durch den Quotienten aus dem Mittelwert der einzelnenMonatsverbräuche so wie der Standardabweichung der jeweiligen Monate. Die Berechnung erfolgtanhand der Daten aus Tabelle 1.Beispielberechnung VariationskoeffizientMittelwert Jahresverbrauch / Anzahl der MonateMittelwert Artikel 1 25432 / 12 2119.33Standardabweichung [(𝒙𝟏 𝑴𝒊𝒕𝒕𝒆𝒍𝒘𝒆𝒓𝒕)𝟐 (𝒙𝟏𝟐 𝑴𝒊𝒕𝒕𝒆𝒍𝒘𝒆𝒓𝒕)𝟐 (𝒙𝒏 dardabweichung Artikel 1 575.88Variationskoeffizient Standardabweichung/ Mittelwert * 100Variationskoeffizient Artikel 1 575.88/ 2119.33 * 100 27.17%8

Tabelle 4 enthält die Variationskoeffizienten der Artikel sowie die angenommene Einteilung in X (010%), Y (10-20%) und Z (20-100%) Produkte.Tabelle 4: 47%27,17%41,76%KategorieXXXXYYYZZZAbbildung 2 zeigt den dazugehörige KurvenverlaufAbbildung 2: XYZ KurveIn Tabelle 5 sind die Artikel in die jeweiligen Produktgruppen eingeteilt. Wie man sieht haben dieArtikel 6 und 7 einen hohen Stellenwert, da sie zum einen einen hohen Wert und Mengenanteilaufweisen und zum anderen auch einen regelmäßigen Verbrauch. Diese sollte auch imLagerlayout berücksichtigt werden.9

Tabelle 5: ABC-XYZABCb)X6,73YZ9, 1, 52,4,8Ihr Vertrieb fordert eine mittlere Bestandsreichweite von einem Monat.Weiterhin fordert der Vertrieb eine statistische Liefersicherheit vonmindestens 84%. Ermitteln Sie die notwendigen Bestandshöhen(Maximal-, Durchschnitts- und Sicherheitsbestände) für die jeweiligenArtikel.Sicherheitsbestand:Der Sicherheitsbestand lässt sich mit der Formel: SB z * σ berechnen, wobei σ die vorhererrechnete Standartabweichung beschreibt und z den Sicherheitfaktor, der sich aus derGaußschen Glockenkurve in Abbildung 3 ergibt. Da eine statistische Liefersicherheit vonmindestens 84% gefordert wird, gehen wir von z 1 aus.Abbildung 3: Bestimmung des SicherheitsfaktorsDaraus folgt, dass der Sicherheitsbestand der Standardabweichung, aufgerundent auf ganzeZahlen, entspricht.Beispiel SicherheitsbestandSicherheitsbestand 1σSicherheitsbestand Artikel 1 1*575.88 57610

Durchschnittsbestand:Der Durchschnittsbestand wird mit dem, vorher errechneten, Sicherheitsbestand sowie demMittelwert berechnet und auf ganze Zahlen aufgerundet.Beispielberechnung Durchschnittsbestand:Durchschnittsbestand Sicherheitsbestand Jahresbedarf/ 12Durchschnittsbestand Artikel 1 576 2119.33 2695Maximalbestand:Für den Maximalbestand haben wir angenommen, dass er aufgrund des linearen Verbrauchs demdoppelten Durchschnittsbestand, abzüglich den Sicherheitsbestand entspricht. DerSicherheitsbestand wird deshalb einmal abgezogen, da der Sicherheitsbestand schon ein mal imDurchschnittsbestand enthalten ist.Beispielberechnung Maximalbestand:Maximalbestand 2 * Durchschnittsbestand - SicherheitsbestandMaximalbestand Artikel 1 2 * 2695 – 576 4815In Tabelle 6 sind die jeweiligen Sicherheits-, Durchschnitts- und Maximalbestände der Artikel 1-10berechnet.Tabelle 6: Sicherheitsbestand, Durschnittsbestand und MaximalbestandArt. 1Art. 2Art. 3Art. 4Art. 5Art. 6Art. 7Art. 8Art. 9Art. 47211101Bei dem Durchschnitts und Maximalbeständen handelt es sich um Planungsgrößen.11

c)Bestimmen Sie die optimale Losgröße für die jeweiligen Artikel nachdem Prinzip der Kostenminimierung gemäß Andler/Harris, sodass diedurchschnittlichen monatlichen Gesamtkosten über alle Artikelminimal sind. Gehen Sie bei der Bestimmung der Lagerungskostenzunächst von der erforderlichen Nettofläche bei Bodenlagerung aus.Wie hoch sind die durchschnittlichen monatlichen Gesamtkosten?Optimale Losgröße:Die Formel für die optimale Losgröße gemäß Andler/ Harris konnte dem Skript entnommenwerden. (Siehe Abbildung 4) Ziel ist es die Losgröße so zu wählen, dass die Gesamtkosten amgeringsten sind.Abbildung 4: Berechnung Optimale LosgrößeAls erstes mussten die fehlenden Größen zur Berechnung der einzelnen Kosten bestimmt werden.Dazu wurden zunächst die notwendigen Ausgangsgrößen aus Kapitel 2 herausgesucht, mit denendie weiteren Kennzahlen berechnet wurden.Für die Berechnung der Lagerkosten war es notwendig, dieHerrstellkosten c, dieKapitalbindungskosten h und den Lagerhaltungssatz l zu berechnen. Da keine Angaben bezüglicheines Risikos vorliegen, wurde der Risikoaufschlag r mit 0 angenommen.12

Beispielberechnung Lagerkosten/Stk kLHerstellkosten c Bearbeitungszeit * Maschinenstundensatz pro SekundeHerstellkosten Artikel 1 10 s * (500/3600) /s 1.39 Kapitalbindungskosten h Kapitalbindung/Artikel * Interner Zins/ 12 MonateKapitalbindungskosten Art. 1 800 * 0.05/ 12 3.33 Lagerhaltungssatz l Lagerkostensatz pro Palette (Boden)/Stück pro PaletteLagerhaltungssatz Artikel 1 2 / 30 Stck 0.07 Lagerkosten/Stk Herstellkosten * (Risikoaufschlag Kapitalbindungskosten Lagerhaltunssatz)Lagerkosten/Stk Artikel 1 1.39 * (3.33 0.07 ) 4.72 Die Kosten je Rüstgang sind abhängig von der Rüstzeit sowie den Maschinenstudensatz. BeideGrößen sind in den Ausgangsdaten in Kapitel 2 gegeben. Zur Vergleichbarkeit wurde derMaschinenstundensatz in /s umgerechnet.Beispielberechnung Kosten je Rüstgang krKosten je Rüstgang Rüstzeit in Sekunden * MaschinenstundensatzKosten je Rüstgang 9000 s * (500/3600) /s 1250 Der Jahresbedarf wurde bereits in Aufgabe a) ermittelt. Somit wurden alle notwendigen Größenzur Berechnung der Gesamtkosten bestimmt. Anhand dieser Größen wurden, mithilfe des ExcelSolvers, die Losgrößen für alle Artikel bestimmt, sodass die Gesamtkosten je Artikel und somitauch die Gesamtkosten minimal werden. Als Nebenbedingung wurde bestimmt das die ersteAbleitung der Kostenfunktion K‘ bei allen Artikeln 0 sein muss. Die Ergebnisse sind in Tabelle 7aufgelistet.13

Tabelle 7: Optimale Losgröße x optOptimale Losgröße x optArt. 1Art. 2Art. 3Art. 4Art. 5Art. 6Art. 7Art. 8Art. 9Art. en [ ]K .484457.389225.756896.59Rüstkosten [ ] GesamtkostenK R[ ] K 3.18280529.16Durchschnittliche Monatliche Gesamtkosten:Die durschnittlichen Monatlichen Gesamtkosten (Tabelle 8) wurden mit den Ergebnissen ausTabelle 7 ermittelt. Dazu wurden die Gesamtkosten sowie die Gesamtkosten der Artikel durch die12 Monate geteilt.Tabelle 8: Durchschnittliche Monatliche GesamtkostenArtikelArt. 1Art. 2Art. 3Art. 4Art. 5Art. 6Art. 7Art. 8Art. 9Art. 10GesamtDurch. 3762.552570.96371.45768.81574.7223377.4314

d)Die Anfangsbestände zu Beginn der betrachteten Periode ergebensich aus Sicherheitsbestand und durchschnittlicher monatlicherNachfrage der jeweiligen Artikel. Ermitteln Sie die Bestandsverläufefür den vorliegenden Betrachtungszeitraum.Annahmen: Vereinfacht wurde ein konstanter Tagesbedarf über das Jahr hinweg angenommen,nachdem festgestellt wurde, dass es selbst bei Artikel 5 (nach Bedarf schwankensterArtikel) so gut wie kein Unterschied vorhanden ist. Die Belieferung der 20 Vertriebsstandorte erfolgt laut Angabe wöchentlich. Da die dafürnötigen Bedarfe jedoch nicht alle an einem Tag das Lager verlassen können/sollten(Auslastung der Kommissionierung, Lagermitarbeiter), wurde von einem täglich fallendemBedarf ausgegangen. Ebenso wird davon ausgegangen, dass der bestehende Bestandtäglich automatisch geprüft wird und wenn nötig einen Bestellauftrag auslöst.s-Q Strategie:Bei der sQ Strategie handelt es sich um eine Lagerhaltungsstrategie bei der, sobald dieBestellmenge s unterschritten wird, die kostenoptimale Bestellmenge Q bestellt wird.Bevor wir die Bestandsverläufe bestimmen konnten, mussten zunächst alle wichtigen Größen fürdie sQ Strategie ermittelt werden. Der Anfangsbestand ergibt sich laut Aufgabenstellung aus dendem Sicherheitsbestand und der durchschnittlichen monatlichen Nachfrage. Die Bestellmenge Qentspricht der Optimalen Losgröße aus Tabelle 7. Da in unseren Fall die Wiederbeschaffung durchProduktion erfolgt, wurde die Wiederbeschaffungzeit WBZ mithilfe der Bearbeitungszeit und derRüstzeit, sowie der erforderlichen Losgröße berechnet. Um den Verlauf besser darstellen zukönnen wurde die WBZ auf 2 Schichten Arbeitstage umgerechnen. Der Bestellbestand wurde mitder dazugehörigen Formel ermittelt. Die Ergebnisse für alle Artikel sind in Tabelle 9 zu finden.Bereichnungsbeispiel sQ – Strategie:Anfangsbestand Artikel 1 576 2119 2695WBZ Optimale Losgröße * Bearbeitungszeit RüstzeitWBZ Artikel 1 3669 * 10s 9000s 45694s 12.69h 1ArbeitstagTagesbedarf Artikel 1 Durchschnittsbestand/30 2695/30 90Bestellbestand Artikel 1 Sicherheitsbestand WBZ * Tagesbedarf 576 1*90 666Der Bestandsverlauf für die einzelnen Artikel wurde mit Hilfe einer Excel WENN-Funktionberechnet und in Verlaufsdiagrammen dargestelllt. Die Formel beeinhaltet eine Kontrollfunktion, obder Bestellbestand unterschritten ist. Ist dies der Fall, so wird der Bestellbestand nach Ablauf derWBZ dazuaddiert, ansonsten wird lediglich der Tagesverbrauch abgezogen.15

Der eingetragene Maximalbestand setzt sich zusammen aus dem Bestellbestand und derLosgröße. Der Maximalbestand kann hier nicht erreicht werden und hat nur plannungstechnischzur Lagerdimensionierung einen Einfluss.Tabelle 9: Kenngrößen sQ -StrategieMonatArt. 1Art. 2Art. 3Art. 4Art. 5Art. 6Art. 7Art. 8Art. AnfangsbestandOptimaleLosgröße x 09000900090009000WBZ (in 0755552WBZ (in 0915.43WBZ (in 16h 391.39321.6818.5286.6418.86Bestellbestand s6669250971065171116577956350Abbildung 5 zeigt beispielhaft das Bestandsdiagramm von Artikel 5. Die Bestandsdiagramme derrestlichen Artikel wurden dem Anhang 2812953093233373510Abbildung 5: sQ Strategie-Bestandsverlauf Artikel 5s-S Strategie:Die sS Strategie ist eine Lagerhaltungsstrategie, bei welcher der Bestand, nach Unterschreiten desBestellbestandes, wierder auf eine Zielmenge S aufgefüllt wird.16

Die meisten notwendigen Größen wie Anfangsbestand, Wiederbeschaffungszeit, Bestellbestandund Tagesbedarf wurden bereits für die sQ Strategie bestimmt. Die Zielmenge S entspricht bei unsden Maximalbestand aus Tabelle 6 welcher wie folgt berechnet wurde.Zielmenge S 2 * Durchschnittsbestand – SicherheitsbestandDie Berechnung der einzelnen Bestände bei der sS Strategie erfolgt ebenfalls anhand einer ExcelFunktion. Diese wurde entsprechend der Strateigie modifiziert. Erkennt die WENN-Funktion dassder Bestellbestand unterschritten ist, so wird die Differenz zur Zielmenge nach Ablauf der WBZaufgefüllt, ansonsten wird lediglich der Tagesverbrauch abgezogen. In der Formel istberrücksichtigt, dass in der WBZ weitere Entnahmen stattfinden, sodass der Bestand dieZielmenge nicht ganz erreicht.Abbildung 6 zeigt beispielhaft das Bestandsdiagramm von Artikel 5 in der sS Strategie. DieBestandsdiagramme der restlichen Artikel wurden dem Anhang 81295309323337351Zielmenge SAbbildung 6: sS Strategie-Bestandsverlauf Artikel 5e)Vergleichen und diskutieren Sie die beiden Strategien unterVerwendung der untenstehenden Kennzahlen. Geben Sie eineEmpfehlung zur Verbesserung ab.Im folgenden Schritt wurden die beiden Strategien gegenübergestellt um herauszufinden welcheStrategie die bessere ist. Dazu wurden folgende Kennzahlen verglichen.17

Monatliche und Durchschnittliche Auslastung der Produktion:Die monatliche Auslastung der Produktion bei der sQ-Strategie und sS-Strategie wurde anhandder notwendigen Arbeitszeit für die produzierte Mengen je Monat errechnet. Diese wurde derinsgesamt verfügbaren Arbeitszeit gegenüber gestellt.Berechnungsbeispiel Monatliche Auslastung der Produktion:Monatliche Auslastung der Produktion benötigte Arbeitszeit / verfügbare ArbeitszeitDie durschnittliche Auslastung der Produktion ergibt sich aus der Summe aller % Auslastung derMonate dividiert durch die Anzahl der Monate.Berechnungsbeispiel durchschnittliche Auslastung der Produktion:Durchschnittliche Auslastung Auslastungen/ Anzahl MonateTabelle 10 und Tabelle 11 zeigen die Auslastungen der Produktion bei den beiden Strategien mitden jeweils produzierten Losen. Gelb markierte Zellen bedeuten, dass jeweils 2 Lose produziertwurden im Monat, Orangene 3 produzierte Lose.Tabelle 10: Auslastung der Produktion sQ-StrategiesQMonatArtikel12345678910Summe BZRüstzeitVerf. 2000115200078%12 94%Tabelle 11: Auslastung der Produktion sS-StrategiesSMonatArtikel12345678910Summe BZRüstzeitVerf. 810741095812 401379665767500013824000105%18

Servicegrad:Der Servicegrad gibt die Lieferbereitschaft eines Unternehmens an. Da in unserem Fall zu keinemZeitpunkt der Sicherheitsbestand unterschritten wurde, ist der Servicegrad in beiden Strategien100%. In der Realität lässt sich ein Servicegrad von 100% nur schwer erreichen. Der hohe Wertlässt sich dadurch erklären, dass der Bestandsverlauf vereinfacht gerechnet wurde. Die allgemeineFormel zum Berechnen des Servicegrads lautet wie folgt:Servicegrad (Anzahl vollständig ausgeführter Bestellungen / Anzahl Bestellungen) * 100Servicegrad 100%Durchschnittlicher tatsächlicher Bestand:Der durchschnittliche tatsächliche Bestand wurde mit der Summe aller Bestände, dividiert durchdie Anzahl aller Bestände errechnet. Der Durchschnittsbestand über alle Artikel betrachtet liegt beider sQ-Politik deutlich unter dem Wert der sS-Politik.Durchschnittlicher tatsächlicher Bestand aller Bestände / Anzahl aller BeständeTabelle 12: Durchschnittlicher tatsächlicher Bestand sQ und sS 8534252054526072Gesamtkosten:Zum Vergleich der Gesamtkosten der beiden Strategien müssen folgende Kosten berücksichtigtwerden. der durchschnittlich gelagerten Mengen bei Bodenlagerung der tatsächlichen Rüstkosten der Fehlmengenkosten in Höhe der Kapitalbindung * 1.2Um die Kosten für die durschnittlich gelagerte Menge bei Bodenlagerung zu ermitteln, musstezunächst die durchschnittliche Anzahl der Paletten ermittelt werden. Dazu wurden die errechnetenDurchschnittsbestände, durch die Anzahl an Stück pro Palette dividiert. Diese wurden mit demgegeben Lagerkostensatz multipliziert.Berechnungsbeispiel Kosten Bodenlagerung:Anzahl Paletten durschnittliche Menge/ Anzahl Stück je PaletteKosten Bodenlagerung Anzahl Paletten * Lagerkostensatz19

Die tatsächlichen Rüstkosten werden berechnet mit den bereits bestimmten Rüstkosten proRüstvorgang multipliziert mit der tatsächlichen Anzahl an Rüstvorgängen.Berechnungsbeispiel Kosten Rüstkosten:Tatsächliche Rüstkosten Rüstkosten je Vorgang * Anzahl RüstvorgängeFehlmengenkosten entstehen wenn Bestellungen nicht ausgeführt werden können. DieBerechnungformel für die Fehlmengenkosten war in der Aufgabenstellung gegeben. Bei einemServicegrad von 100% entstehen keine Fehlmengenkosten.Die Tabelle 13 und Tabelle 14 zeigen die Gesamtkosten inkl. Kapitalbindungskosten KB auf.Tabelle 13: Gesamtkosten sQ-StrategiesQRüsten AnzahlRüstkosten [ ]tats. RK ges [ ]RK/MonatDurch. BestandStück p. PalettePaletten (aufge)Kosten Bodenl. [ ]KB-Kosten p.Art [ ]KB-Kosten p.Mon[ ]Gesamtkosten [ 2.8810612507500 Rüstkosten/Monat625.0011979.175974015 Bodenl./Monat3013682.08 KB-Kosten/Monat103.653848.33758.6517195.50 Kosten/Monat206346 Kosten/JahrTabelle 14: Gesamtkosten sS-StrategiesQRüsten AnzahlRüstkosten [ ]tats. RK ges [ ]RK/MonatDurch. BestandStück p. PalettePaletten (aufge)Kosten Bodenl. [ ]KB-Kosten p.Art [ ]KB-Kosten p.Mon[ ]Gesamtkosten [ 2.8810612507500 Rüstkosten/Monat625.0011979.175974015 Bodenl./Monat3013682.08 KB-Kosten/Monat103.653848.33758.6517195.50 Kosten/Monat206346 Kosten/Jahr20

f) Wählen Sie die aus Ihrer Sicht bessere Lagerhaltungsstrategie und legenSie die wesentlichen Planungsdaten zur Lagerplanung fest (mit Begründung!)Strategieauswahl:Nach dem Vergleich beider Strategien haben wir uns für die sQ-Strategie entschieden. Bei dieserStrategie haben wir nicht nur einen deutlich geringeren durchschnittlichen Bestand, sondern aucheine bessere monatliche und durchschnittliche Auslastung. Die sS-Strategie hingegen weist einedurschnittliche Auslastung von über 100% auf und kann mit den vorhandenen Ressourcen nichterreicht werden. Daraus ergeben sich, auf das Jahr betrachtet, geringere Kosten beim Einsatz dersQ-Strategie.Wahl der Lagerplatzzuordnung (fix oder chaotisch):Wir haben uns für eine fixe Lagerplatzzuordnung entschieden. Jeder Artikel kann so amgüngstigsten Lagerort gelagert werden. Die Einteilung erfolgt nach den, vorher bestimmten ABCund XYZ-Artikelgruppen. A-Artikel werden, aufgrund der hohen Entnahmehäufigkeit besondersnah am Warenein- und Ausgang gelagert. Dies führt zu verkürzten Materialflusswegen. Da keineAngaben dazu vorliegen, dass FIFO angewandt werden muss, haben wir angenommen, dass dasnicht der Fall ist.Nettoflächenbedarf:Als erster Schritt zur Berechnung des Nettoflächenbedarfs wurde zunächst die benötigtePalettenanzahl ausgerechnet. Diese ergibt sich aus dem Maximalbestand bei der sQ Strategie(Abschnitt d) und den Stück pro Palette. Nachdem die Palettenanzahl ermittelt wurde, wurde diesemit der Standartfläche einer Europalette von 0.96 m2 (1200mm x 800mm) multipliziert. Das ergibtdie Nettofläche bei einem Stapelfaktor von 1. Da wir einen maximalen Stapelfaktor von 3 gegebenhaben, beträgt der Nettoflächenbedarf nur ein drittel davon.Berechnungsbeispiel Nettoflächenbedarf:Palettenanzahl Maximalbestand / Stück pro PaletteNettoflächenbedarf bei Stappelfaktor 3 (Palettenanzahl * Palettenfläche) /321

Tabelle 15: or 1[m2]Stappelfaktor 00.9628.809.60C1315.20438.40Summe1370Technische Lagereinrichtung:Ein Palettenregallager ermöglicht einen direkten Zugriff auf die einzelnen Paletten und eine hoheFlexibilität. Als Fördersystem wird ein Frontgabelstapler verwendet, dafür müssen mindestens 3.2m bis 3.5 m zwischen den Regalen für Fahrwege vorgesehen werden. Hierbei wurde bei derDimensionierung der größte Wert (3,5 m) verwendet, da es durch bestimmte Regalsysteme zurSchmälerung des Transportweges kommen könnte.Bruttoflächenbedarf:Der Bruttoflächenbedarf entspricht der Nettolagerfläche zzgl. Verkehrs- und Manipulationsflächen.Er wurde in unserem Fall mit dem Flächennutzungsgrad bestimmt. Dieser ist im Skriptum gegebenund liegt für die gewählte Palettenregallagerung mit Frontgabelstapler bei 40%. Folgende Formelwurde angewandt:Bruttoflächenbeda

Lorenzkurve dargestellt. A 0-80% , B 81-92%, C 93-100% Tabelle 3: ABC - Analyse Artikel Verbrauchswert Jahres -verbrauch Verbrauchswert in % vom Gesamtwert Kummuliert Stückbedarf in % an Gesamtverbr auch Kummuliert 2 5838