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Kollektivvertragfür die Arbeitnehmerdes Pflege- undSozialsektors(CCT SAS)Für die Laufzeit vom1.1.2021 bis zum 31.12.2023

Achtung :Anfallende Interpretationsfragen und -probleme bzw. Streitfälle sind ausschließlich gemäß(der im „Memorial“ veröffentlichen Fassung) zu klären.Der in die deutsche Sprache übersetzte Vertragstext besitzt keine rechtliche Gültigkeit.

Inhaltsverzeichnis1.Einleitende Bestimmungen . 1Artikel 1. Präambel . 1Artikel 2. Dauer und Kündigung . 1Artikel 3. Geltungsbereich . 1Artikel 4. Definition allgemeiner – und besonderer Bestimmungen . 5Artikel 5. Paritätischer Ausschuss . 52.Bestimmungen für die Einstellung und Beendigung des Arbeitsvertrages . 6Artikel 6. Die Einstellung . 6Artikel 7. Haftpflichtversicherung . 7Artikel 8. Kündigung des Arbeitsvertrages . 73.Organisation der Arbeitszeit . 7Artikel 9. Organisation der Arbeitszeit . 7A.Die Arbeitszeit und ihre Aufteilung . 7A.1. Die Definition der Arbeitszeit . 7A.2. Die jährliche / monatliche Halbnetto-Arbeitszeit . 7A.3. Die monatlich durchschnittliche Referenzperiode (PRMM) . 8A.4. Die monatlichen Referenzperioden (PRM). 8A.5. Der individuelle Arbeitsplan (PTI) . 8B.Die Planung . 9B.1. Die Arbeitszeitordnung einer Einrichtung/Abteilung (RTS) . 9B.2. Die maximale Anzahl an Arbeitstagen pro Jahr . 10B.3. Die Obergrenze der täglichen Arbeitszeit. 11B.4. Pausenregelung . 11B.5. Die wöchentliche ununterbrochene Ruhezeit . 11B.6. Die Erstellung des individuellen Arbeitsplanes (PTI) . 12B.7. Die Anpassung des individuellen Arbeitsplans . 13B.8. Die geänderte Anwendung verschiedener Bestimmungen durchunvorhersehbare, weitreichende Ereignisse . 13B.9. Die monatliche Stundenübersicht . 13C.Überstunden . 14C.1. Die Definition von Überstunden . 14C.2. Der Überstundenzuschlag. 14C.3. Die Ausnahmebestimmungen . 14

C.4. Anpassungen des PTI aus persönlichen Gründen . 15C.5. Geringere Anzahl an Arbeitsstunden als im PTI festgelegt . 15C.6. Das Genehmigungsverfahren für Überstunden . 15C.7. Der Ausgleich durch Freizeit . 16C.8. Die Auszahlung. 16D.Der Bereitschaftsdienst . 17D.1. Die Definition . 17D.2. Der Ausgleich durch Freizeit . 17D.3. Die tatsächlich geleistete Arbeit im Bereitschaftsdienst . 17E.Schlussbestimmungen . 17E.1. Die technischen Anwendungen . 17E.2. Die Bestimmungen im Krankheitsfall . 18F.Spezifische Anwendungsmodalitäten bei Aushilfskräften mit unbefristetemArbeitsvertrag . 184.Arbeit an Sonntagen, gesetzlichen Feiertagen und Nachtarbeit . 19Artikel 10. Sonntagsarbeit . 19Artikel 11. Feiertagsarbeit . 19Artikel 12. Nachtarbeit . 19Artikel 13. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit . 19Artikel 14. Berechnung der Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und . 19Feiertagsarbeit im Jahresurlaub und bei Krankenurlaub . 19Artikel 15 (Dieser Artikel wurde aufgehoben.) . 205.Urlaub. 20Artikel 16. Der jährliche Erholungsurlaub . 20Artikel 17. Außerordentlicher gesetzlicher Urlaub . 20Artikel 18. Unbezahlter Urlaub nach Mutterschaftsurlaub, der bzgl. des Dienstalters alsDienstzeit betrachtet wird . 20Artikel 19. Unbezahlter Urlaub aus anderen Gründen, der bezüglich des Dienstalters nichtals Dienstzeit gilt . 2119.1. Ein unbezahlter Urlaub, der durch den Arbeitnehmer beantragt wurde, kann infolgenden Fällen gewährt werden: . 2119.2 Unbezahlter Urlaub, der nach Antrag des Arbeitnehmers gewährt wird . 21Artikel 20. Sozialurlaub . 226.Vergütungen . 23Artikel 21. Wert des indexierten SAS-Punktwertes . 23

Artikel 22. Allgemeine Bestimmungen. 23Artikel 23. Laufbahn- und Gehaltstabelle . 24Artikel 24. Anfangsgehalt und Beförderungen . 27Artikel 25. Berücksichtigung der Arbeitszeiträume vor dem Dienstantritt (Festlegung desfiktiven Beginns der Laufbahn) . 27Artikel 26. Jahresendzulage . 28Artikel 27. Andere Bestandteile der Vergütung . 28Artikel 28. Weiterentwicklung dieses Kollektivvertrags . 297.Besondere Bestimmungen . 31Artikel 29. Fortbildung . 31Artikel 30. Mahlzeiten . 31Artikel 31. Schließung einer Abteilung/Einrichtung . 31Artikel 32. Pflichten der Arbeitnehmer und Strafmaßnahmen . 32Artikel 33. Sexuelle Belästigung und Mobbing . 33Artikel 34. (Dieser Artikel wurde aufgehoben) . 34Artikel 35. Übergangs- und Ausnahmebestimmungen . 34Artikel 36. Respekt auf Abschalten des Arbeitnehmers . 35

1. Einleitende BestimmungenArtikel 1. PräambelZiel dieses Kollektivvertrages ist es, der Zielgruppe der genannten Einrichtungen einehochwertige Betreuung zu gewährleisten, koordinierte Arbeits- und Gehaltsbedingungensicherzustellen, sowie die Erhaltung des sozialen Friedens im Unternehmen und im Beruf zugarantieren. Dieses dreifache Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn dieserKollektivvertrag entsprechend den diesbezüglichen gesetzlichen BestimmungenAllgemeinverbindlichkeit erlangt.Der vorliegende Kollektivvertrag für die Arbeitnehmer im Pflege- und Sozialsektor hebt allebisherigen Kollektivverträge auf und ersetzt diese.Im Falle einer Streitigkeit in Verbindung mit der Auslegung dieses Kollektivvertrages für dieArbeitnehmer des Pflege- und Sozialsektors, werden die vorherigen Kollektivverträge mitherangezogen, um den Zeitgeist der umstrittenen Bestimmungen zu rekonstruieren.Der Begriff „Arbeitnehmer“ bezieht sich auf die Arbeitnehmer, unabhängig vom Geschlecht.Artikel 2. Dauer und KündigungDer vorliegende Kollektivvertrag gilt für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31.Dezember 2023.Nach diesem Zeitraum verlängert er sich stillschweigend um ein Jahr, es sei denn, eine derunterzeichnenden Parteien kündigt per Einschreiben mit einer Frist von mindestens 3Monaten vor Ablauf der Vertragslaufzeit.Im Fall der Kündigung bleibt der Tarifvertrag in Kraft bis spätestens zum ersten Tag des 12.Monats nach der Kündigung, gemäß Artikel L.162-10 (2) des Arbeitsgesetzes.Artikel 3. GeltungsbereichDer vorliegende Kollektivvertrag regelt die Arbeits- und Vergütungsbedingungen allerArbeitnehmer mit Arbeitsvertrag in einem luxemburgischen oder ausländischenUnternehmen oder Unternehmensteil, gemäß Artikel 1 des geänderten Gesetzes vom 8.September 1998, das die Beziehungen zwischen Staat und Einrichtungen regelt, die vorrangigund regelmäßig im sozialen, sozial-erzieherischen und therapeutischen Bereich tätig sind undderen Haupttätigkeit in der Aufnahme und Beherbergung am Tag und / oder über Nacht vonmehr als drei Personen besteht oder die Dienstleistungen in der Beratung, der Begleitung, dersozialen Ausbildung, der Betreuung, der Berufsberatung oder im Hilfs- und Pflegebereich aufdem Gebiet des Großherzogtums Luxemburg anbieten, sowie die Dienstleister im Bereicharbeitsbeschaffender Maßnahmen oder Wiedereingliederung ins Berufsleben.Nicht in den Geltungsbereich dieses Vertrages fallen die Unternehmen, die in denAnwendungsbereich der Kollektivverträge « Convention Collective de Travail des salariésoccupés dans les établissements hospitaliers et dans les établissements membres de laFédération des Hôpitaux Luxembourgeois (CCT FHL)» {Kollektivvertrag der in denluxemburgischen Krankenhauseinrichtungen und deren Mitgliedsinstitutionen beschäftigtenArbeitnehmern}, « Convention collective de travail des salariés du Centre Thermal et de Santéde Mondorf‐les‐Bains » {Kollektivvertrag der Arbeitnehmer im Thermal- undGesundheitszentrum Mondorf-les-Bains}, « Convention collective de travail des salariés del'Association pour la Gestion des Écoles et Internats de la Doctrine Chrétienne (AGEDOC1

a.s.b.I.) » {Kollektivvertrag der Arbeitnehmer des Verbandes zur Verwaltung der christlichenSchulen und Internate}, « l'Association pour la Gestion des Écoles des Sœurs de Ste. Elisabeth(AGEDESSE a.s.b.I.) » {Verband zur Verwaltung der Schule der Schwestern St. Elisabeth}, sowiedie Geschäftsleute und Unternehmen, die Einrichtungen des Typs Kinderkrippe, Kindergartenund Tagesstätte betreiben, deren Gegenstand die Beaufsichtigung und Erziehung von Kindernist.Nicht erschöpfende Liste der Einrichtungen, die in den Geltungsbereich desKollektivvertrages fallen:1.die Einrichtungen zur Vorsorge, Schulung, Information, Unterstützung und sozial- undfamilienorientierten Aktion: hierbei handelt es sich um Einrichtungen, die verschiedeneInitiativen zur persönlichen, ehelichen und familiären Förderung und Beratung entfalten;diese Initiativen decken die vielfältigen Formen der rechtlichen und sozialen Beratung,der Beratung bei Partnerschafts- und Elternproblemen, der moralischen und sozialenBetreuung ab; ausgeschlossen sind Einrichtungen, die Hilfen in Form von finanziellenLeistungen und eine Aufnahme in institutionellen Einrichtungen gewähren;2.die Einrichtungen für sozial- und familienorientierte Unterhaltung, Freizeit und Urlaub:dies sind Einrichtungen, die verschiedene Initiativen für die Unterhaltung von Kindern,Jugendlichen, Familien, Menschen mit Behinderung, älteren Menschen und Gruppen, diein sozial- und familienorientierten Institutionen betreut werden, anbieten; dieseInitiativen umfassen vor allem die Organisation von längeren Aufenthalten inUrlaubszentren, Jugendlagern sowie von sportlichen und sozio-kulturellen Aktivitäten,von Bereitschaftsdiensten und Tagen der offenen Tür an den Wochenenden; diebetroffenen Einrichtungen verwalten die entsprechenden Einrichtungen zur Aufnahme,Verpflegung und Unterkunft sowie die verschiedenen Einrichtungen für sportliche undsoziokulturelle Unterhaltung;3.die Einrichtungen für Partnerschafts-, Ehe- und Familienberatung unbeschadet derBestimmungen von Artikel 5 des Gesetzes vom 15. November 1978 über dieSexualaufklärung, die Vorbeugung strafbarer Abtreibungen und die Regelung desSchwangerschaftsabbruchs; hierbei handelt es sich um die Einrichtungen, die mit Hilfevon Fachpersonal Menschen jeden Alters, die Probleme in ihrem persönlichen,partnerschaftlichen oder beruflichen Leben haben, psychische Hilfe bieten, um sie beider Suche nach einer angemessenen Lösung ihrer Probleme zu unterstützen;4.die Einrichtungen, die sich für die Chancengleichheit von Männern und Frauen einsetzen:hier handelt es sich um Einrichtungen, die sich bemühen, die Stellung der Frauen zuverbessern. Sie stehen den Frauen in schwierigen Situationen in Verbindung mit ihremBerufs- oder Familienleben mit Information, Beratung und Hilfe zur Seite;5.die sozialen oder pädagogischen Hilfs- und Betreuungseinrichtungen im offenen Milieu:hier sind alle Einrichtungen gemeint, die das Ziel verfolgen, den sich an sie wendendenPersonen eine pädagogische, technische, menschliche und soziale Hilfe, Unterstützungbei der Verwaltung des Haushaltsbudgets und bei Behörden- undSozialinstitutionsgängen zu bieten und sie dabei in ihrer gewohnten Umgebung zubelassen;6.die Hilfseinrichtungen für Personen und Angehörige, die unter einer Schwäche oderBehinderung leiden: hier sind die Einrichtungen gemeint, deren Ziel es ist, den ab ihrer2

Geburt unter einer erwiesenen geistigen, körperlichen oder sensorischen Behinderungleidenden Personen, sowie der Umgebung dieser Personen pädagogische, soziale undpsychologische Hilfe durch individuelle Interventionen vorwiegend zuhause zu leisten;7.die Vermittlungsdienste für die Unterbringung bei Privatleuten: dies sind alleEinrichtungen, die sich mit der Anwerbung und Anleitung von Personen befassen, die inihrer Wohnung ständig oder tageweise Personen aufnehmen, um sie sozial zu betreuen;8.die Einrichtungen, die jugendlichen Arbeitnehmern und Arbeitslosen eine sozialeBetreuung bieten: hier sind alle Einrichtungen gemeint, die den jugendlichenArbeitnehmern und Arbeitslosen eine soziale Betreuung oder eine Unterkunft gewähren;9.die Einrichtungen, die arbeitsbeschaffende Maßnahmen anbieten oder eine beruflicheWiedereingliederung;10. die sozial- und familienorientierten Internate: hierbei handelt es sich um dieEinrichtungen, die für die Aufnahme und Betreuung von Schülern und Studenten sorgen,insbesondere durch Unterbringung, Verpflegung, Überwachung und Hilfe bei denStudien sowie durch ein Freizeitprogramm;11. die Einrichtungen, die Schüler außerhalb der Schulzeiten betreuen;12. die Tagesstätten für Kinder und Jugendliche: hier sind die Einrichtungen gemeint, dieregelmäßig mindestens 6 Kinder und/oder Jugendliche im Alter von 2 Monaten bis 18Jahre für eine bestimmte Zeit am Tag aufnehmen und betreuen;13. die Einrichtungen zur Aufnahme, Beaufsichtigung und Unterkunft von Minderjährigen,Obdachlosen, in Not geratenen Personen und Menschen mit Behinderung: hierbeihandelt es sich um die Einrichtungen, die in Schwierigkeiten geratenen Personen in Formeiner Unterbringung Aufnahme und Unterkunft für Tag und Nacht für einen begrenztenoder unbegrenzten Zeitraum bieten: die Unterbringung umfasst zuzüglich zur Unterkunftdie Pflege und sozial- und familienorientierte Betreuung in Verbindung mit demphysischen, psychischen und moralischen Zustand der betreffenden Personen;14. die häuslichen Hilfsdienste für Familien, Menschen mit Behinderung und alte Menschen:hier sind die Einrichtungen gemeint, die einer Familie, Menschen mit Behinderung odereinem alten Menschen bei der Verwaltung des Haushaltsbudgets, bei Behörden- undSozialinstitutionsgängen zur Seite stehen, eine pädagogische und technische,menschliche und soziale Hilfe bieten und Körperpflege und Hygienedienstleistungenerbringen sowie andere Leistungen wie beispielsweise telefonisch übermittelter Notruf(Telealarm) und gegebenenfalls die Begleitung am Lebensende;15. die Tages- und Nachtstätten für ältere Menschen: hierbei handelt es sich um dieEinrichtungen, die älteren Menschen in angemessenen Räumen Leistungen wiebeispielsweise Mahlzeiten, Körperpflege und Hygiene, die Organisation vonFreizeitaktivitäten und Ruhemöglichkeiten sowie Unterstützung bei Behörden- undSozialinstitutionsgängen bieten;16. die Altenheime und Einrichtungen für ältere Menschen: hier sind die Einrichtungengemeint, die mindestens 6 gesunden älteren Menschen oder solchen, die plötzlich Hilfeoder Pflege benötigen, Aufnahme, Unterkunft und angemessene Betreuung bieten; die"Centres intégrés pour personnes âgées": hier sind die Einrichtungen gemeint, diemindestens 6 älteren Menschen, die Unterstützung und spezielle Pflege aufgrund ihres3

Gesundheitszustands und ihrer Pflegebedürftigkeit benötigen, Aufnahme, Unterkunftund angemessene Betreuung bieten; Erholungsheime für ältere Menschen: hier sind dieEinrichtungen gemeint, die mindestens 6 älteren Menschen eine zeitweise Aufnahme zurphysischen oder psychischen Erholung bieten; Urlaubszentren für ältere Menschen: hiersind die Einrichtungen gemeint, die mindestens 6 älteren gesunden oder nicht gesundenMenschen zeitweise Aufnahme zum Erholen oder Ausruhen bieten;17. die sozialtherapeutischen Informations- und Bildungseinrichtungen: dabei handelt essich um die Einrichtungen, die in Absprache mit der Abteilung für vorbeugende undsoziale Medizin vorwiegend in den Bereichen der sekundären und tertiären Vorbeugungin Sachen mentale Gesundheit, Alkoholsucht und Drogensucht arbeiten;18. die Einrichtungen zur medizinisch-sozialen Prävention, Beratung und Aktion;19. die Einrichtungen für die ambulante und stationäre Rehabilitation von Personen, die aneiner Schwäche oder Behinderung leiden, mit Ausnahme der Einrichtungen, die imRahmen eines Krankenhauses arbeiten, und der in Artikel 2 des abgeänderten Gesetzesvom 14. März 1973 über die Gründung von Instituten und Einrichtungen für "éducationdifférenciée" [Sonderschulwesen] genannten Einrichtungen: hier sind die Einrichtungengemeint, die den Kindern und jungen Heranwachsenden, die unter einer Schwächeund/oder Behinderungen leiden, multidisziplinäre, vor allem rehabilitative Dienste wiebeispielsweise Krankengymnastik, Ergotherapie, psychomotorische Rehabilitationbieten;20. die Einrichtungen, die im Interesse der Entwicklung neuer Technologien für eine bessereIntegration von Menschen mit Behinderung im täglichen Leben arbeiten;21. die Einrichtungen zur Beratung, Hilfe und Betreuung von drogensüchtigen oderalkoholkranken Personen: hier sind die Einrichtungen gemeint, die im Rahmen derBekämpfung der Drogensucht arbeiten;22. die außerhalb der Krankenhäuser tätigen Einrichtungen für geistige Gesundheit: hier sinddie sogenannten sektoriellen Einrichtungen gemeint, die sich vorwiegend an Personenwenden, die unter Beziehungsstörungen und -unfähigkeit leiden;23. die therapeutischen Werkstätten für psychisch Kranke: hierbei handelt es sich um dieEinrichtungen, die durch ihre Tätigkeit den Patienten die Möglichkeit bieten, diepsychiatrische Klinik zu verlassen und in eine an ihren Bedarf und ihre Fähigkeitenangepasste Arbeitswelt integriert zu werden;24. die häuslichen Pflegedienste: hier sind die Einrichtungen gemeint, die den älterenMenschen, die aus Gesundheits- und Mobilitätsgründen bestimmte Tätigkeiten destäglichen Lebens nur mühsam ausüben können, paramedizinische Dienste bieten. Dieseumfassen die Unterstützung im Bereich der Pflege, der Gesundheit und der Hygiene;25. die ambulanten psycho-geriatrischen Einrichtungen: hier sind die Einrichtungen gemeint,die unter Altersdemenz oder der Alzheimer-Krankheit leidende Personen in Tagesstättenbetreuen;26. die Pflegeheime: hier sind die Einrichtungen gemeint, die mindestens 6 Personen, dieaufgrund ihres Gesundheitszustands und/oder ihrer Pflegebedürftigkeit spezielle Hilfeund Pflege benötigen, nicht nur eine zeitweise Aufnahme, Unterkunft und angemesseneBetreuung und Pflege bieten;4

27. die Jugendhäuser und Jugenddienste.Der Kollektivvertrag gilt ebenfalls für die Arbeitnehmer der unterzeichnendenArbeitgeberverbände.Er gilt sowohl für die Arbeitnehmer, die einen Vollzeitvertrag haben, als auch für dieArbeitnehmer mit einem Teilzeitvertrag, für die Arbeitnehmer mit einem befristeten unddiejenigen mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag.Er verankert den Grundsatz der Gleichbehandlung von Männern und Frauen bezüglich desZugangs zu einem Arbeitsplatz, zur Ausbildung und beruflichen Förderung und bezüglich derArbeitsbedingungen, sowie den Grundsatz der gleichen Entlohnung von Männern und Frauen.Er gilt ohne Unterschied für die Arbeitnehmer, die unter einer Behinderung oder irgendeinerSchwäche leiden, und für die gesunden Arbeitnehmer. Jede Diskriminierung einesArbeitnehmers aufgrund einer Behinderung oder Schwäche ist als Nichtbeachtung diesesKollektivvertrags zu betrachten.Folgende Kategorien sind ausgeschlossen:-Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis durch einen Rechts- oder Regulierungsstatus desöffentlichen Sektors geregelt ist;-Arbeitnehmer mit dem Status der Arbeitnehmer des Staates;-Studierende, die nach dem Gesetz vom 22. Juli 1982 tätig sind;-die Auszubildende(n), deren Status durch die geltenden gesetzlichen Bestimmungengeregelt sind;-die "betreuten" Arbeitnehmer in geschützten Werkstätten, Einrichtungen zurArbeitsbeschaffung oder beruflichen Eingliederung oder vergleichbaren Strukturen, diedemnach eine psychosoziale Betreuung seitens ihres Arbeitgebers erhalten;-die Begünstigten einer Maßnahme der Eingliederung oder Wiedereingliederung;-Arbeitnehmer, die das Amt eines SOS-Kinderdorfelternteils bei der "FondationLëtzebuerger Kannerduerf" ausüben;-Führungskräfte laut Artikel L.211-27 (5) des Arbeitsgesetzes. Die Arbeitnehmer, die alsPersonaldelegierte Verwaltungsratmitglied sind, fallen unter den Geltungsbereich diesesVertrags.Artikel 4. Definition allgemeiner – und besonderer BestimmungenDie Bedingungen dieses Vertrages gelten für alle Arbeitnehmer, die unter Artikel 3 fallen,gegebenenfalls unter Berücksichtigung der in den Anhängen H und L festgelegten besonderenBestimmungen.Artikel 5. Paritätischer AusschussDie Vertragsparteien vereinbaren die Einrichtung eines paritätischen Ausschusses, in dem diegleiche Anzahl an Mitgliedern beider Seiten wie unterzeichnende Arbeitgeberverbändevertreten sind.Die Aufgabe dieses Ausschusses ist:-die Umsetzung der Bestimmungen dieses Vertrags zu überwachen;5

-im Streitfall den Text dieses Vertrags auszulegen;-die Probleme, die durch die Anwendung des Vertrags auftreten, zu behandeln undgegebenenfalls Vorschläge für künftige Kollektivverträge zu unterbreiten;-über die Anwendung von Artikel 20 Bilanz zu ziehen;-das Follow-up der Bestimmungen bezüglich der Fortbildung zu gewährleisten undVorschläge zur Förderung der beruflichen Weiterbildung zu unterbreiten.Hierzu kann er spezielle Arbeitsgruppen gründen und ein ständiges Sekretariat einrichten.Den Vorsitz führt abwechselnd ein Vertreter der Arbeitgeberverbände und ein Vertreter derGewerkschaftsorganisationen.Er tritt spätestens 6 Wochen nach der schriftlichen Einberufung durch einen derUnterzeichner dieses Kollektivvertrags zusammen.2. Bestimmungen für die Einstellung und Beendigung desArbeitsvertragesArtikel 6. Die EinstellungDer entweder befristete oder unbefristete Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgeber undArbeitnehmer muss schriftlich gemäß den Bestimmungen von Titel II des Arbeitsgesetzesgeschlossen werden.Der Arbeitsvertrag wird in doppelter Ausfertigung erstellt, wovon eine für den Arbeitgeberund die andere für den Arbeitnehmer bestimmt ist und er muss, neben den obligatorischengesetzlichen Vorgaben, folgendes enthalten:1.Die berufliche Laufbahn und die Dienstaltersstufe, in die der Arbeitnehmer eingestuftwird;2.Die Arbeitszeit betreffend und/oder bei flexiblen Arbeitszeiten wird Artikel 9. folgend desKollektivvertrages SAS angewendet;3.der Arbeitsort oder das Prinzip, dass der Arbeitnehmer an mehreren Orten eingesetztwerden kann;4.den Verweis auf den Kollektivvertrag, der die Arbeitsbedingungen des Arbeitnehmersregelt.Sofern nicht anderweitig im Arbeitsvertrag festgehalten, wird Artikel 9 des Tarifvertrags imArbeitsverhältnis mit Teilzeit-Arbeitnehmern angewandt. Der Teilzeit-Arbeitsvertrag legt dievon beiden Parteien festgehaltenen Arbeitszeiten fest, beziehungsweise werden Artikel 9 undgegebenenfalls die Arbeitszeitordnung der Einrichtung/Abteilung (RTS) und/oder fallweisespezielle Ausnahmeregelungen zu Artikel 9 angewandt.Bei der Einstellung wird jeder Arbeitnehmer über seine Rechte und Pflichten informiert underhält ein Exemplar des Kollektivvertrages in schriftlicher oder elektronischer Form.Vor der Veröffentlichung eines Stellenangebots ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, diePersonaldelegation sowie das gesamte Personal des Unternehmens darüber zu informieren,vorzugsweise auf elektronischem Weg oder über jeglichen Weg, der ihm sinnvoll erscheint.6

Zweimal pro Jahr muss die Personaldelegation über Einstellungen und Kündigungeninformiert werden.Artikel 7. Versicherungspolice eneinedieArtikel 8. Kündigung des ArbeitsvertragesDie Kündigung unbefristeter Verträge kann in der nach Artikel L.124-1ff des Arbeitsgesetzeszur Verfügung gestellten Form vorgenommen werden.Vor einer Kündigung mit Kündigungsfrist oder einer Kündigung durch schwerwiegendesFehlverhalten, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, gemäß Artikel L.124-2 Arbeitsgesetz, denArbeitnehmer zu einem Vorgespräch zu laden, unabhängig von der im Unternehmenbeschäftigten Anzahl der Arbeitnehmer.Das Vorgespräch ist nicht zwingend erforderlich bei Beendigung des Arbeitsvertrages in derProbezeit, gemäß den Bestimmungen von Artikel L.121-5 des Arbeitsgesetzes.3. Organisation der ArbeitszeitArtikel 9. Organisation der ArbeitszeitA.Die Arbeitszeit und ihre AufteilungA.1. Die Definition der ArbeitszeitDie reguläre Brutto-Wochenarbeitszeit eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers beträgt 40Stunden. Die reguläre tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden.Angesichts der besonderen Bedingungen, unter denen die Einrichtungen und ihreDienststellen arbeiten, die in den Geltungsbereich dieses Kollektivvertrages fallen,vereinbaren die Vertragsparteien, dass die tatsächliche Arbeitszeit von der oben festgelegtenregulären Arbeitszeit abweichen darf. Zu diesem Zweck vereinbaren sie, die Arbeitszeit aufmonatliche Referenzperioden zu verteilen, die auf der Grundlage einer strukturiertenjährlichen Arbeitszeit erstellt werden.Der paritätische Ausschuss führt periodisch die in den Punkten A.2., A.3. und A.4.empfohlenen Berechnungen durch.A.2. Die jährliche / monatliche Halbnetto-Arbei

Der vorliegende Kollektivvertrag für die Arbeitnehmer im Pflege- und Sozialsektor hebt alle bisherigen Kollektivverträge auf und ersetzt diese. Im Falle einer Streitigkeit in Verbindung mit der Auslegung dieses Kollektivvertrages für die Arbeitnehmer des Pflege- und Sozialsekt