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V e r a n s ta lt u n g e nApril – September r31.5.2016: Brot und Wein am Elm17.6.2016: Forellen-Wanderung18.6.2016: Schnippel-Disko23.7.2016: PiWi-Picknick in Hannover14.8.2016: MuttergartenLand25.9.2016: Genussmarkt BraunschweigGenussreise ins WürttembergischeWeitere Veranstaltungen in Ihrer Nähe

Förderkreise auf der ganzen Welt und helfen mit,vom AussterbenbedrohteTierrassen,PflanzensortenundSie itragdiedieSlowSlowFoodFood unterstützen unterstützentraditionellezu dundan,Sie demnächstliegendenSlowFood Convivium nsmittelzu schützen,zu schützen, erhalten Sie die Slow Food Fibel, den Mitgliedsausweis und dieDeutschlandgehörenSie oodConviviumConviviuman,an,Anstecknadelmitder Schnecke,Slow gliedsausweisunddiediejährlich die sechs Ausgaben des Slow FoodundMagazins elmitportofreimitderderSchnecke,Schnecke,undnach DeutschlandHause gelieferte.V.(Schüler, StudentenAls Mitglied von Slow Food Deutschland e.V.und lenGemeinschaft, Gemeinschaft, ftein,dieRespekt treten Sie für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, die sgabe). vorderNatur underhaltenallemLebenzeigt,vor der Natur und allem Leben zeigt,Sie zur Bewahrung lokaler und regionaler Lebensmittel bei tragentragenSie zurBewahrungundregionaler Lebensmittel fterLandwirte beiund Lebensmittelhandwerkerhelfen gleichzeitig, die Existenzgewissenhafter Landwirteundzu sichern,und Lebensmittelhandwerker zu sichern,Sie mit Ihrem Mitgliedsbeitrag die Slow Food Stiftung fördernfördernSie mit Vielfalt,Ihrem Mitgliedsbeitrag die Slow Food Stiftung fürbiologischefür biologische Vielfalt,unterstützenSieIhren Mitgliedsbeitrag die Slow Food unterstützen Sie durchdurchIhrenWeltMitgliedsbeitragdie Slow Food Förderkreise auf derganzenund helfen mit,FörderkreiseaufderganzenWeltundhelfenmit,vom Aussterben bedrohte Tierrassen, Pflanzensorten undvom mittelschützen,Pflanzensorten undtraditionelle Lebensmittel zu schützen,Sie dem nächstliegenden Slow Food Convivium an, gehörengehören Sie dem nächstliegenden Slow Food Convivium an, erhaltenSieSlow Food Fibel, den Mitgliedsausweis und die erhalten Sie dieFibel, den Mitgliedsausweis und die AnstecknadeldiemitSlowder FoodSchnecke,Anstecknadel mit der Schnecke,Sie jährlich die sechs Ausgaben des Slow Food Magazins erhaltenerhalten undSie jährlichdienachsechsAusgabendes(Schüler,Slow FoodMagazins h reiunterschriebenenMitgliedsantragperPostan -Ausgabe).und Auszubildende erhalten einen Zugang zur Online-Ausgabe).gut, sauber & fairgut, sauber & fair Foode.V.BitteSlowBittesendensendenSie enMitgliedsantragMitgliedsantragper perPostPostan anLuisenstr. 10117BerlinLuisenstr.Luisenstr.45 45D -10117D -10117BerlinBerlinoder per Fax an 030 - 246 259 41nen eineSie find antragdsMitglie anntenengrederaufite – odeSie können den Mitgliedsantrag auch online ausfüllen untertsenInternenIhoderoderperperFaxFaxan an030030- 246- 24625925941 41nwww.slowfood.de/mitgliedwerdeneickwir schen zu.Sie könnenSie honlineonlineausfüllenausfüllenunteruntergern tte sendenSie denunterschriebenenMitgliedsantragper Post anGiselaThomaestraße 14,38118 BraunschweigBitte sendenSieDietze,den unterschriebenenMitgliedsantragper Post anTel. 0531 509614, E-Mail: [email protected] Food Deutschland e.V.Slow FoodDeutschland e.V.SlowLuisenstr.45 Food HannoverFrankBuchholz, Paul-Ehrlich-Straße 12 b, 30952 RonnenbergLuisenstr.45D -10117Tel.Berlin0511 463894, Fax 0511 415270, E-Mail: [email protected] -10117BerlinKann denn Essen Sünde sein?Oder anders gefragt: Schließen sich Genuss und Gesundheit aus? Inder aktuellen Diskussion darüber, welche Werte rund ums Essen Kindernund Jugendlichen in der Schule vermittelt werden sollen, stehen sichdiese beiden Begriffe oft scheinbar unversöhnlich gegenüber. Wenn wirGenuss als rücksichtslose bacchantinische Völlerei verstehen, mag daszutreffen. (Dass oft der Wert „darf nix kosten“ alles andere verdrängt, istnoch ein weiteres Thema!)Wenn Slow Food aber „kulinarischen Genuss“ als zentrale Forderungproklamiert, ist anderes gemeint. Dann hebt das zunächst mal diemaßgebliche Vorrangstellung der Gesundheit in der Ernährungslehreauf. An die Stelle tritt die Kultivierung der individuellen Leiblichkeit mitder Ausprägung eigener geschmacksästhetischer Vorlieben – eine sehrindividuelle Erfahrung. Wir können aber kollektiv dazu beitragen, dass siejedem Menschen möglich wird. Diese Individualität braucht Vielfalt – denGeschmack spezifischer Pflanzensorten und Tierarten, Anbauverfahren,handwerklicher Produktionsvorgänge und Rezepturen.Die Bewahrung dieser Vielfalt ist ein Teil der Verantwortung, diewir dem Genuss an die Seite stellen. Zwangsläufig fragen wir nach denAnbaumethoden, Haltungsbedingungen, ökologischen und sozialenUmständen der Lebensmittelerzeugung. Je inniger die Beziehung zumEssen, desto dringlicher werden die Fragen.Mit unserer Ernährung übernehmen wir auch Verantwortung für denErhalt der Naturressourcen, für Tierwohl, für globale Nahrungssicherheitund -gerechtigkeit, für die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung,für die Lebensgrundlagen und die Gesundheit der Menschen, dieLebensmittel produzieren. Jenseits dieser Kriterien kann es kein gesundesEssen geben.Umgekehrt können wir davon ausgehen, dass Lebensmittel, die„sauber“ und „fair“ erzeugt wurden, auch „gut“ sind. Nur sie habenstoffliche und kulinarische Qualitäten, die wir schätzen.In diesem Heft finden Sie ganz viele Hinweise auf Aktivitäten undVeranstaltungen, die „Genuss mit Verantwortung“ erlebbar machen.Wir freuen uns auf Ihr Mitmachen!Ihre Slow Food ConvivienFotos: Slow Food, sofern nicht anders angegebenLayout: Frank Buchholz, www.typo-text-trix.de · Auflage: 15.000den Kalenderoder perAnzeigenschlussFax an 030für- 246259 41Winter 2016/2017:oder peran2016030 - 246 259 4115.FaxAugustSie können den Mitgliedsantrag auch online ausfüllen unterSie können den Mitgliedsantrag auch online ausfüllen /mitgliedwerden23

Was heißt eigentlich„Tafelrunde“?Neues Modell im Convivium HannoverOb er der erste war, wissen wir nicht – aber von ihm gibt es seit langemdie buntesten Geschichten: Immerhin schon vor etwa 1.500 Jahren sollder englische König Artus seine Mitstreiter um einen großen rundenTisch versammelt haben, um das gemeinsame Vorgehen zu besprechen,wichtige Entscheidungen zu fällen – und sicher auch ausgiebig zu essenund zu trinken. Bekannt geworden als „Tafelrunde“.Eine Tischgesellschaft als Keimzelle für Aktivitäten und als Plattformfür lokale Bündnisse rund um gute, saubere, faire Lebensmittel – deshalbgibt es Tafelrunden auch bei Slow Food. Deshalb nennen wir unsereregionalen Gruppen auch Convivium – lateinisch für Tischgesellschaft.Im Convivium Hannover kennen wir diese Form regelmäßiger Treffenseit annähernd zwanzig Jahren mit unterschiedlichsten Ausprägungen:zur Festigung einer eingeschworenen Gemeinschaft, als Stammtisch,Werbeveranstaltung für die eigene Sache oder Vortragsplattform.Aus guten Gründen hat sich hier eine Tradition entwickelt, die flexibelgenug ist, um den Mitgliedern von Slow Food den passenden Rahmen fürihre Aktivitäten zu geben – und allen anderen an Slow Food Interessiertendie Möglichkeit zum Kennenlernen zu bieten.Dabei war es nicht immer einfach, ein passendes Lokal zu finden.Charmant und originell sollte es sein, die Küche experimentierfreudigund bodenständig, gute Erreichbarkeit vorausgesetzt. Ach ja, die Zutatennatürlich gut, sauber, fair, und nicht zu teuer.Die eierlegende Wollmilchau werden wir nicht züchten können, aberdas Leitungsteam unseres Conviviums hat sich für das Sommerhalbjahr2016 neue Formen der monatlichen Treffen ausgedacht. „Ausgedacht“ist nicht ganz richtig, denn die Überlegungen sind eine konsequente Folgedessen, was bei Slow Food aktuell los ist.Alle zwei Monate wird es eine Mitbring-Tafelrunde geben. Für April,Juni und August konnten wir das Zirkuszelt hinter dem Haus der Jugend4„buchen“, in dem wir im vorigen September schon erste Erfahrungen mitdiesem Format machen durften. Die lockere Atmosphäre motivierte eineReihe von Interessierten ebenso zur Teilnahme wie einige Aktive von SlowFood Youth. Sicherlich war auch die nicht vorhandene „Hemmschwelle“eines teuren Menüs hilfreich. Die mitgebrachten Speisen waren herrlichvielfältig und lecker, manches konnte im Haus der Jugend sogar frischgebrutzelt werden. Wenn Slow Foodies zusammenkommen, ist die Angstvor vielen nicht unterscheidbaren Nudelsalaten wohl unberechtigt.Der Wunsch ist, dass sich diese Form der Tafelrunden weiter entwickeltzu einem aktiven Vernetzungstreffen in kreativer Runde bei leckeremEssen.In den dazwischen liegendenMonaten – Mai, Juli, September– werden wir einen klassischenRestaurantbesuch machen. JedesMal woanders – irgendwo imBereich unseres Conviviums. Sohaben auch die Mitglieder, die weitab von Hannover wohnen, mal dieGelegenheit, ohne lange Anfahrtan einer Tafelrunde teilzunehmen.Vorrangig werden wir Restaurantsbesuchen, die Aspiranten für denGenussführer und/oder Unterstützersind.Sicherlich werden wir für die letztgenannten Tafelrunden eine längereAnmeldefrist brauchen, damit rechtzeitig die Entscheidung über kleineExtrakarte oder à la carte getroffen werden kann.Der genaue Blick in den Terminteil dieses Kalenders bzw. in diejeweiligen Mails ist ohnehin anzuraten. Die Tafelrunden werden nicht mehrzwingend am ersten Dienstag eines Monats stattfinden. Es gibt keinenGrund mehr, nie zur Tafelrunde zu kommen. Wir freuen uns auf neueErfahrungen!Das Leitungsteam des Conviviums Hannover5

Paradigmenwechsel in der Schulernährung?10. Dezember 2015:Forum Ernährungsbildung (FoEBi) startet in HannoverEs ging um Visionen. Weil in unseren Schulen beim Thema Ernährungvieles im Argen liegt. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer desVisions-Workshops, zu dem Slow Food Deutschland in das hannoverscheHaus der Jugend eingeladen hatte, konnten zwar von guten Ansätzen ausihrem jeweiligen Umfeld berichten: Erfahrungstage „Lernen auf dem Bauernhof“, Workshops zum „Globalen Lernen“, Schülerfirmen mit selbstgemachtem Snack-Angebot, Back- und Kochkurse mit Schulklassen, Einhaltung von Ernährungsstandards beim Essensangebot, Schulobstprogramm.Aber abgesehen davon, dass bei weitem nicht alle Schüler an diesenAngeboten teilhaben können, wurden auch ganz konkrete Missstände benannt: fehlende Kochmöglichkeiten in Schulen, Zwang zur gemeinsamenMenübestellung beim günstigsten Anbieter und vieles mehr.und so die vielfältigen Lernansätze des Themas „Essen“ zu nutzen, so wenig passt ein Schulessen in das übliche schulische Raster, das selbst alsauthentischer Lernort ernst macht mit der Realisierung einer nachhaltigen,solidarischen und genussorientierten Ernährung.Minister Meyer wagte den hoffnungsvollen Ausblick, dass in unserenSchulen künftig gemeinsam gekocht und gegessen werde. Zur Finanzierung dieses „Erfahrungs- und Erlebenskorridors“, der ja dem familiärenUmfeld entnommen werde, könne er sich z. B. eine Umschichtung des Betreuungsgeldes vorstellen. Bis dahin mag es ein langer Weg sein.Im zweiten Teil der Veranstaltung entwickelten sich lebhafte Gesprächerund um vier Themeninseln:Essen als Schulfach?Leitlinien schulischer ErnährungsbildungRecht auf kulinarischen GenussSchülerinnen und Schüler als Ko-ProduzentenDr. Antje Brink (Slow Food Hannover)im Gespräch mit Workshop-Teilnehmerinnen.Dr. Ursula Hudson, Minister Christian Meyer, Prof. Dr. Lotte Rose und Dr. FriedrichSoretz (von links) diskutieren über Notwendigkeiten und Möglichkeiten, Genuss,Gesundheit und schulische Bildung in Einklang zu bringen.Kristina Quakulinsky (Slow Food Hannover)im Gespräch mit Workshop-Teilnehmerinnen.Prof. Dr. Lotte Rose von der Frankfurt University of Applied Sciencesverdeutlichte in ihrem einleitenden Vortrag die Diskrepanz zwischen denLeitfiguren der Ernährungsbildung einerseits (z. B. globale Gerechtigkeitund Nahrungssicherheit, Umwelt- und Tierschutz, Verbraucherkompetenz)und der Schulverpflegung andererseits (z. B. Erfüllung formaler Auflagen,Kostendruck, Erhalt von Schulroutinen).Anschließend diskutierte sie mit Dr. Ursula Hudson (Vorsitzende SlowFood Deutschland e. V.) und dem niedersächsischen Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz Christian Meyer über die Situation zwischen Chancen und Dilemmata. So erstrebenswert es ist, allenSchülerinnen und Schülern Ernährungsbildung zuteil werden zu lassen67

Der hannoversche Convivienleiter Frank Buchholz (links) und Dr. Friedrich Soretzresümieren die zusammengetragenen Visionen und wagen einen Ausblick für dasForum Ernährungsbildung (FoEBi).Der Moderator Dr. Friedrich Soretz und der hannoversche Convivienleiter Frank Buchholz entwickelten im abschließenden Resumé aus den zahlreichen Visionen, Wünschen und Anmerkungen die ersten Fragestellungenfür die geplanten Thementage. Wenn es konkret darum geht, wie Genuss,Gesundheit und schulische Bildung in einen für alle Beteiligten stimmigenDreiklang zu bringen sind, wird es hoffentlich auch gelingen, Vertreter desKultusministeriums einzubinden.Bei Interesse am Forum Ernährungsbildung (FoEBi) wenden Sie sich bitte an Frank Buchholz, [email protected] Genuss-ManifestMan erinnert sich an den alten Witz vom Geisterfahrer, der im Verkehrsfunk die Meldung über eine Irrfahrt hört und dabei denkt: „Ein Geisterfahrer? Hunderte!“.Seit einigen Monaten sind wir, die Autoren dieses Manifests, Mitgliedbei Slow Food. Als Kochverrückte haben wir uns schon immer dafür inter essiert, was wir auf dem Teller und im Glas haben, und stehen industriellgefertigter, normierter Nahrung eher ablehnend gegenüber. Dies führt mitunter dazu, dass man uns den Stempel des Nörglers mit dem erhobenenZeigefinger aufdrückt.8Aber wie ist das mit dem erhobenen Zeigefinger wirklich, und was hatdas alles mit dem anfangs erwähnten Geisterfahrer zu tun? Wir wollen hierauf einen anderen Denkansatz hinaus.Bei uns zuhause wird täglich frisch gekocht. Es gehört einfach zurabendlichen Entspannung, beim Kochen über den Arbeitstag zu reflektieren. Dabei läuft Musik und gelegentlich gibt es auch mal ein Glas Weindazu. Auch der Weg zum Ziel soll schließlich Genuss sein. Aber zurück zumKochen: Da spielen die Zutaten natürlich die Hauptrolle. Wir wünschen unsso weit wie möglich natürliche und unverfälschte Zutaten. Im Supermarktsehen wir uns jeden Artikel und jede Zutatenliste genau an. Wer das vorhernie gemacht hat, der wird beim ersten Mal viele Überraschungen erleben:Sie glaubten bisher, dass in einem Becher Sahne wirklich nur Sahne drinist? Es gibt quasi keine Schlagsahne mehr ohne Carrageen-Zusatz (außerals Bio-Produkt). Oder versuchen Sie mal einen traditionell ausschließlichmit Butter produzierten Blätterteig zu kaufen. Da müssen Sie sich Urlaubnehmen und ein Dutzend Supermärkte abklappern. Die Mehrzahl der Fertigblätterteige wird nämlich mit gehärteten Fetten und Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren hergestellt (etwas besser sind Bio-Produkte,aber auch hier ist das mit der Butter schon schwierig).Wir wollen aber für unser Geld klare und eindeutige Zutaten haben.„Sahne“ ist für uns „Sahne“ und nicht „Sahne plus Hilfsstoff“! Wenn icheinen Chemiebaukasten haben will, dann hole ich mir den aus meiner Jugendzeit aus dem Abstellraum.Ist es nicht bedauernswert, dass immer mehr natürliche und traditio–nelle Produkte zweifelhaften Verbrauchertrends angepasst werden oderganz verschwinden? Und so entdeckt man beim Gang durch den Supermarkt noch viele andere bizarre Dinge:In vielen Schokoladen findet man Emulgatoren (Lecithin). Eine traditionell produzierte Schokolade benötigt das nicht. Und es gibt Hersteller, diebekommen das auch zum Preis der Nobel-Marken-Schokolade hin. Angeblich hochwertige Bitterschokoladen werden dann sehr oft auch noch mitVanillearoma aufgehübscht.Die Regale mit Tütensuppen und Fix-Produkten sind mittlerweile so gigantisch groß, dass alle diese Tüten aneinandergeklebt wahrscheinlich biszum Mond reichen würden. Und die Kreativität der Tütensuppen-Erfinderist überwältigend: Auf Fix-Pulver für Wiener Schnitzel hat die Menschheitgewartet. Fix-Pulver für Teewasser kommt dann als nächstes.Manche Kirsch-Müsli oder auch Waldfrucht-Riegel enthalten mehr Ersatzfrüchte wie z. B. Rosinen oder Cranberries als Kirschen bzw. Waldfrüchte. Das nennt man übrigens „Umfruchten“.Wie kann eine Flasche Sekt weniger als 3 Euro kosten? Zieht man dieMehrwertsteuer und einen Euro Sektsteuer ab, dann noch die Kosten fürFlasche und Ausstattung, außerdem die Handelsmargen, dann bleibt fürden Winzer nicht mehr viel übrig. Ist da wirklich noch traditionell produzierter Wein drin?9

Auch beim „Balsamico-Essig“ im Hochpreissegment will sich nicht sorichtig Vorfreude auf den Genuss einstellen: Bei den Zutaten findet manFarbstoffe und andere Zusätze.Neu im Kühlregal: Margarine mit über 20% Butter. Dazu ein heißer Verbrauchertipp von den Autoren dieses Artikels: Nicht neu, sondern schonewig im Kühlregal gibt es Produkte mit 100% Butter, echt lecker!Bei vielen Produkten, wo mit dem Hinweis „altes Familienrezept“ einetraditionelle Zubereitung suggeriert werden soll, fragt man sich, ob es sichhier wohl um Pharmazeuten-Familien handelt.Aber warum verfällt man so leicht solchen verfälschten Produkten, obwohl die Alternativen nicht einmal teurer sind, sondern nur etwas Aufmerksamkeit und Interesse erfordern?Durch die Allgegenwärtigkeit der Werbung werden uns Verbraucherndie Produkte der Industrie zusammen mit dem passenden sonnigen Lebensgefühl ins Hirn gebrannt. Im Supermarkt schreien die Produkte dannförmlich aus den Regalen heraus: „Kauft uns, damit die Sonne scheint!“.Das erinnert an den mahnend erhobenen Zeigefinger aus Kindertagen,wenn man den Teller nicht leer essen wollte. Und dieser subtil eingesetzteZeigefinger der Industrie ermahnt uns Verbraucher ständig, genau das zukonsumieren, was die Lebensmittel-Multis vorgeben. Und damit kommtunser vermeintlicher Geisterfahrer ins Spiel. Es ist nur eine Frage der Perspektive, wo der erhobene Zeigefinger zu finden ist und wer falsch fährt.Wenn also jemand bewusste Ernährung (zum Beispiel nach dem SlowFood-Gedanken) mit erhobenen Zeigefingern in Verbindung bringt, dannsollte man dem entgegnen, dass es ganz andere Zeigefinger gibt, auf dieständig hereingefallen wird.Zum Abschluss unseres Manifestes könnte man noch etwas von gesunden Lebensmitteln, artgerechter Tierhaltung, fairer Entlohnung der Produzenten und dem Schutz unserer Umwelt erzählen. Aber das haben schonviele andere vor uns getan und auch viel qualifizierter. Uns geht es hier umUrsprünglichkeit und um Genuss. Wirmöchten auch in Zukunft Lebensmittelvorfinden, die nach etwas schmeckenund die das sind, was sie vorgeben zusein („Ein Apfel ist ein Apfel und eineBirne ist eine Birne“ hat Loriot gesagt).Wir wollen nicht einen Einheitsgeschmack anerzogen bekommen, undwir wollen Produzenten, Händler undGastronomen unterstützen, dass sieuns auch in Zukunft noch hochwertigeund genussvolle Produkte liefern können.Jesco Helde und Martin Zoworka,Convivium Braunschweiger Land10„Rinder-Wahnsinn“Rind ist nicht gleich RindUnter diesem Motto fand im Februar imRestaurant DEINS im Congress Hotel amStadtpark ein Beef-Tasting statt. 30 Freundeund Gäste vom Convivium Hannover haben einen Einblick über verschiedene Fleischqualitäten bekommen. Restaurantbesitzer Niels Müller führtegemeinsam mit seinem Küchenchef Peter Kaßner durch den Abend undbeide gaben viel Wissenswertes zum Thema Fleisch, Aufzucht, Fütterungund Qualitätsmerkmale preis.Probieren konnten die Gästeaustralisches Rindfleisch im Vergleich mit US-amerikanischerWare und einem regionalen Produkt aus Deutschland bzw. Europa. Die offene Küche lud zumZuschauen beim Grillen mit demgeschlossenen Holzkohlegrill ein.Aber auch weniger genutzteFleischteile im Sinne von ganzheitlicher Tiernutzung wurden vorgestellt. So wird es in der neuen Speisekartevom DEINS ein Gericht geben, das diese Idee von Slow Food aufgreift: Geschmorte Ochsenbacke auf Kartoffelstampf mit Wildkräutersalat. Eigentlich untypisch für ein Steakrestaurant, aber gerade das zeichnet das Engagement der Betreiber aus, sich für mehr Nachhaltigkeit in der Gastronomieeinzusetzen.Zum Abschluss wurden die Benotungen der Tester ausgewertet und dasüberraschende Ergebnis ergab: Sieger im Geschmacks- und Fleischkonsistenztest war bei der Hüfte und der Flanke dann doch Australien. BeimRoastbeef gewann das pommersche Rind. Klar abgeschlagen war das Massenwaren-Hüftsteak aus dem Discounter. Und da wird wieder klar: Rind istnicht gleich Rind Niels Müller, Restaurant DEINS, Slow Food Unterstützer11

IRM-HInitiative RegionalmarktHannoverSo schmeckt das Brot vom Honeck: es ist viel mehr als das Brot,welches die Wurst oder den Käse in die Schule oder das Büro transportieren soll, es hat soviel Eigengeschmack, dass ich überlege, was ich dazuüberhaupt essen kann. Das sind die Momente, in denen sich meine Essgewohnheiten ändern. Das Brot schmeckt zum gewählten Käse vom EilterHof, jedoch werde ich beides getrennt essen, damit der Geschmack beiderwirken kann. Und in meinem Kopf hat es „klick“ gemacht und ich fühlemich auf dem richtigen Weg: dem Weg, nach Lebensmitteln zu suchen, einJäger des Geschmacks.Es gibt Lebensmittel, die sind derart anders als das tägliche Einerleider Lebensmittelindustrie, sie sind eine andere Welt! Noch sind diese Augenblicke eher selten und sie finden sich nicht unbedingt in den Lebensmittelabteilungen der großen Handelskonzerne oder in Restaurants, dieihren Umsatz optimieren müssen. Es sind doch eher Ausnahmen, welcheentdeckt werden wollen.Nach den vielen Jahren der Industrialisierung der Herstellung, der Verarbeitung und des Vertriebs von Lebensmitteln, deren hauptsächlicherTreiber der Preis für den Kunden ist, scheint nun eine Zeit angebrochen, inder sich mehr und mehr Verbraucher fragen, ob das nun alles gewesen ist.Aber wir haben unsere Kenntnisse über die guten Lebensmittel verkümmern lassen. Und nun müssen wir wieder ganz weit unten anfangen. Sogarsoweit unten, dass uns zuerst das Original gar nicht mehr schmeckt, weilunser Geschmack durch die Industrie so erzogen ist, dass wir dazu neigen,das Original nicht für echt, mindestens nicht für „schmeckt“, zu nehmen.Und woher sollen wir diese Preziosen denn überhaupt herbekommen?Gibt es Hersteller, Verarbeiter und Vertreiber in meiner Region, die ich besuchen, die ich fragen kann. Und wo ich mich rantasten kann an das, wasdenn nun so anders gut ist. Ja, auch dieses Wissen ist verlorengegangen.Und mit dem Mangel an Interesse haben viele unserer Lebensmittelhandwerker zwischenzeitlich aufgegeben oder sich auf die Industrieschiene begeben. Wir sind selber schuld.Doch es gibt noch einige. Und manche fangen motiviert durch den Trendzur Originalität erst an. Diese gilt es zu finden und zu fördern. Diese kleinenPflänzchen des Geschmacks sind besonders liebevoll zu pflegen. Aber lautmüssen wir darüber reden, denn getreu dem Motto von Slow Food: „Iss es,damit es leben kann!“ wollen wir das Pflänzchen ja päppeln.Verarbeiter in der Region suchen, die nach guter handwerklicher TraditionLebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes schaffen. Auf irm-h.de lesensie, was die Initiatoren tun und auf genusslandschaft.de lesen sie das Ergebnis.Es gibt eben unterschiedliche Rinderrassen, Hühner-, Gänse-, Entenrassen und Wild und Schafe. Hier in Niedersachsen lebt die größte Vielfalt: Leine-Schaf, Heidschnucken, Skudde, Soay-Schaf, Kamerun-Schaf,nur um einige zu nennen. Und sie schmecken völlig unterschiedlich. UndMohrrüben sind nicht gleich Mohrrüben. Komisch, bei Kartoffeln wissenwir es noch. Fragen sie doch mal in ihrem Stammlokal, woher die Gemüsekommen, aus der Dose oder dem Tiefkühlschrank? Bei den Landpartien,welche kriminalistischen Spürsinn fordern, kommen Erkenntnisse heraus,die nicht nur unseren Tisch überbordend bereichern, sondern uns auch dieSchönheit unserer Landschaft erleben lassen. Und die Menschen. Ich trageim Herzen Sonne nach Hause, wenn ich sehe, wie stolz ein Bauer auf seinProdukt ist.Es ist nicht jedem gegeben, in der Region herumzuvagabundieren; vielesind angewiesen, die Zeit des Einkaufs zu kürzen. Aber wo sind die Vertreiber der besonderen Produkte. Bauernmärkte helfen, lösen das Thema allerdings nicht in der Breite. Gemüsekisten werden schon weit verteilt, toll,aber es bleibt noch viel zu tun, die kulinarischen Kostbarkeiten wieder indie Stadt zu bringen. Auch das sehen wir als unsere Aufgabe.Aber wir haben auch einen Anspruch! Wir wollen nicht unsere SlowFood Grundsätze verraten, nur um ein möglichst umfangreiches Angebotaus der Region zu präsentieren. Nein, es muss sich um bäuerlich, handwerklich hergestellte Produkte handeln, nicht nach industriellen Maßstäben hergestellte. Dafür haben wir Anforderungskriterien formuliert, die imwesentlichen den Ausstellerbedingungen der Slow Food Messe in Stuttgartfolgen.Machen sie doch mit. Wir suchen Lebensmitteljäger in der Region, Lebensmittelbeurteiler und Leute, die mit uns kosten möchten.Friedrich Pfeffer, Convivium HannoverIn Hannover haben sich ein paar Leute von Slow Food, Transition Townund aware&fair in der „Initiative Regionalmarkt Hannover“ zusammengetan, um gemeinsam Initiativen zu unterstützen, die die Hersteller und1213

VeranstaltungenMelden Sie sich bitte möglichst früh – und wenn nicht anders angegeben – beim veranstaltenden Convivium an. Betrachten Sie IhreAnmeldung bitte als verbindlich. Gegebenenfalls erfahren Sie Details über die jeweiligen Kontaktdaten. Herzlich willkommen!HannoverSonntag, 3.4.2016, 11 UhrBiohof Peters –Bioland-Rindfleisch und Hähnchen aus eigener SchlachtungDer Biohof Peters in Großenheidorn wirtschaftet seit 5 Jahren biologischund ist seit 2013 dem Bioland-Verband angeschlossen. Seine Betriebsschwerpunkte sind Mutterkuhhaltung und Hähnchenmast. In einer Betriebsgemeinschaft mit einem Ackerbaubetrieb wird das Futter für dieTiere selbst erzeugt. Im letzten Jahr hat die Familie Peters einen eigenenSchlachthof für die Rinder aufgebaut, und kann nun nicht nur Hähnchensondern auch Rindfleisch aus eigener Schlachtung anbieten. Seine Produkte vermarktet der Betrieb in einem kleinen Hofladen sowie in verschiedenen Bioläden in der Region. Ab April d. J. wird der Hof auch mit einemStand auf Bauernmärkten in Hannover und Neustadt vertreten sein.Wir besichtigen den Hof und Schlachtbetrieb und besuchen die Rinderherde. Wer möchte, kann anschließend als Mittags-Imbiss frische „BioBurger“ genießen.Und wer dann noch Zeit und Lust hat, kann den Sonntagnachmittag mitKaffee und Kuchen im Café von Wegeners Hof, im nur wenige Kilometer entfernten Dorf Liethe, ausklingen lassen.Ort: Biohof Peters, Dorfstr. 53A, 31515 Wunstorf-GroßenheidornKosten: 4 (Nichtmitglieder 5 ) plus VerzehrBitte anmelden unter Tel. 05034 2214996 oder [email protected] Kooperation mitMittwoch, 6.4.2016, 19 UhrMitbring-Tafelrunde im ZeltAprilAlle31.3. – 3.4.2016Markt des guten Geschmacks – die Slow Food MesseKommen Sie mit auf eine außergewöhnliche Genussreise. Besuchen Sieden Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe. Entdecken Siedie beeindruckende Vielfalt regionaler Spezialitäten. Erleben Sie den unverfälschten Geschmack, die Individualität und Lebendigkeit handwerklicherProdukte. Treffen Sie die Produzenten Ihrer Lebensmittel persönlich undtauchen Sie ein in die Philosophie von Slow Food. Machen Sie mit und genießen Sie beim sinnenfreudigen Slow Food Rahmenprogamm! Was hat derPorree in Ihrem Einkaufskorb mit Politik zu tun oder warum haben Lebensmittel bei uns nur noch einen Preis, aber keinen Wert mehr? Diese und andere spannende Themen beleuchten wir auf der Forumsbühne in Vorträgenund Diskussionen über politische, soziale und kulturelle Dimensionen vonEssen und Trinken.Der Genuss steht im Vordergrund bei den sinnenfreudigen und unterhaltsamen Gaumenschulungen der Geschmackserlebnisse, in der Kochwerkstatt beim gemeinsamen Schnippeln und Brutzeln mit Sterneköchen undam Abend bei den Verabredungen zum Essen, wenn wir exklusive Menüsfür unsere Gäste zelebrieren.Ort: Messe Stuttgart14Zwanglos, lecker, unterhaltsam. Wenn jede/r eine Kleinigkeit zu einem Buffet beisteuert, haben wir eine gute Grundlage für spannende Gesprächeüber das Essen und die Welt.Ort: Zirkuszelt hinter dem Haus der Jugend, Maschstraße 22 – 24, 30169HannoverBitte anmelden unter Tel. 0511 463894 oder [email protected] Kooperation mitSonnabend, 9.4.2016, 14 – 20 UhrSonntag, 10.4.2016, 10 – 16 UhrMarkt-SpektakelDie Ausstellung „KonsumKompass“ in der Volkshochschule Hanno

V e r a n s t a l t u n g e n april – september 2016 Genuss mit Verantwortung 31.5.2016: Brot und Wein am elm 17.6.2016: Forellen-Wanderung 18.6.2016: schnippel-Disko 23.7.2016: PiWi-Picknick in Hannover 14.8.2016: Muttergarten 25.9.2016: genussmarkt Braunschweig genussreise ins W