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Wenn Krebs die Familie bedroht – phönikks hilft

Hamburger Stiftungspeis für phönikksAls Auszeichnung für das Angebot an Kinder krebskranker Eltern übergab Bürgermeister Olaf Scholz(2.v.l.) Dr. Beatrice Züll (2.v.r.) stellvertretend fürphönikks den 3. Preis des Hamburger Stiftungspreises204phönikks in Zahlen06Familien bei phönikks10Aktionen16Neues aus der Beratungsstelle22So können Sie helfenSie finden uns bei Facebookwww.facebook.com/phoenikks/Sie finden uns auch unter:www.phoenikks.de

Zu BeginnLiebe Leserinnen,liebe Leser,Manche Situationen im Leben erfordern ganz besondere Hilfe.Die Stiftung phönikks hat sich inden vergangenen drei Jahrzehnten als Anlaufstelle für Familien, die mit der DiagnoseKrebs konfrontiert werden, etabliert.Neben der medizinischen Hilfe für daskrebskranke Familienmitglied sind Unterstützung, Beratung und Beistand auch fürdie anderen Familienmitglieder in dieserschwierigen Zeit von großer Bedeutung: fürdie Geschwister, die Eltern oder die Kinder,wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt odergestorben ist.Die Stiftung phönikks unterstützt mitspeziell ausgebildeten Fachkräften Familiendabei, sich mit der Diagnose Krebs auseinanderzusetzen. Was bedeutet Krebs fürmich? Was bedeutet die Erkrankung für dasFamiliengefüge? Familien erfahren dank derStiftung kompetente Beratung oder erhalten Zugang zu den Therapien, die sie brauchen, um mit dieser Situation umgehen zukönnen.Seit zwei Jahren gibt es auch eine Gesprächsgruppe, die sich speziell an Kinder krebskranker Eltern richtet. Die Gruppe soll diebelastete Psyche der betroffenen Kinderstärken und dazu beitragen, dass seelischeFehlentwicklungen gar nicht erst entstehenkönnen. Für dieses Angebot wurde dieStiftung phönikks in diesem Jahr mit dem3. Preis des Hamburger Stiftungspreisesausgezeichnet.Ich danke der Stiftung phönikks herzlich fürdie hervorragende Arbeit im Sinne derHamburger Familien!Foto: Christian BittcherDr. Melanie LeonhardSenatorin für Arbeit, Soziales, Familie undIntegrationImpressum Herausgeber: Stiftung phönikks, KleineReichenstraße 20, 20457 Hamburg, Tel.: 040/445471,Fax: 040/448887,E-Mail: [email protected] V.i.S.d.P.: Dr. Beatrice Züll,geschäftsführender Vorstand der Stiftung phönikksRealisierung: PRH Hamburg, Kommunikation GmbH,www.prhamburg.comAutoren: Britta Surholt, Thomas Mechelke, Annette LinkDruck: Media-Nord-Print, www.media-nord-print.de3

Jede zweite Familie ist irgendwann von Krebs betroffen. Nur mit Ihrer Hilfsbereitschaftkann phönikks Jahr für Jahr zahlreichen jungen Familien helfen. Dennnach wie vor muss phönikks rein spendenfinanziert arbeiten345Klienten konnten2016 betreut werden2099Beratungsstunden(2016)Elternseminar für Elternmit einer KrebserkrankungWie erlebt mein Kind meine Erkrankung und welche besonderen Belastungen treten mit der Erkrankungauf? Wie kann ich die Kinder in derBewältigung unterstützen? Wie spreche ich mit meinen Kindern über dieKrankheit? Wie können wir in derFamilie mit den Veränderungenzurechtkommen und mehr Lebensqualität (zurück-)gewinnen?129Kinder undJugendlichewurden 2016 beiphönikks betreut4

phönikks in ZahlenErinnerungsgruppeDiese Gruppe möchte Kindernnach dem Tod eines Elternteils einengeschützten Raum bieten, in demsie untereinander Kontakte knüpfenkönnen. Die Gruppe soll helfen,gemeinsam die Gefühle des Verlusteszuzulassen und einzuordnen.100Prozent spendenbasiert – seit 30 Jahren219FamilienwarenangebundenGeschwistertagHier stehen die Geschwisterkinderim Vordergrund. Sie werden bereitswährend der intensiven medizinischenTherapie in die Behandlung einbezogen und haben hier in Kooperationmit dem UKE die Gelegenheit, denKrankenhausalltag kennenzulernen. Inaltersgerechten Kleingruppen treffensie auf andere Geschwisterkinderund können sich austauschen.EinzelgesprächeDie psychischen Belastungen durcheine Krebserkrankung in der Familieäußern sich bei Erwachsenen oft inPhobien, depressiven Symptomen,Ess- oder Schlafstörungen. DurchEinzelgespräche kann die Lebensqualität der Klienten verbessert werden.5

Familien bei phönikksMit Volldampfzurück ins LebenFrida (5) und Klara (2) sind ziemlich aufgeregt: Heute istSamstag, und die ganze Familie wird einen Ausflug an die Alstermachen. Da wollen sie schaukeln und Rad fahren – außerdemwurde ihnen ein leckerer Kakao versprochen. BombigeAussichten also für einen gelungenen Tag zu viert6Fotos: Klaus BeckerBesonders häufig waren solche Familienausflüge in den letzten zweiJahren nicht möglich“, gestehtKathrin I. (42), während sie zusammen mitihrem Mann Björn (38) die Kinderräder ausdem Kofferraum des Autos hebt. „Heftig“sei dieses Gefühl! Weil irgendwie nicht wegzudiskutieren ist, dass sie als Mutter somanchen wichtigen Kinder- oder FamilienMoment nicht miterlebt habe. „Aber eslässt sich nun mal nicht ändern.“ VollerFröhlichkeit und Elan schnappt sie sich diekleine Klara auf dem Laufrad und folgt ihrjoggend auf dem sandigen Schotterweg ander Alster.Als im Dezember 2015, kurz vor Weihnachten, ein Knoten in der rechten Brust zutasten war, endete das glückliche und unbeschwerte Familienleben ganz abrupt. Diebehandelnde Frauenärztin ordnete soforteine genauere Gewebeuntersuchung an – esfolgten zwei Operationen und eine Chemotherapie, die im Juli letzten Jahres endete.Als die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde,war Klara gerade mal fünf Monate alt.„Unser Leben, ich habe ja damals noch gestillt, musste erst einmal völlig neue justiert

und geplant werden. Gesund werden undleben lautete unsere Devise.“Opa und Oma, Freunde und Nachbarnwaren in Ohlsdorf zur Stelle, als KathrinsPlatz in der Familie wegen Arztbesuchenund Krankenhausaufenthalten immer wieder leer blieb. Der absolute Tiefpunkt in derKrankengeschichte war – so beschreibt esdie Gymnasiallehrerin selbst – als eineStrahlentherapie deshalb nicht angewandtEndlich wieder lachenkönnen – die Familie hatden Weg dahin nach derKrebsdiagnose mitphönikks gefundenwerden konnte, weil sie eine schwereLungenentzündung bekam. Dies führte dannschließlich zu OP drei und vier – der Abnahme der Brust. Immer wieder Arztgespräche, immer neue schlechte Nachrichten.„Ich kenne meine Frau sonst stark und lebenslustig“, erzählt Björn. „In der langenZeit der Therapien und nach mehrerenOperationen lagen aber auch bei ihr dieNerven ganz einfach blank.“„Auf dem Weg zurück in den ganz normalen, täglichen Wahnsinn begleitet michphönikks ganz hervorragend.“ Als Riesenglück empfindet Kathrin den Umstand, dasssie sich regelmäßig mit einer Therapeutinbei phönikks austauschen kann: „Sie hilftmir, in meinem Tempo zurück in den Alltagzu kommen. Ich bin optimistisch, dass ichim nächsten Jahr auch wieder in den Berufeinsteigen kann. Ein richtig gutes Gefühl.“Frida, die drei war, als ihre Mama plötzlichals verlässliche Kraft ausfiel, hat ebenfallsvon phönikks profitiert: Denn ihre Elternerhielten dort das nötige „Rüstzeug“, umdie Tochter behutsam und ohne sie zu ängstigen, mit der Krankheit der Mutter zu konfrontieren. Was kann man dem Nachwuchszumuten? Wo weckt man womöglich unnötig Sorgen? Wenn eine Krebserkrankungbesprochen und thematisiert werden soll,ist erfahrener Rat absolut wertvoll.Im Sommer haben Kathrin, Björn, Frida undKlara eine wunderschöne Zeit zusammenan der Ostsee verbringen dürfen. DreiWochen Grömitz, eine Kur für die ganzeFamilie. Familienvater Björn hat dort erfahren, wie gut es tut, sich mit anderen –„Schicksalsverwandten“ – auszutauschen:„Natürlich war das ein harter Schlag für unsalle. Aber ich bewundere Kathrin, wie siejede Phase der Erkrankung akzeptiert hatund immer positiv nach vorne schaut.“7

Familien bei phönikksStabilitätdank phönikksEin Hirntumor wirft das Leben der Familie R. abrupt aus derBahn. Bei phönikks findet die Familie einen sicheren Raum,um über Krebs und Tod sprechen zu könnenRFoto: Klaus Beckerobert will heute laufen. Währendseine Frau Petra in gemächlichemTempo das Lastenfahrrad mit denZwillingen Joel und Zoe an Bord durch denStadtpark bewegt, läuft Ehemann Robertkonzentrierten Schrittes nebenher. Mit seinem armeegrünen Parka, passender Baseballkappe und akkurat rasiertem Bart siehtder 42-Jährige eigentlich aus wie all dieanderen Männer, die auf der großen Stadtparkwiese Fußball spielen oder mit ihrenKindern toben.Erst bei genauerem Hinsehen wird offenbar:Robert, der ehemalige kaufmännische Leitereines Kindergartens, geht „unrund“. SeinGang wirkt unbeholfen. Ein Wettlauf mitseinen temperamentvollen Zwillingskindern,die angekommen am Planetarium fröhlichaus dem großen Lastenrad springen, istnicht mehr möglich. Ein Glioblastom viertenGrades – entdeckt und diagnostiziert imMai letzten Jahres – hat Robert seine Beweglichkeit genommen. Vieles, was im Frühjahr 2016 noch ging, ist heute nicht mehrvorstellbar. Schnell reagieren und einen Ballzurückwerfen, sich fix mal bücken undetwas aufheben – andere Väter im Park tun8

das ganz selbstverständlich. Doch Robertist froh, dass er den langen Weg über dieStadtparkwiese geschafft hat.Seit mehr als einem Jahr lebt die Familie imAusnahmezustand. Nichts ist mehr so, wiees vor der Diagnose „bösartiger Hirntumor“ wollten. Aber Joel und Zoe spürten, dasswar. „Normal gibt es seither für uns nichtsich erneut etwas verändert hatte daheim.mehr“, gesteht Petra und sieht dabei ihrenMit Wutanfällen und besonderer AnhängKindern zu, die hüpfend um einen Springlichkeit reagierten sie darauf, dass Papa nunbrunnen balancieren. Dabei ist die Sehnnoch weniger einsatzfähig warsucht nach einem ganz normalen (kleinen)und sich oft ausruhen musste.Familienglück so groß. Die ProgBeim wöchentlichen Treffen beinose der Ärzte jedoch, diephönikks blieb die tiefe Verundurchschnittliche Überlesicherung von Joel und Zoebensrate betrage bei dieebenfalls nicht lange ver„Liebe undser Diagnose etwa 15borgen. „Sehr schnellMonate, dämpft jedesbekamen wir die RückFreude ist größerGlück und hüllt diemeldung, dass wir dieals Angst undFamilie seither wie inKinder unbedingt aufWütigkeit undeinen Kokon ein. Dieklären und auf demTraurigkeit“Welt dreht sich weiter,Sachstand halten müssZoe (2016)aber für Robert undten. Ein so wertvollerPetra blieb sie urplötzHinweis, für den wirlich stehen.enorm dankbar sind“, erEine Nachbarin gab Petra denzählt das ElternpaarTipp, sich bei phönikks um Be„Im Moment sind Zoe undgleitung in dieser schwierigen Situation zuJoel recht stabil. Ich glaube, dassbemühen. Seit gut einem Jahr können Zoeihnen die zuverlässige und ständigeund Joel genau wie Mama Petra regelmäBegleitung durch alle Hochs und Tiefs gutenßig einmal pro Woche einen Termin beiRückhalt gibt“, erzählt Petra. Und schwupsphönikks wahrnehmen. „Eine enormespringt ihr Zoe auf den Schoß und bewegtErleichterung! Denn so gibt es für uns allestolz den ersten Wackelzahn im Unterkiefereinen Ort, an dem wir über Krankheit,hin und her. Ein sicheres Zeichen: Im nächsKrebs und Tod sprechen können“, so Petra.ten Jahr steht die Einschulung bevor. PapaAls es im Januar – nach einer großen KopfRobert kann so weit in die Zukunft nichtOP, Bestrahlung und sechs Chemo-Zyklen – mehr vorausplanen. Für ihn und Petra sollhieß, es sei ein Rezidiv entdeckt worden,es – gedacht in einem viel kleineren Zeitsollten die erst fünf Jahre alten Zwillingefenster – noch einmal ins Kloster Nütschaunicht direkt mit dieser Nachricht „überfalgehen. Zu einem Patienten-Wochenende fürlen“ werden. So dachten Robert und Petra,chronisch Kranke. „Und vielleichtweil sie den Kleinen nicht schon wieklappt auch noch ein Ausflug mitder schlechte Nachrichten undder ganzen Familie insnoch mehr Belastung zumutenLegoland.“ Aber das istvorerst ein Geheimnis, undwird eine Überraschung für dieKinder 9

Fotos: Michael RauheGroßes Herz,tolle Ausdauer:Hansi Sliwinski,hier mit Beatrice Züll, istzum 29. Malbeim Spendenmarathon dabeiLaufen für krebskranke KinderSeit 1988 ist Hansi Sliwinski (71) für „Laufen – Spenden –Helfen“ beim Hamburg-Marathon für phönikks am Start.Dafür reist er eigens aus seiner Wahlheimat São Paulo an –und hat noch lange nicht genugHerr Sliwinski, was hat Sie damals bewogen, als Spendenläufer für phönikks anden Start zu gehen?Hansi Sliwinski: Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Als ich mit Ende 30 unter gesundheitlichen Problemen litt, habe ich dasLaufen als Therapie entdeckt. Seither bin ichrelativ konsequent viermal die Woche etwa30 Minuten unterwegs. Von dem Spendenlauf für phönikks habe ich damals über AxelHeik erfahren. Ich war bereits gut trainiertund hatte teilweise zweistündige Läufe ab10solviert. Mir gefiel die Idee, mit dem Laufenanderen zu helfen. Also meldete ich michfür die 20-Kilometer-Distanz an, die ich bisvor zwei Jahren beibehielt. Inzwischen habeich die Strecke halbiert.Was bedeutet der phönikks-Spendenlauffür Sie?Er ist über die Jahre zu einem Fixpunkt inmeinem Kalender geworden. Ich fühle michder Stiftung phönikks sehr verbunden undschätze ihre enorm wichtige Arbeit. Durch

Aktionendas Spendensammeln kann ich sie wenigstens etwas unterstützen. Und ich kannsicher sein, dass das Geld dort ankommt,wo es gebraucht wird.Gibt es ein besonderes Erlebnis, das Siemit einem Ihrer Spendenläufe verbinden?Es gibt eine Begebenheit mit Axel Heik, mitdem ich von Anfang an freundschaftlich verbunden bin und ohne den es den Spendenlauf nicht gäbe. 2005 suchte er zu seinem60. Geburtstag Mitstreiter, die mit ihm nochmal einen vollen Marathon laufen wollten.Weil auch ich in dem Jahr 60 wurde,stimmte ich zu und meldete mich für denHamburg Marathon an. Axel war zwar guttrainiert, ging aber vorsichtshalber ohneEimer weiter vorn an den Start, ich habeden Eimer nach 20 Kilometern abgegeben.Nach etwa 32 Kilometern traf ich ihn ziemlich erledigt in Ohlsdorf. Ihn hatte derberühmte Hammer getroffen. Mit gutemZureden und einigen Gehpausen habe ichihn dann die letzten zehn Kilometer gezo-gen. Erschöpft aber glücklich sind wirschließlich gemeinsam noch vor den Spendenläufern ins Ziel gekommen. Axel hat dieGeschichte schon oft zum Besten gegeben,und auch ich erinnere mich gern daran.Was wünschen Sie der Stiftung phönikks?Noch viele erfolgreiche Spendenläufe undandere Spenden-Events und natürlich mehrSponsoren, damit die Stiftung ihre notwendige Arbeit fortsetzen kann.Wie motivieren Sie die Marathonzuschauer, Ihren Spendeneimer zu füllen?Haste noch ’n Euro, ist für krebskrankeKinder.Wie viele Spendenläufe möchten Sienoch für phönikks bestreiten?Wenn nichts Ernsthaftes dazwischenkommt,laufe ich, bis ich 75 bin. Zu meinem 30-jährigen Spendenlauf-Jubiläum nächstes Jahr am29.4.2018 wird meine Tochter mit an denStart gehen und die Tradition fortsetzen.30 Jahre laufendgesammeltUnter der Schirmherrschaft von Senator AndyGrote ist die Stiftung phönikks in diesem Jahrbereits zum 30. Mal unter dem Motto „Laufen –Spenden – Helfen“ während des Haspa MarathonsHamburg am 23. April 2017 auf der StreckeSeit 1987 findet unter dem Motto „Laufen –Spenden – Helfen“ im Rahmen des HamburgMarathons jedes Jahr der Spendenlauf derStiftung phönikks statt. Seither teilen rund120 Spendenläufer die Gesamtstrecke von42 Kilometern in Zehn-Kilometer-Abschnittenunter sich auf und bitten die Zuschauer umSpenden für phönikks. Die Aktion wird unterstützt von rund 100 Schülern der HeinrichHertz-Schule und anderen Schulen, die mitSammeldosen unterwegs sind.Initiator des Spendenlaufs ist der HamburgerSpediteur Axel Heik, der damals als Erster miteinem Eimer ausgestattet den Marathon absolvierte. Sponsoren unterstützen die Aktion!Inzwischen ist „Laufen – Spenden – Helfen“ zueiner konstanten Einnahmequelle der Stiftunggeworden.11

„Es hat Spaßgemacht und eswar schön, vielefrohe Gesichterzu sehen“:Lars RolnerSeeluftbefreitAuch in diesem Jahrlud Lars Rolner diephönikks-Familienzur Hafenrundfahrtauf der historischenBarkasse „MS Lühe“12Unterhalb der „Elphi“ ging’s los: Die phönikksFamilien blickten voller Vorfreude der „MSLühe“ entgegen. Einfach mal den Alltag hintersich lassen, rauskommen und Spaß haben – das war dasMotto und wurde begeistert von Kindern wie Erwachsenen angenommen. An Bord wurde viel gelacht, Musikgemacht, und wer wollte, hat auch noch dazu getanzt.Zwei Klinik-Clowns entführten uns in die Welt desUn- und Frohsinns. Fürs leibliche Wohl sorgte liebevolldas Restaurant CARLS. Wieder an Land gab es zumAbschluss Eis satt bei „Miss Sofie“ am Kaiserkai!Zusammen einen ganz normalen Ausflug machen,sich mal wieder als Familie wie jede andere fühlen undohne dass die Krankheit im Vordergrund steht. Dabeiaufgefangen sein, weil jeder, der mitfährt, das gleicheSchicksal teilt – das ist das Besondere und Wertvollean solchen Aktionen.

AktionenTrainieren mit HerzMit viel Sportsgeist und guter Laune startete auch in diesem Jahr der „Karate-Sommer Hamburg“. Statt Kursgeldwurde um eine Spende für phönikks gebetenDie Sommerferienkann man auchsportlich angehen: In diesem Jahrhaben sich wieder einmalrund 300 Karate-Sportlerzum Karate-Sommer-Seminarim Dojo des SV Polizei angemeldet. Ein tolles Angebot, weil dieSchulturnhallen während der Sommerferiengeschlossen bleiben. Großzügig unterstütztwird die Aktion vom SV Polizei, der dieHalle – das Dojo – zur Verfügung stellt, und dem Hamburger Karate-Verband, derdie Reinigungskostenübernimmt.Ein riesiges Engagement zeigtenauch die Trainer, die rein ehrenamtlich tätig wurden. Und nichtzuletzt die Teilnehmer, die derBitte um eine Spende für phönikks stattKursgeld großzügig nachkamen. An dieserStelle: Danke an alle Spender!Trainieren und spenden: Der Hamburger Karate-Sommer war ein voller Erfolg13

AktionenGutes richtig hinterlassenAuch wenn es schwerfällt: Ein Testament zu verfassensollte selbstverständlich sein. Wer es versäumt, verschenktoftmals Geld an den Staat – und die Gelegenheit, Guteszu tun. Über Grundlagen zum Erbrecht und viele Tippsinformiert der phönikks-TestamentsratgeberViele Menschen denken stunden-,tage- oder gar wochenlang darübernach, wie sie bei der Bestellungeines neuen Autos oder dem Kauf einerWohnung einen nur um 1 Prozent günstigeren Preis heraushandeln können. Aber beider Regelung der Erbfolge hinsichtlich desgesamten Vermögens, für das sie meistensein Leben lang gearbeitet haben, machensich die meisten gar keine oder zu wenigeGedanken.Die holzschnittartigen gesetzlichen Regelungen des Erbrechts werden dem Lebenselten gerecht und begünstigen insbesondere das Finanzamt. Wer also die steuerlichenMöglichkeiten, seine Erben oder Vermächtnisnehmer zu begünstigen, nicht wahrnimmt,verschenkt viel Geld.Dabei muss das Testament nicht einmal notariell abgefasst und beim Gericht hinterlegtsein: Genauso gültig ist ein privatschriftliches Testament. Verwahrt man es sorgfältig, kann man auch sehr spontan undflexibel seinen letzten Willen jederzeitwieder ändern, sogar ohne ein zuvor beurkundetes Testament aus der amtlichenVerwahrung des Amtsgerichts erstwieder herauszuholen.Ohnehin sollte man etwa alle drei bisfünf Jahre den Inhalt des Testaments andie seither vergangene Entwicklunganpassen.Merke: Nur mit einem Testament kannman seine Hinterbliebenen oder denNachlassverwalter verpflichten, zuGunsten der Stiftung phönikks oderanderen Bedürftigen Gutes zu tun,zum Beispiel mit einer Zustiftung.Autor und Verfasser des Ratgebers:Dr. Peter Hertel, Partner bei KROHNRechtsanwälte HamburgEinen letzten Willen sollte jeder abfassen!Der phönikks-Testamentsratgeber ist über040-445471, [email protected] und alsDownload über www.phoenikks.de erhältlich14

Foto: Sebastian Uhlhorn„Es ist gut zu wissen, woman Hilfe erhalten kann“:Sebastian Uhlhorn von derSpedition UhlhornStabile PartnerschaftenVielerorts ist phönikks schon Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Das eröffnet Betroffenen einen direktenWeg zur Unterstützung in NotsituationenKrebs kann jeden treffen. Das mussteauch ein langjähriger Mitarbeiterder Spedition Uhlhorn GmbH & Co.KG erfahren, dessen Frau erkrankte. „Füreinen Fernfahrer, für den das Zeitmanagement mit der Familie ohnehin schon eineHerausforderung darstellt, ist das eineNachricht mit dramatischen Konsequenzen“, so Sebastian Uhlhorn, Geschäftsführerder Spedition. „Gemeinsam mit phönikkshaben wir versucht, für ihn, seine Frau undseine kleine Tochter eine Stütze zu sein.Diese Erfahrung hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Stiftungphönikks ist, und wie gut es ist zu wissen:Da kann ich um Rat fragen!“Ein weiteres Unternehmen, welches dasphönikks-Angebot ins betriebliche Gesundheitsmanagement integriert hat, ist die Versicherungsgruppe HanseMerkur. So findenMitarbeiter, wenn sie die Diagnose Krebstreffen sollte, ohne langes Suchen Hilfe.Bitte weitersagen: Wann immer Interessebesteht, stellt phönikks sich gern bei Unternehmen und deren Mitarbeitern in Hamburg undNorddeutschland vor, um auf das Beratungsangebot aufmerksam zu machen!15

BeratungsstelleTeilen bereichertMenschen in Krisensituationen zu helfen ist eine herausforderndeAufgabe. Die phönikks-Mitarbeiter nutzen deshalb regelmäßigMöglichkeiten, sich mit Fachkollegen auszutauschen. Drei Schlaglichter auf diesjährige Veranstaltungen19. Welt-Kongress fürPsychoonkologieGetagt wurde in Berlin unter dem Motto„Krebs durch die ganze Lebensspanne“.Dieses Ereignis quasi vor der eigenen Haustür ließen sich Birte Hesselbarth und SilkeMeier von phönikks nicht entgehen undbesuchten zahlreiche Fachvorträge. Ganzpraktisch konnten aber auch viele Erkenntnisse in intensiven Workshops erarbeitetwerden. Der Welt-Kongress bot dieChance, die führenden Forscher und Praktiker auf dem Gebiet der Psychoonkologiekennenzulernen und interessante Impulsefür die eigene Arbeit mitzunehmen.Arbeitsgemeinschaft fürpsychosoziale OnkologieChristian Wenninger besuchte die Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaftfür psychosoziale Onkologie e.V. Sein AhaMoment: „Vorgestellt wurde auch ein Konzept zum Erstgespräch, mit dem Klientenmittels weniger Fragen und einer offenenHaltung des Beraters die zentralen Belastungsmomente herausarbeiten. Die hatten –überraschenderweise – oft weniger mitdem Krebs selbst zu tun als vielmehr mitder Reaktion der Umwelt hierauf!“MoNuk-Studie„Motive zur Nutzung von Krebsberatungsstellen – die Perspektive der Ratsuchendenund der Überweiser“ lautet der etwas sperrige Titel einer bundesweiten Studie an derauch phönikks teilnimmt. Untersucht wird,16was aus der Sicht der Ratsuchenden undZuweiser die Besonderheiten von Krebsberatungsstellen ausmacht und warum sichdie Betroffenen speziell an diese Einrichtungwenden. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, das phönikks-Angebot noch näheram Bedarf auszurichten.Psychoonkologie?Was ist das eigentlich? Grundsätzlich gilt, dass dieRatsuchenden nicht zur Abklärung einer möglichen Störung kommen, sondern weil sie selbstoder ein Familienmitglied an einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden und Hilfe beider emotionalen Bewältigung brauchen. AndreasWerner, Psychoonkologe in langjähriger leitenderPosition: „Die Menschen kommen im Allgemeinennicht mit einer Depression zu uns, sondern miteiner depressiven Reaktion auf eine sehr belastende und traurige Situation.“ Entsprechend gehtes in der Psychoonkologie vor allem darum, dieKompetenz des Betroffenen zu stärken, mit derKrankheit klarzukommen.

„Offen für Beratung!“Dr. Beatrice Züll lädt zum zweiten Mal prominenteGäste ein, um in einem team-dynamischen Kreisüber neue Wege für phönikks nachzudenkenUnterdemMotto„WiekönnenKatharina Fegebank,Zweite Bürgermeiswir aus unseterin und Senatorinren unterfür WissenschaftschiedlichenPositionen heraus dieser etablierten Institution,die seit 30 Jahren vonKrebs betroffene Familienstützt und stärkt, unsere Handreichen, das Netzwerk erweitern und helfen“ diskutierten in intimer, konstruktiverAtmosphäre Katharina Fegebank, ZweiteBürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, KatjaKraus, Geschäftsführerin von Jung vonMatt/sports (ehem. HSV-Vorstandsmitgliedund Fußballnationaltorhüterin), MatthiasOnken, Matthias Onken media (ehem. Chefredakteur „Hamburger Morgenpost“ und„BILD“-Redaktionsleiter), Frank Ohlsen,geschäftsführender GesellschafterPRH Hamburg KommunikationGmbH und Dr. BeatriceZüll, geschäftsführenderVorstand der Stiftungphönikks.Das Brainstorminghat gezeigt, phönikkssteht nicht allein da!Die Beteiligten habenmit offenem Herzenverstanden, dass manFamilien mit Krebs nichtallein lassen darf und warum es diese Einrichtung gibt. Sie haben ihre wertvollenNetzwerke für phönikks geöffnet, kritischeFragen gestellt und praktische Unterstützung angeboten.Herzlichen Dank dafür allen Beteiligten!Dr. Beatrice Züll,geschäftsführenderVorstand derStiftung phönikksFrank Ohlsen,geschäftsführenderGesellschafter PRHHamburg Kommunikation GmbH17

BeratungsstelleMit TönenbefreienKatharina, 5 Jahre, musserleben, wie ihr Vater aneinem Hirntumor stirbt. Erstin der Musiktherapie wirddeutlich, was sie bewegtEs besteht keine Aussicht auf Heilung:Katharinas Vater wird an einemTumor sterben. Krankheitsbedingtwird er zunehmend reizbarer – Katharinaerlebt ihn einerseits als hilfsbedürftig undschwach, andererseits als impulsiv und aufbrausend.In der Musiktherapie kann Katharina sichrichtig austoben. Ihr lautes und wildesTrommeln wird von der Therapeutin unterstützt und „gehalten“. Während Frustrationund Wut im Umgang mit anderen zu18Seit 4 Jahren kommt die MusiktherapeutinAstrid Güting zweimal wöchentlich zu phönikksSchwierigkeiten führen, können sie beiphönikks musikalisch auf unbedrohlicheWeise ausgedrückt werden. Im Rollenspielverarbeitet Katharina die Erlebnisse mitihrem Vater – sie „erlebt“ einen Krampfanfall und „lässt sich operieren“.Der Vater hat eine große Narbe am Kopf,dies scheint sie zu beschäftigen. Besondersdas „Aufgeschnitten-“ und „Zugenäht-Werden“ wiederholt sich im Spiel immer wieder.Mal ist Katharina die Ärztin, mal die Patientin. Über die Situation sprechen möchte sienicht, Fragen weicht sie aus.Während des Musizierens ringt Katharinaum Kontrolle. Sie bestimmt, was geschieht,und erlaubt keine Abweichungen. Beim Spiel„Vormachen und Nachmachen“ sind ihreVorgaben derart kompliziert, dass die Therapeutin daran immer wieder scheiternmuss. So lässt sie etwas von ihrer eigenenHilflosigkeit spürbar werden.

Die Mutter berichtet, Katharina sei nachder Musiktherapie immer „wie aufgeräumt“.Daher kommt sie sogar am Tag der Beerdigung ihres Vaters zu phönikks.Nach dem Tod des Vaters ändern sich dieSpielthemen – besonders groß ist bei Kindern meist die Sorge, der verbleibendeElternteil könne auch sterben. Katharinaspielt auch dies in wechselnden Rollen. Malist sie die Mutter, die ihr Kind zurücklässtoder ins Heim bringen muss, mal ist sie dasKind, das die kranke Mutter pflegt.Im Spiel werden die Ängste greifbar undlassen sich bewältigen. Im Laufe der Sitzungen weitet sich der Spielraum. KatharinasTrommeln wird ruhiger und sie lässtImpulse der Therapeutin immer mehr zu.Im Rollenspiel verarbeitenKinder drücken ihr Erleben selten in Worten, vielmehr im Handeln, im Spiel aus. Mitden Musikinstrumenten wird nicht nur undnicht immer musiziert, sondern auch maleine Festung gebaut oder Verstecken gespielt. Neben den Musikinstrumenten stehen den Kindern viele Spielmaterialien wieMalstifte, Handpuppen und Stofftiere zurVerfügung. Im geschützten Rahmen könnendie Kinder ausdrücken, was sie bewegt.Auch bedrohliche Gefühle wie Wut, Aggression und Angst finden über Musik und Spieleinen befreienden Ausdruck.Für Jugendliche eröffnet Musik viele Anknüpfungspunkte, weil sie eine große Rollein ihrem Alltag spielt. Die unterschiedlichenStilrichtungen sind für Jugendliche Ausdruckvon Lebensgefühl, von Identität und Abgrenzung. Erschüttert Krebs die Familie, erschwert das wichtige Aufgaben der Pubertätwie Selbstfindung und Ablösung. DieMusiktherapie kann hierfür einen unterstützenden Spielraum bieten. Text: Astrid Gütingphönikks-AngeboteMutig & starkGanz neu im Angebot von phönikks ist dieGruppe „Mutig & stark“. Vier krebskrankeKinder zwischen acht und elf Jahren ergriffendie Chance, sich regelmäßig zu treffen. Gemeinsam gingen sie auf eine „Entdeckungsreise“, um ihre Stärken und Fähigkeiten(wieder) zu finden, aber auch Strategien, wieman am besten mit Angst und Wut umgehenkann. Für alle befreiend: der Wutparcours.Spielerisch einmal richtig Dampf ablassen –was für eine Wohltat! Genauso viel wurdeaber auch gebastelt, gespielt und gelacht.Als besonders wichtig empfanden die Kinderdie „Expertenrunde“: Sie waren eingeladen,als Experten einen Informationsfilm zumThema Krebs zu beurteilen. Eifrig diskutierten sie, was man den Freunden und Mitschülern erzählen solle und wie viel. Was sind dieVorteile, wenn andere Bescheid wissen, woliegen die Befürchtungen?Was jeder mitnahm: ein Stück Stärke, diehilft, die Krankheit zu überstehen.Das AtelierAn Erwachsene mit Krebs richtet sich „dasAtelier“: Gemeinsam suchen wir einen kreativen Austausch mit anderen im Umgang mitder Krankheit. Malen kann nicht jeder – aberjeder, der sich im geschützten Raum vonphönikks darauf einlässt zu entdecken, wasmit Ölkreide, Acrylfarbe, Ton alles Gestaltannehmen kann, ergreift die Chance, dieWelt auch einmal anders zu sehen. NeueEindrücke gewinnen, sich von der eigenenKraft überraschen lassen, Gesprächsanlässefinden, Grenzen ausmachen, mal ganz andershandeln, Wandlungen erleben!19

Kurz vorgestelltDrei Fragen an das phönikks-TherapeutenteamWas macht Sie jeden Tag glücklich?Birte Hesselbarth: Eine gute Tasse,nein Kanne Tee und Radfahren in derNatur! Und den Familien, die zu unskommen, etwas Ruhe mitgeben. Ihnendas Gefühl geben zu können, dass jemand für sie da ist und sie auf ihremWeg begleitet, wenn sie das möchten.„Seetüchtig und teesüchtig“ sagt übersich Birte Hesselbarth. Sie ist unter anderem Dipl.-Psychologin, PsychologischePsychotherapeutin und Dipl.-Theologin.Selbstvertrauen und Lebensfreude gebenzu können, stets mit familienorientierterPerspektive, das schätzt sie an ihrerArbeit bei phönikks.Was ärgert Sie jeden Tag?Marike Borchhardt: Jeden Morgendie schwere Eingangstür aufzustemmen! Wie muss das erst für unsereerkrankten Klienten sein, die manchmal wenig Kraft haben, die große Türaufzustemmen, ohne die Treppeherunterzupurzeln!Marike Borchhardt ist Psy

Wochen Grömitz, eine Kur für die ganze Familie. Familienvater Björn hat dort erfah-ren, wie gut es tut, sich mit anderen – „Schicksalsverwandten“ – auszutauschen: „Natürlich war das ein harter Schlag für uns alle. Aber ich bewundere Kathrin, wie sie jede Phase der Erkran