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84InvestitionUnter einer Investition versteht man z. B. die Kapitalanlage inSachgütern, um hieraus später Gewinne zu erwirtschaften.Dies kann durch Nutzung, Vermietung oder Verkauf erfolgen.Investitionen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Art (z. B.Sach , Finanz und Vorratsinvestitionen) und hinsichtlichihres Zwecks (z. B. Ersatz oder Erweiterungsinvestitionen).Die Investitionsrechnungen sind Verfahren zur Beurteilungvon Investitionen hinsichtlich ihrer quantitativen Einfluss größen. Sie stellen die Grundlage für Investitionsentschei dungen dar. Investitionsrechnungen dienen aber auch derErmittlung der optimalen Nutzungsdauer von Investitionenoder der Unternehmensbewertung.Bei den statischen Investitionsrechenverfahren wird nur eineDurchschnittsperiode betrachtet. Die Verfahren sind: Kosten ,Gewinn , Rentabilitäts und Amortisationsvergleichsrech nung. Mit den dynamischen Investitionsrechenverfahren lässtsich die Vorteilhaftigkeit von Investitionen mehrperiodischanhand von Ein und Auszahlungen mithilfe von mathemati schen Methoden beurteilen. Die Verfahren sind: Kapital wertmethode, interne Zinsfußmethode, Annuitätenmethodeund dynamische Amortisationsrechnung.

85InvestitionAbzinsung (discounting): Verfahren der Zinseszinsrechnung,um den Gegenwartswert zukünftiger Zahlungen bei vorgege bener Laufzeit und Verzinsung zu ermitteln.Abzinsungsfaktor (present value factor): Faktor zur Be rechnung des Barwertes (Gegenwartwertes) einer Zahlung.Abzinsungsfaktor 1 1 i n 1qni bezeichnet den zugrunde gelegten Zinssatz pro Jahr in dezimaler Form.Amortisationsdauer (payback period): Der Zeitraum, dervergeht, bis die Anschaffungskosten einer Investition durchdie von ihr erwirtschafteten Einnahmen zurückgeflossen sind.Die Amortisationsdauer wird auch als Pay off oder Pay back Dauer bezeichnet. Sie lässt eine Aussage über das In vestitionsrisiko zu.Amortisationsrechnung, statisch (payback method): DieAmortisationsrechnung ermittelt den Zeitraum, in dem dasinvestierte Kapital über die Erlöse wieder in das Unterneh men zurückfließt.Amortisationsdauer Anschaffungsausgabe (Kapitaleinsatz)Gewinn und Abschreibungen pro JahrAmortisationsrechnung, dynamisch (payback method): Sieermittelt den Zeitraum, der unter Berücksichtigung von Zin seszinseffekten bis zur Wiedergewinnung der Investitions ausgabe durch die Einzahlungsüberschüsse vergeht.

86Annuität (annuity): Durchschnittlicher jährlicher Über schuss/Verlust einer Investition über der geforderten Min destverzinsung.Annuitätenfaktor (annual equivalent factor): Wird auchals Kapitalwiedergewinnungsfaktor (KWF) bezeichnet. Dies istder Faktor zur Berechnung der Annuität. 1 i 1 i nAnnuitätenfaktor n i 1q in qn 1Annuitätenmethode (annuity method): Sie ist eine Metho de der dynamischen Investitionsrechnung und wird aus derKapitalwertmethode abgeleitet. Die Annuitätenmethodeermittelt die Annuität, d. h. den durchschnittlichen, konstan ten Periodenüberschuss der Investition. Die tatsächlichenZahlungsströme werden in eine äquivalente (gleicher Bar wert), äquidistante (gleiche Zahlungsabstände) und uniforme(gleiche Zahlungshöhen) Zahlungsreihe transformiert.Aufzinsung (compounding): Verfahren der Zinseszinsrech nung, um den Endwert aus einem gegebenen Anfangsbetragbei vorgegebener Laufzeit und Verzinsung zu ermitteln. Einheute verfügbarer Betrag K0 hat nach n Jahren den Wert:Kn K0 x (1 i)nAufzinsungsfaktor (future value factor): Faktor zur Be rechnung des Endwertes einer einzelnen Zahlung.Aufzinsungsfaktor (1 i)n qn

87InvestitionAufzinsenKnK00123n JahreK0 Barwert, Kn EndwertAufzinsen einer heutigen einmaligen ZahlungAuswahlproblem (selection problem): Es stellt sich, wennmehrere alternative Investitionsobjekte zur Auswahl stehen,von denen das vorteilhaftere bzw. vorteilhafteste zu bestim men ist.Barwert (cash value): Dies ist der gegenwärtige Wert einerzukünftigen Zahlungsreihe. Die Zahlungsreihe wird auf denZeitpunkt t 0 abgezinst.nBarwert t 0 Einzahlung Auszahlung 1 i tttBetriebskosten (operating costs): Betriebskosten im Rah men der Investitionsrechnung sind vor allem: Personal ,Material , Energie , Raum , Instandhaltungs und Werkzeug kosten.Budgetierung (budgeting): Detailliertes zahlenmäßigesFestlegen von Finanzmitteln, die für Investitionen und andereAusgaben für einen künftigen Planungszeitraum zur Verfü gung gestellt werden.

88Bruttoinvestition (gross investment): Gesamtheit allerInvestitionen eines Unternehmens in einer Periode.Desinvestition (disinvestment): Freisetzung der in Vermö genswerten gebundenen finanziellen Mittel (z. B. durch Ver kauf, Liquidation und Aufgabe).Differenzinvestition (differential investment): Eine fiktiveInvestition zur Vergleichbarkeit von Investitionsalternativenmit unterschiedlichem Kapitaleinsatz, unterschiedlicher Nut zungsdauer bzw. unterschiedlichen Zahlungsrückflüssen.Wird beispielsweise eine Maschine fünf Jahre und die anderenur drei Jahre genutzt, so muss bei der Maschine mit kürze rer Nutzungsdauer eine Differenz oder Komplementärinves tition als Vergleich mit einbezogen werden. Anderenfallswären sowohl Kosten, Gewinne oder Renditen, aber auchKapitalwerte, Restwerte oder interne Zinsen nicht vergleich bar.Diversifikationsinvestitionen (diversification of invest ments): Sie dienen der Zukunftssicherung des Unternehmenssowie der Risikostreuung und bewirken eine Veränderung desLeistungsprogramms bzw. des Absatzprogramms. Zusätzlichzu den bisherigen Leistungen werden neue erbracht, die indas bestehende Produktionsprogramm passen (horizontaleoder vertikale Diversifikation) oder die keinen sachlichenZusammenhang zu den bisherigen Gütern haben (lateraleDiversifikation).Endwert (accumulated value): Der Endwert (Kn), auch Zu kunftswert genannt, ist der Wert, der sich durch Aufzinsen

Investition89der Zahlungsüberschüsse auf den künftigen Endzeitpunktergibt.Ersatzinvestition (replacement investment): Ersatz eineralten Anlage durch eine neue gleiche oder zumindest gleich artige Anlage, die ihre wirtschaftliche oder technische Nut zungsdauer erreicht hat.Ersatzzeitpunkt (replacement time): Zeitpunkt, an dem eswirtschaftlich sinnvoll ist, eine technisch noch nutzbareAnlage durch eine neue Anlage zu ersetzen.Ertragswert (earning power): Der Zukunftserfolgswert einesUnternehmens, mit dem sich die Unternehmensbewertungbefasst.Ertragswertverfahren (capitalized earnings method): EinVerfahren der Unternehmensbewertung, bei dem die künftigerwarteten Gewinne, die langfristig bei normaler Unterneh mensleistung erzielt werden, diskontiert und aufsummiertwerden.Erweiterungsinvestition (expansion investment): Sie stellteine Vergrößerung der bisherigen Kapazitäten von bestehen den Anlagen bzw. Maschinen dar. Dazu gehören z. B. auchKapazitätserweiterungen für neuartige Leistungen oder Ein gliederung von Leistungsbereichen, z. B. durch Eigenfertigungstatt Fremdbezug.Finanzinvestition (financial investment): Unter einer Fi nanzinvestition versteht man z. B. den Erwerb von Forderun gen, Aktien und Beteiligungen.

90Gewinnschwelle (break even point): Sie gibt an, ab welcherAusbringungsmenge X die betrachtete Investitionsvariante indie Gewinnzone tritt.Gewinnschwelle Fixe KostenDeckungsbeitrag pro LeistungseinheitGewinnvergleichsrechnung (profit comparison method):Ein Verfahren der statischen Investitionsrechnung, das dieKostenvergleichsrechnung um die Erlösseite ergänzt. EinInvestitionsobjekt ist vorteilhaft, wenn es einen Gewinn grö ßer als null erwirtschaftet. Bei mehreren Alternativen istdasjenige Investitionsobjekt am vorteilhaftesten, das dengrößten Gewinn erzielt.Immaterielle Investition (intangible investment): Dazugehören z. B. Patente, Lizenzen, Forschung und Entwicklung,Weiterbildung der Mitarbeiter sowie Maßnahmen zur Image pflege.Interner Zinsfuß (internal rate of return): Zinssatz, derbeim Diskontieren der Ein und Auszahlungen zu einem Kapi talwert von null führt. Der interne Zinsfuß drückt die Rendite(effektive Verzinsung) eines Investitionsobjektes aus. Liegtdie interne Verzinsung über dem entsprechenden Kalkulati onszinssatz, so ist die Investition als vorteilhaft einzustufen.Interne Zinsfußmethode (internal rate of return method):Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung, bei der derinterne Zinsfuß als Maßstab der Vorteilhaftigkeit von Investi tionen dient. Das Investitionsobjekt mit dem höchsten inter nen Zinssatz (Rentabilität) ist das Vorteilhafteste.

Investition91Investition (investment): Verwendung von finanziellen Mit teln zur Beschaffung von Anlagevermögen (z. B. Grundstücke,Gebäude, Maschinen, Fuhrpark, Beteiligungen) und/oderUmlaufvermögen (z. B. Vorräte, Wertpapiere). Eine Investitionist eine Zahlungsreihe, die mit einer Einzahlung beginnt.Investitionsbudget (investment budget): Es fasst die finan ziellen Mittel zusammen, die für sämtliche Investitionsvorha ben während einer Planperiode (z. B. ein Jahr) zur Verfügungstehen.Investitionsplanung (investment planning): Hilfsmittel zursystematischen Vorbereitung einer Investitionsentscheidung.Investitionsrechnung (investment appraisal): Hilfsmittelder Investitionsplanung. Sie hat die Aufgabe, die finanziellenWirkungen einer Investition zu prognostizieren und die dabeigewonnenen monetären Daten so zu verdichten, dass einezielkonforme Investitionsentscheidung getroffen werdenkann.Kalkulationszinsfuß (adequate target rate): Der Kalkulati onszinsfuß (i) repräsentiert die vom Investor geforderte Min destverzinsung. Es wird meist ein Mischzins zwischen Eigen kapital und Fremdkapitalverzinsung gebildet. Er ist auf einJahr bezogen und wird in Dezimalform angegeben: i 0,10drückt beispielsweise eine Verzinsung von 10 % pro Jahr aus.Kapitalkosten (cost of capital): Die Kapitalkosten setzensich aus den kalkulatorischen Abschreibungen pro Zeitperio de und den kalkulatorischen Zinsen des durchschnittlichgebundenen Kapitals zusammen.

92Kapitalrückfluss (reflux of capital): Dies sind die laufendenEinzahlungsüberschüsse und die Liquiditätseinzahlungen amEnde der Nutzungsdauer.Kapitalwert (capital value): Ein Begriff der dynamischenInvestitionsrechnung, bei dem alle durch eine Investitionverursachten Zahlungen auf den Zeitpunkt t 0 abgezinstund aufsummiert werden. Eine Investition ist vorteilhaft,wenn ihr Kapitalwert größer oder mindestens gleich null ist.Barwert aller laufenden Zahlungssalden (Et – At) Barwert des Liquidationserlöses Ln Gegenwartserfolgswert künftiger Zahlungen– Investitionsauszahlung I0 Kapitalwert C0Kapitalwertmethode (net present value method): EineMethode der dynamischen Investitionsrechnung, die denKapitalwert einer Investition durch Abzinsung der Ein undAuszahlung ermittelt. Die Kapitalwertmethode wird zur Be stimmung der Vorteilhaftigkeit einer Investition eingesetzt.Kostenvergleichsrechnung (cost comparison method): DieKostenvergleichsrechnung ist die einfachste Form der stati schen Investitionsrechnung. Es werden die jährlichen Durch schnittskosten von zwei oder mehreren Investitionsobjektenmiteinander verglichen. Das Objekt mit den niedrigsten Kos ten ist das vorteilhafteste Objekt. Erlöse werden nicht be rücksichtigt.

93InvestitionKritische Auslastung (critical load factor): Sie gibt dieAusbringungsmenge an, bei der die Kosten bzw. Gewinne deralternativen Investitionsobjekte gleich hoch sind. Sie sollteimmer dann ermittelt werden, wenn die geplante Auslastungnicht als weitgehend sicher anzunehmen ist. Ermittlung derkritischen Auslastung bei der Kostenvergleichsrechnung:Xkrit K fix 2 K fix 1k var 1 k var 2MAPI Methode (MAPI method): Unter dem Begriff„Machinery and Allied Products Institute“ (MAPI) wird einInvestitionsrechenverfahren verstanden, welches der Ent scheidungsfindung von Ersatz und Rationalisierungsinvesti tionen dient.Nutzungsdauer (useful life): Zeitraum, in dem das Investiti onsobjekt zweckentsprechend genutzt werden kann. Sie istmaßgeblich für die Höhe der kalkulierten Abschreibungen.Nutzwertanalyse (NWA) (value benefit analysis): EinPunktewertverfahren für die Bewertung von Alternativen. DieNutzwertanalyse ist ein Hilfsmittel, um sich für die richtigenInvestitionen zu entscheiden. Im Unterschied zur Kostenana lyse untersucht die Nutzwertanalyse die nichtfinanziellenKriterien. Sie geht im Allgemeinen von Zielvorgaben derUnternehmensführung aus und bewertet danach die einzel nen Handlungsmöglichkeiten, die dem Unternehmensziel amnächsten kommen. Klassische Nutzwertanalysen werden z. B.angewendet bei der:

94 Anschaffung von Computersystemen, Standortauswahl, Implementierung neuer Produktionsabläufe.Die Vor und Nachteile der einzelnen Alternativen werdengegenübergestellt, diskutiert und dann entschieden.Rationalisierungsinvestition (investment in rationalisa tion): Eine Investition zur Steigerung der Leistungsfähigkeitund der Wirtschaftlichkeit (Kostenersparnis).Rentabilität (profitability): Die Rentabilität zeigt die durch schnittliche Verzinsung einer Investition pro Periode an.Rentabilitätsvergleichsrechnung (accounting rate of re turn method): Verfahren der statischen Investitionsrechnungzur Berechnung der Durchschnittsverzinsung von Investi tionsalternativen, bei dem der Gewinn bzw. die Kostener sparnis von Investitionsobjekten zum Kapitaleinsatz ins Ver hältnis gesetzt wird.Rentabilität Gewinn vor Zinsen pro Periode 100durchschnittlich eingesetztes KapitalRente (pension): Eine in gleichen Zeitabständen (von ge wöhnlich einem Jahr) regelmäßig wiederkehrende, gleichhohe Zahlung (Annuität).Rentenbarwertfaktor (annuity present value factor): AuchDiskontierungssummenfaktor genannt. Er zinst die periodischgleich hohen Zahlungen z einer Zahlungsreihe unter Berück

95Investitionsichtigung von Zins und Zinseszins ab und addiert gleichzei tig die Barwerte.Rentenbarwertfaktor (RBF) qn 1qn iK00zz12znn JahreK0 Barwert, z ZahlungsüberschüsseAbzinsen und Summieren einer ZahlungsreiheReturn on Investment (ROI) (return on investment): DieRentabilität des Kapitaleinsatzes, d. h. das Verhältnis vondem mit einer Investition erzielten Gewinn (vor Fremdkapi talzinsen) zum investierten Kapital.UmsatzROI Gewinn Umsatzinvestiertes Kapital

mögen KapitalUmlaufvermögenVereinfachtes Du Pont SchemaSensitivitätsanalyse (sensitivity analysis): Überprüfung derRangfolge von Planungsalternativen in einem Planungsmo dell. Es wird die Empfindlichkeit einer Zielgröße in einerEntscheidung mithilfe der Variation einzelner ungewisserInputgrößen überprüft, üblich z. B. bei Investitionsrechnun gen.Statische Verfahren der Investitionsrechnung (non dis counting methods of investment appraisal): Verfahren zur

Investition97Beurteilung von Investitionen, die einfach handhabbar sind,da sie die Zeitpunkte von Zahlungen vernachlässigen und nurmit Durchschnittsgrößen arbeiten. Der Zinseszinseffekt wirdnicht beachtet. Die wichtigsten statischen Investitionsrech nungsverfahren sind die Kostenvergleichs , die Gewinnver gleichs , die Rentabilitäts und die Amortisationsrechnung.Substanzwertmethode (net asset value method): EineMethode zur Unternehmenswertberechnung, die allerdingsnur das vorhandene Vermögen zugrunde legt und daheri. d. R. als Hilfsmethode dient, z. B. für die Ertragswertmetho de. Sie zeigt lediglich den Teilreproduktionswert des zu be wertenden Unternehmens.

und dynamische Amortisationsrechnung. Investition 85 Abzinsung . Im Unterschied zur Kostenana lyse untersucht die Nutzwertanalyse die nichtfinanziellen Kriterien. Sie geht im Allgemeinen von Zielvorgaben der . Statische Verfahren der Investitionsrechnung (nondis c