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1. GRUSSWORT 2. GRUNDLAGEN 3. STADTBILD 4. ungBebauungsmaßDachlandschaftBauweiseFreiflächen 5. DACHDachform und KonstruktionDacheindeckungDachaufbauten und EinschnitteKamine und Technik 6. FASSADENGliederung und ProportionMaterial und FarbeDetailsWärmedämmung 7. ÖFFNUNGENAnordnung und FormateKonstruktion und MaterialFensterTürenToreSchaufenster 8. BESONDERE BAUELEMENTEBalkone, Loggien, VordächerKlappläden, Rollläden, Außenjalousien,MarkisenEingangsstufen/ -treppen, ndenergie 9. PRIVATE FREIFLÄCHENEinfriedungenBepflanzungenBefestigte FlächenNebenanlagenStadtmöblierung 10. igung 11. GELTUNGSBEREICH 12. IMPRESSUM01

1. GrußwortLiebe Mitbürgerinnen,liebe Mitbürger,die Stadt Vohenstrauß möchte Sie mitdieser Broschüre über das kommunaleFörderprogramm mit Geschäftsflächenprogramm im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Stadtumbau-West“informieren, das für das Sanierungsgebietneu aufgelegt wurde.Die Stadt verfügt im Sanierungsgebietüber eine historische Bausubstanz undbetreibt bereits seit 1972 erfolgreich dieAltstadtsanierung.Ziel des kommunalen Förderprogrammsist es, das Erscheinungsbild unserer Stadtzu erhalten, zu pflegen und dort, wo esgeboten ist, zu verbessern.Immobilienbesitzern – aber auch Mieternvon Geschäftsflächen- soll ein finanziellerAnreiz gegeben werden, eine orts- undregionaltypische Renovierung ihrer Häuserbzw. die Umsetzung Ihrer Geschäftsideenanzugehen und zu erleichtern.Diese Broschüre erklärt dieFördermöglichkeiten die dann gegebensind, wenn die darin enthaltenenBestimmungen und Vorgaben für dieErhaltung des Ortsbildes eingehaltenwerden.Bitte wenden Sie sich an die Mitarbeiterder Stadtverwaltung, wenn Sie Interesseoder Fragen haben.Ich würde mich freuen, wenn möglichstviele Grundstückseigentümer oder Mietervon Gewerbeflächen dieses Angebot zurErhaltung unseres Stadtbildes in Anspruchnehmen würden und damit die Attraktivitätunserer Innenstadt aufwerten.Andreas WutzlhoferErster Bürgermeister02

2. GrundlagenDie vorliegende Gestaltungsfibel dient derSicherstellung der erforderlichen Qualitätund des transparenten Vollzugs desKommunalen Förderprogramms.Bei Gestaltungsfibeln liegt der Zweckneben der Veranschaulichung positiverGestaltung vorrangig in derFördergrundlage eines KommunalenFörderprogramms.Die Inanspruchnahme der möglichenkommunalen Förderprogramme bedingteine Einhaltung der aufgeführtenFestlegungen.Neben der Gestaltungsfibel sind auch dieZiele der Stadtwicklung, wie im ISEK 2017formuliert, zu beachten.Das individuelle Erscheinungsbild, diegewachsene Struktur und die örtlichenEigenheiten der Altstadt von Vohenstraußsind zu bewahren und auszubauen.Dieses erklärte Sanierungsziel ist vonhoher kultureller Bedeutung.Grundsätzlich gilt: Der historische Bestand ist zuerhalten, zu unterhalten und ggf.zu restaurieren. Alle Veränderungen müssen sich am Bestandorientieren und in die historischeUmgebung einfügen. Notwendige Sonderlösungendürfen das Altstadtgefüge nichtbeeinträchtigen. Bestehende gestalterischeMissstände sind im Sinne dieserGestaltungsfibel zu beseitigenZiel ist es, durch diese Fibel dasVerständnis für unser baukulturelles Erbezu fördern und das Gefühl derVerantwortung für die weitere Entwicklungder Stadt Vohenstrauß zu stärken.Die nachstehenden Gebote undFestlegungen sollen als Leitfaden undkreative Anregung im Umgang mitzeitgenössischer Gestaltung in historischerUmgebung verstanden werden.03

3. StadtbildDie historische Altstadt von Vohenstraußist in ihrem Erscheinungsbild vor allemgeprägt von der Hanglage und derAnordnung der schmalen, dicht bebautenParzellen zu beiden Seiten des von Südennach Norden fallenden Marktplatzes. Siehat ein in Jahrhunderten gewachsenes,von städtebaulichen und raditionen geprägtes Ortsbild.Der immer größer werdende Bedarf anFlächen für Wohnen und Gewerbe hat esmit sich gebracht, dass vor allem seit Mittedes 20. Jhdts. viele Häuser aufgestocktwurden. Im Bereich des Marktplatzes aufdrei Geschosse, in den übrigen Bereichenauf zwei Geschosse.(aus „Gestaltungssatzung der StadtVohenstrauß“, 1995)Die eigene Identität der Stadt Vohenstraußist im Verlauf der letzten Jahrhunderteentstanden und gewachsen. Dies ist etwasüberaus Wertvolles und gilt es zuschützen, denn ein Ort wird erst durchseine Unverwechselbarkeit zu etwasBesonderem. Geprägt wird der Charaktervon Vohenstrauß nicht nur durch markanteGebäude wie das Rathaus oder dieFriedrichsburg, sondern ebenso von einerSumme von scheinbar unbedeutendenDetails, z. B. einer alten Haustüre oderGesimsausbildung. Ziel ist es, dieseBesonderheiten als ortsbildtypisch zuerhalten und ggf. instand zu setzen.Die Ursprünge der Stadt Vohenstraußreichen bis in das 13. Jhd. zurück.Vermutlich Anfang des 13. Jhd. als Marktgegründet, wurde die Stadt 1378 erstmalsgenannt und war ursprünglich von einemWall und einem Graben umgeben unddurch vier, später durch fünf Stadttorezugänglich.Nach dem letzten (6.) großen Brand am11.Juli 1839, bei dem die Stadt nahezuvöllig zerstört wurde, baute man die dreinoch vorhandenen, ebenfalls che Struktur blieb jedoch imWesentlichen erhalten.Das Stadtbild von Vohenstrauß ist zumeinen geprägt von der alles überragenden,1586 bis 1593 erbauten Friedrichburg,zum anderen aber durch die Hanglage derStadt und die Anordnung der schmalen,dicht bebauten Parzellen zu beiden Seitendes von Süden nach Norden abfallendenweiträumigen Marktplatzes.Die beiden den Marktplatz bildendentraufständigen, ursprünglich nur zweigeschossigen Häuserzeilen, unterbrochendurch in den Marktplatz einbindendeGassen, sind ortsbildprägend. Die Häuserentlang der rückwertigen Gassen wareneingeschossig und durch Hofeinfahrtenunterbrochen.Die Bebauung der Parzellen war geformtdurch ihre Nutzung. Die Ackerbürgerhäuser,vorallembewohntvonHandwerkern, die auch Landwirtschaftbetrieben, prägten das Stadtbild, das auchheute noch ablesbar ist. Das Wohn- undGeschäftshausistzumMarktplatzorientiert, das Wirtschaftsgebäude bildetdie rückwärtige Abgrenzung. Dazwischenliegen Hof und Garten.Die Zufahrt vom Marktplatz zum Hof undStadl erfolgte durch eine mit einem Torversehene Durchfahrt im Wohn- undGeschäftshaus. Die Toröffnungen sindheute noch an vielen Häusern vorhanden,ihre Funktion als Durchfahrt haben siejedoch verloren.04

4. StädtebauBAUKÖRPER Bei geplanten Maßnahmen ist darauf zuachten, dass Gebäude auf einemrechteckigen, längs gerichteten Grundrissaufgebaut sind; abgerundete undabgeschrägte Ecken oder Vielecke sind zuunterlassen. Auf Vor- und Rücksprünge,sofern diese nicht historisch bedingt sind,ist im Allgemeinen zu verzichten.PARZELLENSTRUKTUR Die historische Gliederung derEinzelparzellen im Stadtgrundriss istbeizubehalten. Benachbarte Baukörperwerden weder im Dach noch in derFassade zusammengefasst; dies gilt auchbei Grundstückszusammenlegungen.BAUWEISE Ziel ist es, die aus der Historie überlieferteVerwendung von wenigen natürlichenMaterialien weitgehend beizubehalten.GEBÄUDESTELLUNG Historische Gebäudefluchten und Firstrichtungen sind zu erhalten bzw. wieder aufzunehmen.Dazu zählen:der Putz auf gemauertenWänden,der naturrote Ziegel auf demDach,das Massivholz für Tür- undFensterkonstruktionen.Wird baulicher Bestand umgebaut odererneuert, dann sind vorhandene alteBauteile wie Granitgewände, Tore,Fenster, Granitsockel, Treppen u.a.möglichst wieder zu verwenden bzw.instand zu setzen.BEBAUUNGSMAß Vorgabe für das Maß der Bebauung, wiez.B. für Dichte oder Gebäudehöhe, istgrundsätzlich der Bestand bzw. dasbenachbarte Umfeld.In der Regel haben die Gebäude 2Vollgeschoße, im Bereich um denStadtkern erhöht sich die Zahl auf 3Vollgeschoße. Zusätzlich ist bei denHauptgebäuden ein Dachausbau zumVollgeschoß für Wohnzwecke nachBayBO möglich.Auf die Ausbildung von Kniestöcken ist zuverzichten, da dies die Proportion derFassade negativ beeinflusst.Grundsätzlich sollten bei allen baulichenMaßnahmen die überlieferten, bewährtenKonstruktions- und Handwerkstechnikenangewendet werden.FREIFLÄCHEN Die Abgrenzungen zwischen öffentlichenund privaten Flächen sind durchEinfriedungen herzustellen.Die privaten Gärten und Höfe solltengärtnerisch gestaltet werden.Begrünungen von Mauern und Höfen istausdrücklich erwünscht. Befestigte Höfesollten durch Spaliere, Rankgewächse,Hofbäume oder Blumen begrünt werden.DACHLANDSCHAFT Die Stadtsilhouette wird im Wesentlichenvon der Dachlandschaft geprägt. Daher istbei allen Maßnahmen bezüglichDachformen, Maßstäblichkeit, Material undFarbigkeit eine Orientierung amhistorischen Vorbild bindend. Aufbauten,z.B. Dachgauben sind auf das absolutnotwendige Maß zu beschränken.Dacheinschnitte für Loggien sind nichtzugelassen.05

KAMINE UND ———— Kamine müssen im First oder inFirstnähe angeordnet sein. Freistehende oder als Vorsprungausgebildete Kamine sind nichtzulässig. Schornsteine sollten verputzt bzw.sichtbar gemauert werden. Versorgungsleitungen undAntennenanlagen auf Putz sind zuvermeiden. Satellitenantennen dürfen vomStraßenraum nicht einsehbar sein. Sonnenkollektoren und Solarzellensind möglichst unauffällig in dieDachfläche zu integrieren. (siehe auch„Solarenergie“)DACHAUFBAUTEN ——————— Zielsetzung ist eine möglichsthomogene, ruhige und nichtunterbrochene Dachfläche zuerreichen. Nach Möglichkeit solltenausgebaute Dachgeschosse über dieGiebelscheiben belichtet werden. Für die früher geschlossenen oder nurmit kleinen Gauben durchsetztenDachflächen haben sich im Zuge derDachgeschoßausbauten dieBelichtungsanforderungen verändert,bzw. die Gauben vergrößert. Dielanggestreckten, teilweise über dieganze Hausbreite reichendenDachaufbauten stören denGesamteindruck. Notwendige Gauben sind in ihrerGröße, Anzahl und Erscheinungmöglichst unauffällig und reduziertauszubilden. Je Dachfläche sind jeweils nurnachstehende Einzelgauben zulässig:1. Stehende Gauben - mit Satteldach, Walmdach oderSegmentbogen- mit stehendem Fensterformat- max. Breite ein Sparrenfeld2. Dreiecks- und Fledermausgaube3. Schleppgaube- mit liegendem Fensterformat- max. Breite ein Sparrenfeld- mit einer Sparrenneigung von mind.30 Grad4. Zwerchhausgiebel- als Sattel- oder Walmdach- mit einer dem Hauptbauangeglichenen Dachneigung- je Traufseite/ Dachhälfte nur einmalzu verwenden- mit einer deutlich niedrigerenFirsthöhe als das Hauptgebäude- mit einem Abstand zum Ortgang/seitlichen Dachrand von mindestenshalber Breite des Zwerchhausgiebels Die Abstände der Gauben zueinanderbzw. zum Ortgang/ seitlichen Dachrandmüssen mindestens 2 Sparrenfelderbetragen. Die Eindeckung und die Seitenflächensollten von Material und Oberfläche wiedas Hauptdach bzw. dieFassadenfläche behandelt werden. Dacheinschnitte als Loggien sind nichtzulässig. Dachflächenfenster sind nur in nichteinsehbaren Bereichen zulässig.5. DachDACHFORM UND —————— Die Dachform ist als steiles Satteldachauszuführen. Sonstige ortstypische Dachformen, wieWalmdächer, Mansardwalmdächer,oder Krüppelwalmdächer sollenerhalten werden. Bei schmalen Nebengebäuden sindauch Pultdächer möglich. Firste werden mittig angeordnet. DieDachneigung ist zwischen 45 - 55Grad, für alle Dachflächen gleichanzulegen und ggf. bei Sanierungen imTraufbereich mit Aufschieblingauszubilden. Aufschieblinge sind relativ langauszubilden, um einen stärkeren Knickin der Dachfläche am Dachfuß zuvermeiden. Bei der Dachkonstruktion sollte daraufgeachtet werden, die für die Oberpfalztypischen knappen Dachabschlüsse zuerhalten bzw. herzustellen. Traufe und Ortgang sind massiv undohne Überstand auszubilden. Die Ortgangausbildung ist ohneBlechverwahrung durch von untenangeputzte Dachziegel auszubilden.Formziegel und Blechverwahrungensind nicht erlaubt. Die Ausladung des Traufgesimsesbeträgt etwa ein Drittel seiner Höhe. Kehlen bei Dachverschneidungen sindmöglichst bündig mit dem Material derDachdeckung auszudecken um dieBlechverwahrung zu verdecken. Die Regenrinne ist —————————————— Die Eindeckung aller Gebäude ist innaturroten, nicht engobierten, undunglasierten Tondachziegeln inBiberschwanzdoppeldeckungauszuführen. Ausführungen mit Betondachsteinenoder Blechschindeln sind nichtzulässig.06

DETAILS Namensschilder, Außenbeleuchtungen,Ruf- und Briefkastenanlagen sind in dieHauseingänge zu integrieren,zumindest aber in dieFassadengliederung einzuordnen; dieVorderkante darf nicht über dieFassade vorstehen; farblich müssensich die Elemente der Fassadeunterordnen; glänzende Materialiensind unerwünscht. Auch in der farbigenGestaltung ist eine Unterordnungdieser Elemente anzustreben. Fremde formale Elemente wieAuskragungen und Rücksprünge sindzu vermeiden, es sei denn, es handeltsich um überlieferte, historischeElemente. Besonderheiten und Baudetails, wieWappen- und Schlusssteine,Schwibbögen, Inschriften, Steinbänke,Gewände, Steinkonsolen und Poller giltes zu erhalten und zu restaurieren.MATERIAL UND FARBE Die typische Oberflächenbehandlung inder Region ist die Putzfassade, in ihrertypischen Farbgebung. Der Putz ist alsKalkputz frei aufzutragen und zuverreiben, d.h. ohne Putzlehren undKantenrichtprofilen, so dass er demWandverlauf folgt und eine natürliche,lebendige Oberfläche entsteht. DerPutz ist gefilzt oder verriebenauszuführen. Gliederungselemente, wie Bänder,Lisenen und Gesimse, glatt verrieben,sind genauso wie Fensterfaschenortstypisch und beizubehalten. Zur Gliederung der Außenwände sindan den Hausecken und Giebelkanten,auch in Höhe der Geschoss- undDachgeschoßdecken glattgeputzte, mitFilzbrett verstrichene Putzbändermöglich. Andere Oberflächen sind, außer siesind historisch überliefert, z.B.Haussteinfassaden (Sandstein) oderFachwerkgiebel, nicht zugelassen:1. Kunststoff und Zierputze2. Verkleidungen aller Art3. Holzverschalungen (nur beiNebengebäuden zulässig)4. Bekleidungen mit Keramikelementen Die verputzten Oberflächen sindeinfarbig mit Kalk- oder Mineralfarbenzu streichen. Gliederungen undUmrahmungen können farbigabgesetzt werden. Farben sind in gedeckten, nicht grellen,naturverbunden Tönen zu wählen. Generell gilt es bei Neuverputzungenund Anstrichen Musterflächenanzulegen, die von der StadtVohenstrauß freizugeben sind. Bemalungen, Bildschmuck oderornamentartige Umrahmungen sinduntypisch und nicht zulässig. Grundsätzlich sind natürlicheMaterialien zu verwenden. Im historischen Stadtzentrum wird derortsbildprägende Charaktermaßgeblich von der Materialwahlbeeinflusst.6. FassadenGLIEDERUNG UND PROPORTION Gebäudefassaden sind so zu errichten,zu erhalten oder wiederherzustellen,dass die strukturelle Wirkung dergesamten Fassade eine architektonische Einheit ergibt und der gestalterische Zusammenhang gewahrt bleibt. Die Fassaden sind grundsätzlich alsLochfassaden mit senkrechter Prägungund homogener Oberflächeherzustellen. Alle Öffnungen haben stehendeFormate. Bei der Anordnung von Öffnungen sind(historische) Achsen zu beachten undaufzunehmen. Fenster- und Türgewände/ -faschensind nach historisch überliefertemVorbild auszubilden bzw. zu erhalten. Sockelausbildungen sind zu vermeidenbzw. oberflächengleich und bündig mitder Fassade auszuführen. Im Bereich des Marktplatzes, derFriedrich- und Bahnhofstraße solltendie vorhandenen NatursteinSockelverkleidungen erhalten bzw. ausgroßflächigen Granitplatten, leichtvorspringend, wieder hergestelltwerden. Auskragungen und Rücksprünge sindzu vermeiden, es sei denn, es handeltsich um überlieferte, historischeElemente. Diese gilt es zu erhalten,bzw. wiederherzustellen.WÄRMEDÄMMUNG An Baudenkmälern und an Gebäudenmit wichtigenFassadengliederungselementen darfkeine außenliegende Wärmedämmungaufgebracht werden. Fenster- und Türumrahmungen, Simse,Trauf- und Ortganganschlüsse sindwiederherzustellen. Die Wärmedämmung muss fürmineralische Putze und Anstrichegeeignet sein. Die Grundstücksgrenzen dürfen nichtüberbaut werden. Städtebaulich relevante Fluchten undRaumkanten sind zu erhalten. Im Sanierungsgebiet ist im Zuge einerBauberatung die Zustimmung desstädtebaulichen BeratersGrundvoraussetzung für dasAufbringen von Fassadendämmungen.07

KONSTRUKTION UND ————— Für Verglasungen ist ausschließlichKlarglas einzusetzen; farblich getönteoder strukturierte Fensterscheibensowie Glasbausteine sindunerwünscht. Die Oberflächen sind vorzugsweisedeckend in hellen Farbtönen zulackieren; auch ist die Verwendung vonoffenporiger Lasur denkbar. Glänzende und metallischeKonstruktionsbauteile sind zuvermeiden. Als Material für Fenster undTürelemente sind heimische Hölzereinzusetzen. Andere Werkstoffe, wieMetall und Kunststoff sindauszuschließen bzw. nur nachAbstimmung und ausdrücklicherFreigabe durch den städtebaulichenBerater im Einzelfall verwendbar. Fenster- und Türöffnungen müssennach außen eine Leibung vonmindestens 12 cm besitzen;Ausnahmen sind Schaufenster undWinterfenster, die fassadenbündigeingebaut werden können. Fenster- und Türgewände/ -faschensind nach historisch überliefertemVorbild auszubilden bzw. zu —————— Tore sollten grundsätzlich nur alszweiflüglige Dreh- oder Schiebetorekonstruiert werden. Gehöffnungen im Tor sind alsSchlupftüren denkbar. Falt-/ Roll- und Segmenttore sind imhistorischen Ortsbild störend und hierunerwünscht. Garagentore können auch mit Holzaufgedoppelte Kipp- und Schwingtoresein, jedoch nur in nicht öffentlicheinsehbaren Bereichen. Als Material ist Massivholz zuverwenden, als Rahmen- oderGratleistenkonstruktion mitFüllungsfeldern oderSchalungsaufdoppelungen.7. ÖffnungenANORDNUNG UND FORMAT —— Generell ist die Gestaltungsvorgabeeine Lochfassade, d.h. der Wandanteilüberwiegt deutlich gegenüber denÖffnungen. Bei der Anordnung von Öffnungen sind(historische) Achsen zu beachten undaufzunehmen. Die Wandöffnungen für Fenster in derFassade sind überwiegend gleich großzu gestalten. Giebelöffnungen dürfennicht größer sein als die in dendarunter liegenden Geschossen. Der Abstand zwischen den Fensternsollte einer Fläche von mindestenseiner Fensterbreite entsprechen. ZumFassadenrand soll diese Fläche einerdoppelten Öffnungsbreite entsprechen. Höhensprünge bei Sturz undBrüstungen in einer Geschossebene,sowie Fenster- und Türkombinationensind unzulässig. Fensterformate sollten als stehendeRechtecke ausgebildet werden. Fensterbreiten sind mit höchstens 1,25m anzusetzen. Ab einer Breite von 0,80m empfiehlt es sich, die Fenster 2flügelig ———————— Als Fensterkonstruktionen sind nebenIsolierglasfenstern auch Verbund- oderKastenfenster denkbar.Holzquerschnitte sind möglichstschlank zu profilieren. Die Fensterteilung mit Sprossenunterstreicht den Altstadtcharakter undwird daher begrüßt. Scheinsprossenoder aufgesetzte, nicht konstruktiveSprossen, sind unerwünscht. Fensterbleche sollten aus Kupfer oderZinkblech handwerklich ————————— Haustüren sind mit umlaufendenStockrahmen und massivem Türblatt inRahmenkonstruktion mitAufdoppelungen oder Füllungenvorzusehen; Glasausschnitte sinddenkbar. Haustüren und Tore können, farblichauf Fenster und Fassade abgestimmt,einen anderen Farbton erhalten. Fenstertüren dürfen nicht mit Fensterngekoppelt werden.08

KLAPPLÄDEN, ROLLLÄDEN,AUSSENJALOUSIEN, ————— Klappläden aus Massivholz können alsBrettläden mit Gratleisten undRahmenkonstruktionen mit glattenFüllungen oder schrägen Lamellenausgeführt werden. Farblich sollten die Flächen einenKontrast zur Außenwand aufweisen,sich aber in die Gesamterscheinungeinordnen. Rollläden und Außenjalousien sind imAltstadtbereich untypisch und nichterwünscht, bei bestehenden,historischen Gebäuden alsnachträglicher Einbau gänzlichuntersagt. Raffstore sind im Einzelfall möglich.Diese sind mit der Stadt Vohenstraußund dem städtebaulichen Beraterabzustimmen. Unbewegliche Markisen sind imöffentlichen Raum unerwünscht. In Ausnahmefällen sind ausfahrbareMarkisen im Erdgeschossbereicherlaubt, müssen aber in der Breite aufeinzelne Fenster Bezug nehmen, unddürfen vorhandene Putzbänderungenund Gesimse nicht verdecken. Farben und Materialien müssen auf dieFassade abgestimmt sein, zubevorzugen sind matte, naturfarbeneTextilien. Vorzuziehen und besonders fürGaststätten geeignet sind mobileSonnenschirme.WERBEANLAGEN ——— Ebenfalls zulässig sind handwerklichgestaltete Ausleger senkrecht zumHaus angeordnet. Diese sog. „Zoigl“EINGANGSSTUFE/ -TREPPEN,dürfen bis zu 1,5 m in denUMWEHRUNGEN, STÜTZMAUERNStraßenraum auskragen, falls ———— Treppenstufen sind als Blockstufen inkeine Verkehrsgefährdung vorliegt.massivem einheimischen Granit oder Untersagt ist großflächiges Beklebensteinmetzmäßig bearbeitetem Betonoder Bemalen von Schaufenstern oderherzustellen.senkrecht angeordnete Schriftzüge. Geländer und Umwehrungen sollten Falls eine Beleuchtung der Schriftzügemöglichst unauffällig in filigraneroder Schilder erforderlich ist, solltenBauweise in Schmiedeeisen oderdiese punktförmig durch möglichstStahlprofilen gefertigt sein.nicht sichtbare Lichtquellen erfolgen. Stützmauern im öffentlichen Raum sind Alle Werbeanlagen müssen sich demin einheimischem Bruchstein oderGesamtbild der Fassade unterordnensteinmetzmäßig bearbeitetem Betonund dürfen nicht verunstaltendauszuführen.hervortreten bzw. störend wirken. Barrierefreie Zugänge können nach Werbeanlagen sindgestalterischen Vorgaben undgenehmigungspflichtig.Rücksprache mit dem städtebaulichenBerater gefördert werden.8. BesondereBauelementeBALKONE, LOGGIEN, ————— Balkone sowie Rücksprünge fürLoggien sind nur an nicht öffentlicheinzusehenden Bereichen zulässig. Die Umwehrungen sollten in der Regelweitgehend transparent ausgeführtwerden, z.B. senkrechte, glatteRundstäbe. Für sog. französische Balkone eignetsich als Geländer eine handwerklichfiligran gestaltete, transparenteMetallkonstruktion Bei der Ausführung ist auf unnötigeVerzierungen, wie gedrechselteBrüstungen oder dergleichen gänzlichzu verzichten. Oberfläche und Farbigkeit sindmöglichst untergeordnet zu wählen.Die Materialien sollten sich auf Stahloder Holz beschränken. Eine Bepflanzung mit Rankgewächsenwäre zu begrüßen. Balkone und Loggien sind genau wiesonstige Vor- und Rücksprünge nurzulässig, wenn diese vom öffentlichenStraßenraum nicht einsehbar sind. Ausnahmen gelten nur für die Fälle, diehistorisch belegbar sind. Kragplatten als Vordächer sowie festeVordächer sind im öffentlichen Raumunerwünscht.WERBEANLAGEN —— Werbeanlagen dürfen grundsätzlich nuram Ort der Leistung eingesetzt werden. Wünschenswert sind auf die Wandgemalte Zeichen und Buchstaben inwaagrechter Anordnung imErdgeschoßbereich. Auch Stuckumrahmungen oderreduzierte Schilder sind denkbar. In Ausnahmefällen können auchhinterleuchtete Einzelbuchstaben ausundurchsichtigem Material angebrachtwerden. Die gesamte Länge der Werbeschriftensollte nicht über 2/3 der Fassadehinausgehen. Die Höhe der Buchstaben bzw. des Schildes darf bis ca.40 cm betragen. Einzelne Zeichenkönnen bis 60 cm hoch sein. Nicht zugelassen sind grelle Farben,Signalfarben, Leuchtstoffröhren oderWerbeanlagen in Leuchtkästen.09

——————Solarenerieanlagen auf Dächern werdennicht gefördert, auch wenn die Nutzungregenerativer Energien ein wichtigerBaustein für die Gebäudesanierung ist. DieNutzung solarer Energie, besondersPhotovoltaikanlagen auf Dachflächen, istim historischen Umfeld sorgsam zu diskutieren. Sonnenkollektoren auf Dachflächen werden oft als Fremdkörper in derhistorischen Dachlandschaft empfunden,leisten jedoch bei Altbauten mit generellschlechter Energiebilanz einen wichtigenBeitrag zur Nutzung regenerativer Energien und zur CO2-Einsparung. Im zentralen Ortsbereich ist generell ein sensiblerUmgang mit flächigen Anlagen zur solarenEnergiegewinnung renergie und Denkmalpflege“, BayerischesLandesamt für Denkmalpflege, November 2012)1.2.3.4.Eine geschlossene Fläche ist immerbesser als eine unruhige Anordnungder Module.Besser sind Paneele ohneUmrandung. Wenn sich eine solchenicht vermeiden lässt, ist einegleichfarbige Umrandung immer vonVorteil.Eine Paneelfarbe, die der Farbe derDachfläche entspricht, fällt wenigerauf.Auch unauffällige Befestigungshilfensind die bessere Wahl.5.6.Wenn Module in die Dachflächeintegriert werden und bündig mit derDachkante abschließen, entsteht einruhiger Gesamteindruck.Keine „Sägezahn-Lösungen“! DieSolaranlage sollte an die vorhandenenGegebenheiten angepasst ———————— Windenergienanlagen sind nichtzugelassen.Grundsätzlich gilt: Sonnenenergieanlagen sind aufBaudenkmälern nicht zugelassen. Sonnenenergieanlagen an derFassade sind nicht zugelassen. Das überlieferte Erscheinungsbild undcharakteristische Merkmale sindgrundsätzlich zu erhalten. Die Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen in ihrer Dimensionierungsollen auf den Energieverbrauch imGebäude abgestimmt werden. Der Bau von Photovoltaikanlagen aufDächern soll vollflächig stattfinden,ohne störende Unterbrechungen durchGauben, Kamine, Dachfenster usw. Grundsätzlich ist eine homogeneDachlandschaft herzustellen. Die Anlagen zur solaren Energiegewinnung sollen auf Gebäudeseitenangebracht werden, die nicht vomöffentlichen Straßenraum aus einsehbar sind. Die dem Marktplatz zugewandten Flächen sind gänzlich vonSolarenergieelementen freizuhalten. Bei sensiblen Standorten, ortsbildprägenden Gebäuden, soll eine Integration der Module in die Dachfläche(z.B. Solardachziegel) angestrebtwerden. Aufständerungen von Sonnenenergieanlagen sind generell verboten. Nur in Ausnahmefällen und inAbstimmung mit der Stadt undstädtebaulichem Berater ist beiEinsehbarkeit die Errichtung vonSonnenenergieanlagen zulässig.Hierfür nötig sind ein reduzierterFlächenverbrauch sowie einedachintegrierte und flächenbündigeLösung erforderlich.10

—————— Pflanzen tragen entscheidend zumErscheinungsbild der Stadt bei. Vorhandene Bepflanzungen sinddeshalb zu schützen bzw. gleichwertigzu ersetzen. Bäumen über 4,0 m Kronenhöhe sindzu erhalten; verlorengegangene oderbeseitigte Bäume und Sträucher sindgleichwertig zu ersetzen. Zielsetzung ist, ein Pflanzbild mitausnahmslos einheimischenLaubbäumen, Sträuchern und Blumenzu schaffen. Standortfremde Pflanzenarten wie z. B.Blaufichten, Zeder, Thuja oderBodendecker sind unpassend. Rank- und Klettergewächse anFassaden beleben das Ortsbild undsind sowohl bauphysikalisch als auchklimatisch sinnvoll. Gemüsegärten sind, auch mituntergeordneter Einfriedung möglich.BEFESTIGTE ————— Es empfiehlt sich geschlosseneInnenhöfe mit Ausnahme vonAussparungen für Bepflanzungen zubefestigen. Bei Gärten sind die befestigten Flächenauf ein Mindestmaß zu reduzieren. Neuangelegte Flächen sind mitortstypischen Natursteinen, wieKalkstein oder Granit bzw. mit Kiesoder Schotterrasen zu befestigen. Vorhandene Natursteinpflasterungensind zu erhalten bzw. wiederzuverwenden. Nur in Ausnahmefällen kannBetonstein, allerdings in Form, Farbeund Oberfläche auf die Umgebungabgestimmt, Verwendung finden. Betonverbundsteine und Asphalt sindzu ————————— Für Nebengebäude wieGartenhäuschen, Carports, Holzlegen,überdachte Freisitze ist eineAbstimmung mit dem Hauptgebäudehinsichtlich Material und Farbeerforderlich. Zur baulichen Abstufung ist eswünschenswert, diese Gebäude ganzoder teilweise in Holzständerbauweisezu fertigen. Wandflächen sollten aus Holz alstransparente Lattung oder gehobelteSchalung ausgeführt werden.9. Private —————————— Zur Abschirmung von Höfen solltenverputzte Mauern mit einer Mindesthöhe von 1,80 m und einer Abdeckungaus naturroten Ziegeln oder Natursteineingesetzt werden. Hierzu sind dievorstehenden Angaben zu Oberflächeund Materialien zu beachten. Ebenso denkbar als Hofabgrenzungsind undurchsichtige 1,80 m hoheHolzwände mit breiten, senkrechtgeschalten Brettern. Zur Einfriedung von Gärten könnensenkrechte, bis 1,30 m hohe Holzlattenzäune mit regelmäßig gesetztenRund- oder Halbrundhölzern, beidseitiggradlinig besäumten Brettern der gehobelten Holzlatten verwendet werden. Die Holzoberfläche bleibtnaturbelassen oder wird wie bereitsbeschrieben mit offenporigen Lasurenin natürlichen Farben behandelt. Zulässig sind auch filigrane,handwerklich gearbeitete Metall-,Gußeisen- oder Stahlzäune undlaubtragende Hecken. Auch gemauerte Abgrenzungen inNaturstein, steinmetzmäßigbearbeitetem Beton oder in verputzterAusführung können zum Einsatzkommen. Unzulässig sindGrundstücksbegrenzungen ausFertigteilen, Maschendrahtzäune,Jägerzäune, Rohrmatten undMaterialien wie Kunststoff oderKunststein. In Ausnahmefällen können massiveZaunsockel, höchstens 50 cm hoch,evtl. in Zusammenhang mitMauerpfleilern errichtet werden; diesesind verputzt, in Naturstein oder insteinmetzmäßig bearbeitetem —————————————Bänke vor privaten Wohnhäusern ladenzum Verweilen ein und fördern dieKommunikation untereinander.Sitzplätze im gastronomischenAußenbereich beleben den Stadtkern. Der gestalterische Gesamteindruck desStraßenraums ist zu erhalten und einegemeinsame Gesamtabstimmung istwünschenswert. In das Stadtbild passende Materialienund Formen sind zu verwenden.11

10. ———————————Grundbedingung für die Inanspruchnahmeöffen

Details Wärmedämmung 7. ÖFFNUNGEN Anordnung und Formate Konstruktion und Material Fe nster Türen Tore Schaufenster 8. BESONDERE BAUELEM ENTE . Walmdach o der Segmentbogen - mit stehendem Fensterformat - max.